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Samstag, 12. November 2016

Dämonen, Emotionen, Krankheit

Den Dämonen Nahrung geben, so heißt ein Buch was ich mal im Gespräch über das Arbeiten mit Emotionen empfohlen bekommen habe. Es geht dabei um eine Art Aufstellungsarbeit, nur wird nicht mit Gegenständen oder Stellvertretern aufgestellt, sondern die inneren Anteile werden als Dämon visualisiert.


Ich hatte diese letzten Tage wieder arge inne Konflikte, die mich in meine alten Verhaltensmuster von Depression und Rückzug gezwungen haben. Ich hatte vor einer Woche einen weiteren Teil meiner alten Trauer ausgefühlt. Wie man das macht, mit allen Hindernissen, habe ich im Artikel über Emotionen ausführlich beschrieben. Jetzt möchte ich noch etwas ergänzen.

Erweiternd habe ich mit der „The Journey“ Technik von Brandon Bays gearbeitet, in der man genau wie bei der beschrieben Variante, die Emotion annimmt, fühlt ohne zu Denken. Wir blockieren unserer Emotionen normalerweise durch Denken oder andere Abwehrhandlungen. Deshalb darf im ersten Schritt nicht gedacht werden. Nur gefühlt. 


Erst muss völlige Annahme entstehen. Erst im zweiten Schritt entsteht dann wieder das Denken. Bei mir ist das so, dass ich dann automatisch ein Wort für die Emotion finde. Ich finde diesen Schritt wichtig, damit das empfundene dann auch verbal verarbeitet werden kann. Ich finde es wichtig, die sprachliche Schnittstelle zwischen Emotionen und Ausdruck immer wieder zu trainieren. 

Wenn man die Emotion gefühlt und benannt hat, dann fragt man sich, welche tiefere Emotion liegt darunter. Und im Gegenteil zu Christian Meyers Technik, fühlt man die Emotion nicht stundenlang bis sie verbrennt, sondern man geht dann immer wieder eine Schicht tiefer. So kann es sein, dass man innerhalb kürzester Zeit, sehr viele Schichten annehmen kann. Vermutlich kann man intuitiv ahnen, wann man bereit ist für die nächste Emotions Ebene.

Diese Technik brachte mich innerhalb von zwei Tagen (da beim fühlen auch immer wieder unterbrochen werden darf) in eine Wahrnehmung von Trauer, Wut, Schweigen, Angst, und Rückzug. Ich konnte zum ersten Mal ganz genau erkennen, wie diese Schichten in der Kindheit entstanden und nicht ausgelebten Emotionen zu meinen Abwehrverhalten geführt haben. Solche Erkenntnisse, sind immer eine große Freude für mich. Ja klar ich bin ja ein Versteher, was könnte es schöneres für mich geben. 

Vielleicht können viele Menschen das nicht nachvollziehen. Denn es sieht dann in der Praxis wirklich so aus, dass ich mich Stunden lang in meinen düsteren Emotionen begebe und vielleicht auch heule. Aber gleichzeitig ist da der Beobachter, der sich wahnsinnig über die Erkenntnisse freut, denn diese kommt erst, wenn man Emotionen ganz da sein lässt. Bisher konnte ich mir meinen Rückzug nicht genau erklären. Jetzt kann ich es sehr exakt nachvollziehen. Und dieses verstehen der Entstehung ist für mich so wichtig, um die eigenen Konditionierungen aufzulösen und Handlungsalternativen zu entwickeln.

Ich kam in meiner Taktik des Ausfühlens was ich jetzt schon ca. seit zwei Jahren betreibe, immer wieder an Grenzen. Einmal passiert es auch mir, dass ich auf irgendeinen Abwehr reinfalle. Dabei hilft, dass man eben auch eigene Abwehrreaktionen beobachtet und kenne lernt. Dann gibt es die Möglichkeit, dass man unbewusst wird und unter der Emotion leidet und sich darin verliert und sie vielleicht auf andere projeziert. Das passiert einem auch immer weniger, wenn man darauf achtet, bzw. von anderen darauf hingewiesen wird, dass man sich wieder total in sein Leid oder seine Opferhaltung verstrickt hat. Es ist super wenn man da ein achtsames Gegenüber hat.

Dann stieß ich aber immer wieder an ein Problem, welches sowohl Christian Meyer als auch Brandon Bays mir nicht ausreichend beschrieben haben. Beide sprechen davon die Aufmerksamkeit auf Emotionen zu richten. Bei mir treten aber an irgendeiner Stelle anstatt Emotionen Krankheitssymptome auf. Manchmal nehme ich dann auch verschiedene Energiekörper wahr, die sich alle wild mischen. Und spätestens an der Stelle war ich immer hilflos und überfordert. Ja klar dann fühlt man die Hilflosigkeit. Immer das was auftaucht. Aber das ändert ja nichts daran, dass Krankheit zu meinem Abwehrmuster gehört und mich in meiner Lebensfreude einschränkt und im Muster gefangen hält. Zu diesem Zeitpunkt litt ich an Migräne und Übelkeit, Symptome die auftaten, weil mein Gewissen der Meinung war, ich sollte langsam mal Motivation und Aktivität, anstatt Depression und Rückzug zeigen.

So war ich wieder total aufgeschmissen, denn wie soll man Krankheit ausfühlen? Ich dachte ok vielleicht sind es so Art verschlüsselte Emotionen, die noch nicht gefühlt werden können. Das hatte ich auch schon. Aber alles fühlen half nichts. Dann entdeckt ich dass es das Buch, Dämonen Nahrung geben welches ich damals gekauft, aber noch nicht gelesen hatte, auch als Hörbuch gab und ich hörte es gleich an. Auf der CD wurde man begleitet und das war sehr gut, um direkt einzusteigen.

Man sollte sich den Teil den man bearbeite möchte als einen Dämon vorstellen. Das tat ich. Vor meinem inneren Auge entstand ein Dämon, der meine Krankheit darstellen sollte. Ich habe die Erscheinung eher unbewusst sich gestalten lassen. Es entstand seltsamerweise ein recht nett ausstehendes dämonisches Wesen, obwohl ich eher etwas gruseliges erwartet hatte.

