Samstag, 12. November 2016

Dämonen, Emotionen, Krankheit

Den Dämonen Nahrung geben, so heißt ein Buch was ich mal im Gespräch über das Arbeiten mit Emotionen empfohlen bekommen habe. Es geht dabei um eine Art Aufstellungsarbeit, nur wird nicht mit Gegenständen oder Stellvertretern aufgestellt, sondern die inneren Anteile werden als Dämon visualisiert.


Ich hatte diese letzten Tage wieder arge inne Konflikte, die mich in meine alten Verhaltensmuster von Depression und