Dann sollte man zwei Plätze vorbereiten. Ich saß im Schneidersitz angelehnt an der Couch, so meditiere ich manchmal. Und ich platzierte ein Kissen an andere Ende der Couch. Man sollte während der Übung den Platz wechseln können, ohne die Augen zu öffnen. Das Kissen sollte den Platz markieren.

Dann sollte ich von meinem Platz aus den Dämon fragen warum er da ist und dann den Platz mit geschlossenen Augen wechseln. Dann saß ich auf dem Platz des Dämonen und sollte in ihn hineinfühlen und antworten. Und es war erstaunlich. Es war ganz anders als ich mir meinen Krankheitsdämon vorgestellt habe. Es war ein Gefühl von einem sehr bewussten achtsamen Diener. Ich antwortete, weil du es mir befohlen hast. Und es war als ob der Dämon ehrfürchtig mir gegenüber war. Das habe ich gar nicht erwartet. Er meinte mein höheres Selbst, nicht mein Ego.

Ich wechselte auf meinen Platz zurück und fragte was er von mir braucht. Dann wechselte ich wieder auf den Platz des Dämonen und es kam als Antwort Einsicht und Mitgefühl. Wieder auf meinem Platz sollte ich ihm, dann geben was er braucht. Und ich sollte mir eine nährende Flüssigkeit vorstellen, die ich ihm gab. Der Dämon verwandelte sich später noch in einen Verbündeten, der mir eine Eigenschaft gab, mit der ich besser für mich sorgen kann.

Anschließend habe ich noch einmal meditiert und den Dämon gefragt, ob es denn wirklich nötig sei, dass er mich immer krank machen muss. Und er sagte ja, es sei nötig. Und ich musste ihm lachend zustimmen. Wäre er nicht und würde mich mit Krankheit einschränken, so würde ich mich in einer Tour überlasten. Ich habe wirklich noch nicht gelernt, mich gut um mich zu kümmern.

Ich erkannte, dass der Dämon der Krankheit tatsächlich mein Freund und Beschützer ist. Und er wird so lange bleiben, bis ich endlich gut für mich und meine Bedürfnisse sorgen kann. Ich bin gespannt, ob und wie der Verbündetet mir helfen wird.

Und Plötzlich habe ich eine ganz andere Sicht auf meine Symptome, die übrigens schnell wieder verschwinden, wenn ich gut für mich sorge und meine Bedürfnisse, sei es nach Ruhe und Rückzug, wahre. Es ist nicht so leicht an der Stelle mit sich selbst stimmig zu sein, besonders wenn man wie ich, sehr sensibel für den Erwartungsdruck von anderen Menschen ist und vor allem für meinen inneren Erwartungsdruck. Und vermutlich darf ich das gerade lernen. 
Mein letzter Kontakt mit meinem höheren Selbst, hat zumindest dafür gesorgt, dass ich im Moment zum ersten Mal dieser inneren Stimme folge. Das ist jeden Tag eine Herausforderung, weil man neue Wege gehen muss. Wege die man immer vermieden hat. Und man weiß nicht, wohin dieser Weg führt. Man geht ins Ungewisse. Diese Unsicherheit versuchen wir wo es nur geht, zu vermeiden, und deshalb bleiben wir meistens in unseren alten bekannten Mustern. Dabei ist es uns lieber zu leiden und Krank zu werden, anstatt sich unseren Ängsten zu stellen. Mein Versteher erkennt das alles, aber diesen Weg zu gehen und sich der eigenen Angst zu stellen, ist nochmal etwas anderes.


Mir fallen jetzt eine ganze Menge Anteile ein, die ich mit dieser Technik einmal betrachten könnte. Aber ich weis nicht so recht, ob ich am Ende einen ganzen Dämonen Zoo haben will.

Ich habe übrigens vor kurzem mit der Technik des Emotionen ausfühlens auch zum allerersten mal bewusst und positiv überrascht, meine Angst gefühlt. Eine Emotion, die ich mir zukünftig gerne noch zum Freund machen möchte. Eine Emotion, die ich immer mit aller Kraft vermieden habe. Ich bin gespannt ob mir das gelingt.

Trotzdem darf ich mich auch immer wieder daran erinnern, dass ich mit mit selbst Mitgefühl haben darf und annehme, wenn ich gerade Rückzug, Zeit oder sonst was brauche. Es geht immer wieder darum in jedem Moment das anzunehmen was gerade ist und sich nicht zu verurteilen. Und oft vergesse ich das noch. Aber es wird besser.

Donnerstag, 10. November 2016

Segmentierung, Grenzen, Angst


Segmentierung ist ein Abwehrmechanismus. Ich habe das Wort in einem Enneagramm Buch gefunden, als es als typische Abwehr der 5 (Der Versteher im Enneagramm) beschrieben wurde und mich sofort erkannt. Segmentierung beschreibt eine Form der Abwehr, die alles in Segmente unterteilt. Zum Beispiel trennt ein Mensch Familie, physische Freunde, Internetfreunde, Arbeitskollegen, etc. und grenzt diese voreinander ab. Das soll den Menschen schützen, indem nicht jede Gruppe über jede Information verfügt. Die meisten kennen bestimmt, das private und das geschäftliche Segment zu trennen. Das macht man ja auch aus einer Angst heraus, es könnte den Beziehungen und seiner persönlichen Abgrenzung irgendwie schaden. Bei manchen Menschen, wie bei mir, ist das allerdings stärker ausgeprägt.

Ich habe bis gerade eben, so eine Grenze gezogen zwischen meinen physischen Freunden, diesem Blog hier und meinem Interesse für Träume, Erwachen, etc. Bisher habe ich mich mit meinen nach innen gerichteten Themen im Freundeskreis, der seit ungefähr 20 Jahren besteht, nicht ernst genommen gefühlt und deshalb kaum darüber geredet. Diese Seite von mir, habe ich aus Angst vor Zurückweisen geheim gehalten. Und nun war auf einmal der Moment da, indem ich das nicht mehr wollte. Herzlich Willkommen, auf meinem Blog. :D

Das interessante ist, dass ich vor einigen Monaten, zwei Träume hatte, die vom Ende der Segmentierung handelten. Der eine behandeltet eben dieses Freunde Thema.

Traum1:

Ich feiere Abschied von meinem Praktikanten. Manchmal ist es auch ein alter Freund aus dem Libanon, von dem ich mich mit 18 verabschieden musste. Dazu sind sämtliche Freunde und Bekannte eingeladen. Ich will noch mehr Leute einladen, doch einige kritische Stimmen sagen, es dürften nicht alle kommen. Ich finde das doof.
Ich setze mich darüber hinweg und lade immer mehr Leute ein. Irgendwie kennen sie alle diesen Praktikanten. Es sind Kita Eltern, Kinder, Freunde aus verschiedensten Kreisen anwesend. „Echte“ Freunde, Freunde aus dem Internet, Klartraumer und Arbeitskollegen sind dabei. Leute die sonst nie zusammen kommen würden. Und darüber freue ich mich am meisten. Das die alle sich treffen und kennen lernen. Das alle zusammen kommen.
Ich schreibe am Tag des Abschiedes allen Bekannten noch eine Gruppennachricht in einer Whatsappgruppe, wo jeder schonmal den Email Account von jedem bekommt.
Es spielt auch noch Deutschland Fussball, deswegen kommen einige später.
Ich laufe zähneputzend durch die Straße.
Plötzlich steht S. vor mir, ich freue mich. Als wir alle zu dem Ort kommen. Wo das Fest stattfinden soll (ein Haus indem mein Freund R. und ich gemeinsam wohnen), kommen immer mehr Leute, die ich vergessen habe. R. hat sich gestoßen und nimmt Globuli, obwohl er sehr anti esoterisch ist.
Alle haben irgendwie vom Treffen erfahren. Einige sind aggressiv, andere aufgeregt, andere gelassen, andere fröhlich. Sie wollen direkt ihre Aufgabe erfahren, denn wir wollen für den Praktikanten kochen. Alle wollen unbedingt dabei sein und helfen.
Jeder bringt Zutaten mit und bekommt eine Aufgabe. Es ist dann doch mehr als nur ein Menü zu zaubern. Es werden Geschichten vorgetragen und Plakate gemalt. Ich hole mein Zeugnis raus mit dem ich immer unzufrieden war und zeige es Rum. Es macht gar nichts, dass ich die nicht alle Schulaufgaben erfüllt habe und ein ausreichend darunter steht. Diese Note sagt nichts über meine Fähigkeiten aus.
Ich bin total euphorisch über das zusammentreffen der verschiedensten Leute. Dann plane ich, dass wir zum Essen alle an einer riesigen Tafel, in einem Garten sitzen. Ich wache mit großer Freude über den Traum auf.

Kurze Deutung:
Dieser Traum deutet auf das Ende meiner Segmentierung hin, der Trennung zwischen den verschiedenen Rollen. Der Traum hat glaube ich im Juli2016 statt gefunden. Die Leute im Traum, stellen im übertragenen Sinne innere Anteile dar. Es geht nicht nur darum, dass sich vielleicht mal meine Freunde und Bekannte kennenlernen, sondern es geht eigentlich darum, dass meine inneren Anteile, die sehr unterschiedlich sind oder sogar miteinander im Konflikt sind, Frieden finden.
Der Praktikant, und auch der libanesische Freund, verkörpern für mich etwas kindliches. Vielleicht ist es ein Abschied von etwas kindlichem. Kindliche Angst. Die kritischen Stimmen streiten mit den anderen Ansichten. Ich setzte mich über den inneren Kritiker hinweg. Ich zeige allen mein schlechtes Zeugnis, aber anstatt mich zu schämen, fühle ich mich Selbstbewusst. Der Traum deutet auf die Zukunft hin, denn das Fest ist noch in Vorbereitung.

Diese Grenzen setzten wir überall in unserem Leben. Wir sehen alles durch die Brille von Konzepten und Modellen und trennen somit die Wirklichkeit in theoretische Konstrukte auf, die wir krampfhaft aufrechterhalten, weil wir sonst Angst bekämen. Jeder macht das, auf unterschiedliche Art und weise. Wir haben zum Beispiel Konzepte von ich und du. Das sind aber nur theoretische Konzepte. 

Es gibt vermutlich noch keinen Wissenschaftlicher, der die Existenz von Ich und Du beweisen konnte. Ja es gibt verschiedene Menschen mit verschiedenen Körpern, aber woher kommt das Gefühl der Identität? Wer einmal erlebt hat, dass dieses Identitätsgefühl sich durchaus verändern kann, der stellt das Konzept der Ich- Identität in Frage. 

Segmentierung und Projektion sind Abwehrreaktionen und gleichzeitig Werkzeuge zur Integration, die es ermöglichen, Anteile zu nutzten, ohne sich damit identifizieren zu müssen. Das ist mir kürzlich aufgefallen, als ich einen Anteil von mir bewusst abgespalten und personifiziert habe, um mit ihm in Kontakt und Kommunikation zu treten. Es ist also nichts schlechtes. Es ist aber auch so, dass es eben eine Angstvermeidung ist, die man irgendwann immer weniger benötigt.

Interessanterweise, ist auch der Traum so eine Abspaltungstechnik, die uns vor unserer Angst schützt, die Orientierung zu verlieren. Würden wir in der Wachwelt erfahren, was wir im Traum erfahren, würden wir Probleme haben, das zu integrieren. Hier ist es auch so.

Uns hilft dabei der Glaubenssatz, dass solange es im Traum geschieht, es geschehen darf, weil es ja ein Traum ist. Wenn die Grenzen zwischen Wachen und Schlafen sich auflösen, kann das sehr erschreckend sein, deshalb sortieren wir uns unserer Erlebnisse in Kategorien. Ich, du, Schlaf, Traum. 

Ich glaube das was im Tibetischen Totenbuch und im Traumyoga beschrieben wird, (Wach sein im Wachen, Traum und Traumlosen Schlaf) ist der Zustand, wo eben diese Segmente wieder zusammenfliessen können und sämtliche Grenzen wegfallen. 

Manchmal darf man sich die Grenzen erst bewusst machen, bevor man sie auflösen kann. Denn eigentlich ist alles nur Eins, es sei denn unser Verstand trennt es.

Freitag, 6. Mai 2016

Das Ende der Schlaflosigkeit oder wie man ein kritisches Bewusstsein entwickelt.


Als ich heute Nacht wieder ein Mal ungewollt hellwach war, kam mir die Idee, wie Müdigkeit und Wachheit entstehen könnten. Ich war so wach, weil ich meditiert habe und mich auf ein postitives Gefühl konzentriert habe. Heute Morgen, als ich nach dem Aufwachen eigentlich noch müde war, habe ich versucht, meine Identifikation von Müdigkeit zu Wachheit zu wechseln und scheinbar ist mir das gelungen. Kurze Zeit später, bin ich dann freiwillig aufgestanden.

Meine Hypothese ist die, dass immer beides in uns vorhanden ist. Also es ist immer Müdigkeit und Wachheit da. Man befindet sich immer irgendwo zwischen diesen beiden Polaritäten. Und ich glaube, man kann das anwählen, was man möchte.

Die Aktivitäten des Tages benötigen eine gewisse Energie, die durch Schlaf, Meditation oder eine andere Form des Ruhens oder auch durch Nahrung, aufgetankt werden kann. Haben wir das Gefühl, diese Energie ist erschöpft, meldet sich der müde Teil in uns und signalisiert, dass wir müde sind. Das geht meist einige Male so, bis es sich so anfühlt, dass wir scheinbar immer müder werden. Irgendwann sind die Signale dann so groß, dass wir kapitulieren und schlafen gehen. Sind wir müde genug, schlafen wir meist schnell ein.

Es gibt aber auch Momente, da ist irgendwas in uns euphorisch oder auch sorgenvoll und wach, unabhängig davon, ob unser Körper müde ist, oder ob wir in 3 Stunden aufstehen und arbeiten müssen und eigentlich schlafen sollten. Das ist der andere Pol, die Wachheit. Die Wachheit meldet sich ebenso gelegentlich und wenn wir auf den Zug aufspringen, kann es sein, dass wir die Wachheit vergrößern.

Es gibt viele Menschen die sehr unter Schlaflosigkeit leiden. Das Problem der Schlaflosigkeit entsteht dadurch, wenn wir Schwierigkeiten haben unserer Gedanken zur Ruhe zubringen. Eine entsprechende Technik, wie die Meditation, mit der man lernt nicht zu denken, kann Abhilfe schaffen. 

Man muss aber nicht nur eine Technik beherrschen, man muss es auch tun. bzw. nicht tun. Also man darf aufhören das falsche zu denken. Falls jetzt jemand der Schlafprobleme hat meinen Artikel liest, wundert euch nicht. Ich schreibe nämlich eigentlich für Klarträumer. Am besten liest du dann erstmal den Text zu Ende und schaust dir erst später die Links an.

Ein Klartraum ist ein Traum, indem der Träumer erkennt dass er träumt und seinen Traum dann bewusst steuern kann. Gerade Anfänger auf dem Gebiet des Klarträumes, sind oft sehr aufgeregt, wenn sie Techniken wie WILD, SSILD oder auch MILD durchführen. Ich kann mich gut erinnern, dass ich nächtelang kaum schlafen konnte, als ich mit dem Trauminteresse angefangen hatte, weil etwas in mir wach und aufgeregt war. Ich glaube, dass die Signale zu Wachheit und Müdigkeit weniger vom Körper gesteuert werden, sondern mehr vom Geist. Denn nur so lässt sich erklären, dass der Körper zb. müde ist und der Geist hellwach.

Neben dem Klartraum ist auch der gewöhnliche unbewusste Traum, Trübtraum genannt, ein interessantes Forschungsgebiet. In anderen Kulturen zb. bei den Senoi aus Malaysia, gehört der Traum unverzichtbar zum Alltag. Aber zurück zum Thema Schlaflosigkeit.

Also Idealerweise sind wir am Tag wach und am Abend müde, bzw. beim Klartraumtraining, zum richtigen Grad zwischen müde und wach. Lange Zeit habe ich mich gefragt, wie man das hinbekommen kann und bisher hatte niemand eine Antwort. Es gibt da diese 4-7-8 Einschlaftechnik, die man aber erst einüben muss und ehrlich gesagt, hat mich das immer abgehalten. Das hatte so etwas zwanghaftes, auf eine bestimmte Art zu atmen. Wenn ich jetzt echte Schlafprobleme hätte, wäre die Motivation dazu vielleicht größer. Aber ich habe das nur ab und zu. Ich denke nun aber, es geht viel einfacher. Nur hat bisher noch nie jemand so etwas banales, wie das einschlafen genau angeschaut.

Mein Freund Tom brachte mich glücklicherweise auf die Idee, mich mit dem Konzept der Identifikation von geistigen Zuständen auseinander zu setzten. Und möglicherweise liegt hier die Lösung des Problems. Auch das Konzept der Glaubenssätze nutze ich hier wieder und wenn du noch nicht mit Glaubenssätzen vertraut bist, rate ich dir, zumindest den dritten Teil der Shared Dreaming Serie einmal zu lesen. Dort erkläre ich, was ein Glaubenssatz ist, und wie man damit arbeiten kann.

Also stell dir vor, du befindest dich immer und zu jeder Zeit irgendwo zwischen den zwei Polen Wachheit und Müdigkeit. Stell dir das ruhig bildlich vor. Die linke Hand symbolisiert die Müdigkeit und die rechte Hand die Wachheit. Du befindest dich immer irgendwo dazwischen, je nach dem ob du jetzt müder oder wacher bist. Wenn du jetzt mal ganz tief in dich hinein spürst, kannst du nämlich erkennen, dass beides immer da ist. Zu jeder Zeit. An der Stelle macht unsere Alltagsvorstellung nämlich den Fehler zu denken, es ist immer nur eins von beiden da. Aber das stimmt nicht. Prüfe es nach!

Wenn man erkennt, das beides immer da ist, muss du nur anwählen was du haben möchtest. Anwählen wie soll das gehen? Naja im Grunde genommen machst du es schon immer. Nur unbewusst. Ich erfinde mal eine Beispiel für ein unbewusstes anwählen von Wachheit und Müdigkeit. Naja erfinden ist nicht ganz richtig. Ich habe wirklich oft solche Tage gehabt.

Also wie ist das normalerweise wenn du müde wirst? Bei mir ist das so, irgendwann fühle ich mich erschöpft. Ich nehme das wahr und registriere das. Man kann sich ja nicht immer an Ort und Stelle hinlegen und schlafen. Besonders das Berufsleben hindert uns häufig, an unserem natürlichen Schlafrhythmus. Und unser Körper hat schliesslich Bedürfnisse die er klar signalisiert.

Szene1 (Wie es normalerweise läuft)
Also stell dir vor, ich bin auf der Arbeit. Die Aufgabe die ich heute bearbeite ist nicht sonderlich interessant für mich und es kommt ein Gefühl von Müdigkeit. Ich nehme es kurz wahr und widme mich wieder meiner Aufgabe zu. Kurze Zeit später, spüre ich wieder dass eine Müdigkeit aufsteigt. Ich muss auch schon gähnen, was ja allgemein als Gestik für Müdigkeit steht. Gestik ist ja eine Kommunikationsform und meine Kollegin, die auf mein Signal aufmerksam geworden ist, sagt zu mir: “Ja ich bin auch müde heute. Habe schlecht geschlafen“ Ich nicke ihr zu und bestätige, dass ich auch nicht die optimale Schlaflänge gehabt habe. Beide widmen sich wieder der Arbeit zu.

Durch den Austausch mit der Kollegin, wurde meine Identifikation mit der Müdigkeit nochmal bestätigt. Jetzt bin ich schon davon überzeugt, dass ich wirklich müde bin. Meine Arbeitsleistung sinkt auf Grund dessen, dass ich ja zu müde bin. Ich kann die Müdigkeit im Grunde nur wegschieben, mich vielleicht mit einem Kaffee trösten, der ja bekanntlich wach machen soll und weiter machen. Das hilft, denn Kaffee macht ja wie Jeder weiß wach. Das geht dann ne Weile gut, bis nach einer Zeit wieder das Signal kommt, dass ich müde bin.

So schleppe ich mich auf der Arbeit dahin. Nach der Mittagspause geht’s mir wieder etwas besser, denn ich konnte mich ja erholen. Ich bin tapfer und ertrage noch den Nachmittag. Ich denke, zu Hause lege ich mich erst mal hin. Kurz vor Dienstschluss sitze ich gemeinsam mit meiner Kollegin, beide vor Erschöpfung gähnend und wartend, dass der Uhrzeiger auf Feierabend umschaltet. Geschafft. Endlich.

Auf dem nach Hausweg tanke ich wieder etwas Energie. Endlich zu Hause. Ich entspanne mich. Ich fühle mich schon besser. Ich setze mich an den Pc und lese einen spannenden Artikel, der mich dazu inspiriert, dass neue Gedankengebäude in meinem Kopf entstehen. Eigentlich wollte ich mich ja direkt hinlegen. Ich horche in mich hinein, aber jetzt kann ich gar nicht schlafen. Das was ich gerade lese ist zu spannend. Und eigentlich möchte ich jetzt einen Text dazu schreiben. Plötzlich fühle ich mich wieder hellwach. Mit meinen Gedankengebäuden bin ich noch bis zum späten Abend beschäftigt. Als ich um 23h auf die Uhr schaue, denke ich, oh es ist Zeit ins Bett zu gehen. Der Wecker klingelt um 5h. Und ich war doch heute soo müde heute Morgen. Aber eigentlich bin ich jetzt noch hellwach.

Aus Vernunft gehe ich dann mal ins Bett. Aber ich bin so wach, ich kann noch gar nicht schlafen. Morgen muss ich um 5h aufstehen. Eigentlich müsste ich jetzt schlafen. Ich war heute schon so müde. Morgen wird’s dann noch schlimmer sein.

Lange liege ich noch wach. Mein Kopf will einfach nicht zur Ruhe kommen. So viele Gedanken, die ich interessant finde. Mein Körper fühlt sich mies an. Er ist schon ganz schön müde. Da ist fast ein Gefühl wie Schmerz. Und trotzdem kann ich nicht schlafen. Ich gucke auf die Uhr. Oh schon 1h und um 5h klingelt der Wecker. Das sind nicht mal 3 Schlafphasen. Es kommen Gedanken auf, die immer unzufriedener machen. Irgendwann gelingt es mir dann doch, einzuschlafen. Aber ich schlafe schlecht, denn ich habe ständig das Gefühl, als müsste ich bald schon wieder aufstehen.

Der Wecker klingelt. Ich öffne ein Auge. Ich hasse diesen Ton. Der Klingelton hat etwas schmerzhaftes an sich. Ich drücke auf die Snooze Funktion. Und denke, noch 5 Minuten. Ich habe das Gefühl, als wäre ich gar nicht richtig eingeschlafen. Als hätte ich nur gedöst. Wieder werde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Es gibt Tage, da spiele ich dieses Spiel über eine halbe Stunde am morgen. Und jedes mal erzeugt es erneut den ungünstigen Gedanken. Ich bin doch noch soo müde. Bis ich dann irgendwann auf Grund der Zeit wirklich aufstehen muss, damit ich nicht zu spät komme.

Ich schlurfe ins Bad und durch die Küche, wo ich mir ein Tost mache und einen Kaffee koche. Ja ohne Kaffee geht gar nichts. Der Kaffee muss mich retten. Ein bisschen hilft es, aber eigentlich möchte ich nur schlafen. Ach wäre ich doch nur früher ins Bett gegangen.

Auf der Arbeit ist es dann noch schlimmer als am Vortag. Als ich nach Hause komme, will ich nur noch ins Bett. Aus lauter Erschöpfung gehe ich sehr früh schlafen. Am nächsten Tag geht’s mir besser, weil ich endlich mal wieder ausgeschlafen haben.

Wem ist so was noch nie passiert? Ich nehme an ihr alle kennt so einen Situation oder ähnlich. So und nun schauen wir uns mal an was da eigentlich passiert ist:

Analyse von Szene 1 (Was ist schief gelaufen?)
Also stell dir vor, ich bin auf der Arbeit. Die Aufgabe die ich heute bearbeite ist nicht sonderlich interessant und es kommt ein Gefühl von Müdigkeit. Hier beginnt das ganze Spiel eigentlich schon. Wenn die Arbeit nicht interessant ist oder man sich aus irgendwelchen Gründen nicht wohl fühlt, will man eigentlich gar nicht hier sein. Dann erfindet man einen gedankten, um nicht hier sein zu müssen. Müdigkeit ist eine mögliche Variante. Man kann das ganze Spiel aber zb auch mit Krankheit spielen. Das spiele ich auch gerne. :D 

Ich nehme es kurz wahr und widme mich wieder meiner Aufgabe zu. Ich habe wahrgenommen, dass ich müde bin. Es wird mir bewusst, dass ich müde bin. Kurze Zeit später spüre ich wieder, dass eine Müdigkeit aufsteigt. Ich muss auch schon gähnen, was ja allgemein als Gestik für Müdigkeit steht. Wenn ein und der selbe Gedanke immer wieder gedacht wird, verfestigt er sich. Er wird materiell. Der Körper gähnt. An der Stelle hat sich der Gedanke materialisiert. Gestik ist ja eine Kommunikationsform und meine Kollegin, die auf mein Signal aufmerksam geworden ist, sagt: zu mir: “Ja ich bin auch müde heute. Habe schlecht geschlafen.“ Meine Außenwelt reagiert auf mich und spiegelt meine innerstes. Dieses führt wieder in mir zu einer Bestätigung des Gedankens: Ich bin müde. Ich nicke ihr zu und bestätige, dass ich auch nicht die optimale Schlaflänge gehabt habe. Ich bestätige auch aus sozialen Gründen, die Aussage meiner Kollegin. Sie zu bestätigen ist ein Zeichen von Sympathie. Es kommen Gedanken an meinen Nachtschlaf und ich finde Bestätigung, dass der Schlaf zu kurz gekommen ist. Kein Wunder dass ich so müde bin. Beide widmen sich wieder der Arbeit zu.
Robert Anton Wilson sagte mal: „Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen.“ Wilson spricht da von inneren Anteilen.


Durch den Austausch mit der Kollegin, wurde meine Identifikation mit der Müdigkeit nochmal bestätigt. Jetzt bin ich schon davon überzeugt, dass ich wirklich müde bin. Meine Arbeitsleistung sinkt auf Grund dessen, dass ich ja zu müde bin. Schon wieder materialisiert sich etwas. Ich kann die Müdigkeit im Grunde nur wegschieben, mich vielleicht mit einem Kaffee trösten, der ja bekanntlich wach machen soll und weiter machen. Ich habe den Glaubenssatz, das Kaffee wach macht. Also werde ich mir das bestätigen. Das ist kein persönlicher Glaubenssatz, sondern einer der in der Gesellschaft etabliert ist. Das weiß doch jeder, das Kaffee wach macht. Also muss es so sein. Das hilft, denn Kaffee macht ja bekanntlich wach. Das geht dann ne Weile gut, bis nach einer Zeit wieder das Signal kommt, dass ich müde bin. Und schon fühle ich mich wieder müder.
Woher kommt denn dieses Signal? Wenn du einen deiner Gedanken bestätigst, folgt meist kurze Zeit später eine ähnlicher Gedanke. Achte mal drauf.

So schleppe ich mich auf der Arbeit dahin. Ich habe den Glaubenssatz, dass ich meine Arbeit machen muss. Einerseits macht sie mir viel Spaß, aber es gibt äußere Faktoren, die mir nicht passen. Nach der Mittagspause geht’s mir wieder etwas besser, denn ich konnte mich ja erholen. Ich habe den Glaubenssatz, dass Erholung mit Kraft zurück gibt. Ich bin tapfer und ertrage noch den Nachmittag. Ich denke, zu Hause lege ich mich erst mal hin. Ich projiziere etwas in die Zukunft mit der Annahme, dass es mir da besser gehen wird als im jetzt. Ich möchte nicht hier sein. Kurz vor Dienstschluss sitze ich gemeinsam mit meiner Kollegin, beide vor Erschöpfung gähnend und wartend, dass der Uhrzeiger auf Feierabend umschaltet. Also jetzt gegen Ende des Arbeitstages, werden die Anzeichen immer heftiger. Ich bin ja schließlich jetzt auch sehr viel erschöpfter als heute morgen. Ich habe viel getan. Ich habe den Glaubenssatz. Arbeit ist anstrengend. Geschafft. Endlich. Die Stimmung wird schlagartig besser.

Auf dem nach Hausweg tanke ich wieder etwas Energie. Etwas in mir scheint sich zu entspannen. Endlich zu Hause. Noch mehr Entspannung, denn ich bin endlich alleine und kann mich zurück ziehen. Etwas was ich mir den ganzen Tag gewünscht habe. Ich arbeite mit Menschen und muss stetig eine Präsens nach Außen zeigen. Ich muss den ganzen Tag meine Emotionen regulieren. Ich arbeite mit Kindern, da geht das nicht anders. Eigentlich möchte ich mich aber in mein innerstes zurück ziehen. Das Außen strengt mich an. Nicht nur das. Oft achte ich meine Bedürfnisse nicht, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin. Das ist für Körper, Geist und Seele oft sehr anstrengend.  

Ich entspanne mich. Ich fühle mich schon besser. Endlich alleine mit mir. Endlich zeit für mich. Ich setze mich an den Pc und lese einen spannenden Artikel, der mich dazu inspiriert, dass neue Gedankengebäude in meinem Kopf entstehen. Ich finde etwas was Begeisterung in mir entfacht. Es entwickeln sich positiv besetzte Gedanken in mir. Eigentlich wollte ich mich ja direkt hinlegen. Ich horche in mich hinein, aber jetzt kann ich gar nicht schlafen. Durch die Entspannung und die positiven Gedanken, bin ich im Einklang mit meiner Umgebung. Das was ich gerade lese, ist zu spannend. Plötzlich fühle ich mich wieder hellwach. Ich fühle mich hier wohl und möchte gar nicht schlafen. Die Müdigkeit scheint verschwunden zu sein. Stattdessen bewege ich mich immer mehr auf die Wachheit zu. Es interessiert mich sehr was ich lese. Lieber würde ich schreiben und meinen Tag nach meinen Bedürfnissen gestalten. Aber davor habe ich zuviel Angst. Vielleicht weniger Arbeit und mehr Zeit für das Innen. Mehr Lesen und Schreiben. Aber da sind noch zu viele Ängste in mir.  

Mit meinen Gedankengebäuden bin ich noch bis zum späten Abend beschäftigt. Als ich um 23h auf die Uhr schaue, denke ich, oh es ist Zeit ins Bett zu gehen, denn ich muss ja morgen arbeiten. Der Wecker klingelt um 5h. Und ich war doch heute soo müde. Aber eigentlich bin ich noch hellwach. Da ich mich gesellschaftlichen Zwängen unterordne, muss ich meinen Körper und meinen Geist einem vorgegebenen Schlafrhythmus unterwerfen. Obwohl ich nicht müde bin, muss ich jetzt ins Bett gehen, damit ich den nötigen Schlaf bekomme, um eine Arbeit zu tun, die mir nur zum Teil Spaß macht. Denn ich habe den Glaubenssatz, dass ich ohne eine gewissen Menge Schlaf, morgen müde sein werde. Es kommt Angst auf, wenn ich an den auf 5h gestellten Wecker denke, denn mein Glaubenssatz ist, dass ich erst bei etwa 8 Std. Schlaf ausgeschlafen bin. Es sind jetzt nur noch 6 Std. möglich bis der Wecker klingelt. Theoretisch. Und was ist wenn ich nicht gleich einschlafe? Dann ist es weniger. Oft benötige ich lange um einzuschlafen. Das weiß ich genau, denn ich habe es schon oft erlebt. Und dann war ich am nächsten Morgen total unausgeschlafen und müde und der ganze Tag war im Eimer. Diese Gedanken werden mir gar nicht bewusst. Aber das schlechte Gefühl, welches aufkommt, als ich an 5h denke, beinhaltet sie irgendwie.

Aus Vernunft, gehe ich dann mal ins Bett. Aber ich bin so wach, ich kann noch gar nicht schlafen. Eigentlich würde ich mich viel lieber in meine Gedankengebäude begeben. Da hatte ich Spaß. Die Aufmerksamkeit folgt zum Teil unbewusst den schönen Gedanken und bleibt damit in der Wachheit. Morgen muss ich um 5h aufstehen. Ich muss hat immer einen unangenehmen Beigeschmack. Schon damals musste ich immer ins Bett, obwohl ich noch gar nicht müde war. Und jetzt schicke ich mich schon selbst ins Bett. Schon kommen schlechte Gefühle. Eigentlich müsste ich jetzt schlafen. Ich muss. Ich war heute schon so müde. Wenn man nicht genug schläft, geht’s einem schlecht. Morgen wird’s dann noch schlimmer sein. Wenn ich jetzt nicht schlafe geht’s es mir morgen schlecht. Morgen geht’s mir schlecht. Morgen geht’s mir schlecht. Ich verurteile mich für das nicht schlafen können. Und kreiere gleich mal den morgigen Tag. Wie nennt sich das Realität Creation? Erschaffung der Realität.

Lange liege ich noch wach. Mein Kopf will einfach nicht zur Ruhe kommen. So viele Gedanken, die ich interessant finde. Und ich kann das auch mit schlechten Gedanken spielen. Sich Sorgen machen, funktioniert noch besser. - Oh vielleicht sollte ich doch wach bleiben und den Artikel weiter schreiben? Mein Körper fühlt sich mies an. Da ist die Bestätigung des Körpers. Es hat sich materialisiert. Schlafentzug schadet dem Körper. Er ist schon ganz schön müde. Da ist fast ein Gefühl wie Schmerz. Immer tiefer zoome ich in das schlechte Gefühl rein. Und trotzdem kann ich nicht schlafen. Eigentlich möchte ich meinen Text schreiben. Ich gucke auf die Uhr. Oh schon 1h und um 5h klingelt der Wecker. Scheiße. Ich bin blöd. Das sind nicht mal 3 Schlafphasen. Ich brauche mindestens 4 Schlafphasen, um einigermaßen zu ticken. Es kommen Gedanken auf, die immer unzufriedener machen. Diese finden Bestätigung durch schlechte Gefühle. Irgendwann gelingt es mir dann doch einzuschlafen. Aber ich schlafe schlecht, denn ich habe ständig das Gefühl, als müsste ich bald schon wieder aufstehen. Ich denke sogar im Traum, dass ich schlecht schlafe, damit ich es am Morgen so erinnern kann, falls ich eine gute Traumerinnerung habe. Aber die ist ja eh nicht zu gebrauchen bei 3-4 Std. Schlaf.

Der Wecker klingelt. Ein ich öffne ein Auge. Ich hasse diesen Ton. Mit diesem Gedanken begrüße ich den Tag. Es ist der Gedanke der puren Ablehnung, dessen was ist. Ich lehne den Tag ab. Ich will ihn nicht. Der Klingelton hat etwas schmerzhaftes an sich. Ich drücke auf die Snooze Funktion. Und denke, noch 5 Minuten. Ich habe beobachtet, dass snoozeln die Müdigkeit verschlimmert. Snoozlen eröffnet hervorragende Möglichkeit, um diesen Gedanken, dass man den Wecker hasst und so, gleich mehrmals zu denken, bevor man aufsteht. Ich habe das Gefühl, als wäre ich gar nicht richtig eingeschlafen. Als hätte ich nur gedöst. Das sagt die Traumerinnerung. Im Traum findet eine weiterführen der Tagesgedanken statt. Falls man sich überhaupt an einen Traum erinnert bei 3 Std. Schlaf. Geht garnicht. Wieder werde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Es gibt Tage, da spiele ich dieses Snoozle Spiel über eine halbe Stunde am morgen. Und jedes mal, erzeugt es erneut den ungünstigen Gedanken. Ich bin doch noch soo müde. Gedanken – Bestätigen - Schlechte Gefühle. Ein Teufelskreis. Bis ich dann irgendwann auf Grund der Zeit wirklich aufstehen muss, damit ich nicht zu spät komme. Dieses muss, löst auch schon wieder so viel aus. Ein muss erzeugt nicht selten Widerstand. Womöglich aus Prinzip.

Ich schlurfe ins Bad und durch die Küche, wo ich mir ein Tost mache und einen Kaffee koche. Mit jeder Bewegung demonstriere ich Unlust und Ablehnung des neuen Tages. Ich will in mein Bett zurück. Ja ohne Kaffee geht gar nichts. Der Kaffee muss mich retten. Ich trinke gerne einen Kaffee und spüre auch dass er kurzzeitig wach macht. Aber Kaffee bringt natürlich keine Erholung. Und es geht uns, wenn wir schlecht geschlafen haben, ja eigentlich darum wieder ausgeglichen zu sein. Ein bisschen hilft es, aber eigentlich möchte ich nur schlafen. Ich möchte den Tag nicht. Ach wäre ich doch nur früher ins Bett gegangen. Ich verurteile mich. Das führt dazu das ich Schuldgefühle bekommen. Ich bin selbst Schuld. Schuld erzeugt wieder schlechte Gefühle.

Auf der Arbeit ist es dann noch schlimmer als am Vortag. Ich finde eine Bestätigung meiner Gedanken. Als ich nach Hause komme, will ich nur noch ins Bett. Aus lauter Schöpfung gehe ich sehr früh schlafen. Am nächsten Tag geht’s mir besser, weil ich endlich mal wieder ausgeschlafen habe. Zumindest muss es laut meinem Glaubenssätzen so sein. Ist doch Logisch - Ursache und Wirkung.

Das waren jetzt ca. 24 Std. eines unglücklich verlaufenden Tages, nur mal bezogen auf das Thema Müdigkeit und Wachheit. Und es gibt Leute die spielen das nicht nur einen Tag sondern viele Tage hintereinander. Das sind die die unter chronischer Schlaflosigkeit leiden. Wieviel Prozent des Tages habe ich mit negativen Gedanken verbracht die eben genau das erzeugen, was ich nicht möchte?

Denke bewusst, denn es hat eine Auswirkung! Du kannst das Prinzip auf alle möglichen anderen Themen ausweiten. Du kannst das mit Krankheit, Wut, Angst, Sorgen, oder sonst was spielen. Vermutlich kommt da auch Trauer in dir auf, wenn du zum ersten Mal erkennst, was du täglich mit dir anstellst. Wenn du erkennst, wie du selbst dein eigenes Leid erzeugst. Leid wird zum Großen Teil durch Gedanken erzeugt. Verurteile dich bitte nicht. Sage dir einfach, ab heute nehme ich die Verantwortung an mich zurück.

Wenn man das Prinzip erkannt hat, heißt das noch nicht, dass man es immer schafft, aus den alten Denkmustern auszusteigen. Das braucht viel Übung. Auch ich muss Nein darf noch viel üben. Sei dir einfach immer wieder bewusst, über deine Gedanken.

Die Klarträumer haben da so ein Wort, mit dem sie ihr Bewusstsein trainieren. Kritisches Bewusstsein nennen sie das nach Paul Tholey. Und bisher bestand das kritische Bewusstsein daraus zu prüfen, ob man gerade wach ist oder träumt. Weitet das kritisches Bewusstsein einfach auf eure Gedanken aus. Was denke ich gerade? Das reicht, um eine Veränderung herbei zu führen. Seid achtsam, was sich alles durch achtsamere Gedanken verändert.

Wenn bereits Emotionen auftreten, hat davor ein Gedanke statt gefunden. Häufig erkennt man die Identifikation mit den Gedanken erst, wenn eine Emotion auftritt. Dann hat bereits eine Identifikation mit dem Gedanken statt gefunden. Das geschieht auch unbewusst. Um so mehr du drauf achtest, um so genauer wirst du es mit der Zeit beobachten können und um so bewusster wirst du. Wenn du das tust, könntest du erkennen, wer die Realität kreiert in der du lebst.

Es mag Menschen geben, die sagen werden, das ist doch Blödsinn. Der Körper ist müde und dann muss er schlafen. So einfach ist das. Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht anzweifeln, dass Köper bedürfnisse hat sie befriedigt werden sollten. Und ich möchte auch nicht dazu aufrufen, Bedürfnisse zu übergehen, denn gleichsam versuche ich Emotionen sehr bewusst zu fühlen. Aber nicht jedem Gedanken muss nachgegangen werden, vor allem, wenn es sich um destruktive Gedanken handelt. 

Nun überprüft das für euch nur mal für 3 Tage und schaut, wie sich eure Lebensumstände ändern, wenn ihr bewusst wählt. Seid kritisch mit euren Glaubenssätzen, falls ihr denkt, das geht nicht. Lest indem Fall meine Texte zu Glaubenssätzen und Verhaltensmustern.

Und für alle Klarträumer. Jetzt dürfte es euch doch mühelos gelingen beim wilden, die optimale Einstellung zwischen wach und müde sein zu wählen. Helft euch einfach mit folgendem Trick.

Denkt an etwas euphorisches, wenn ihr zu müde werdet (Wenn ihr Ahnung von NLP habt, dann könnt ihr das evtl verankern). Denkt daran wie sich Müdigkeit anfühlt (zb am Morgen), wenn ihr einschlafen möchtet. Und lasst euch dann abholen vom Schlaf. Spielt mit diesem Regler, bis ihr die für euch optimalen Einstellungen angewählt habt.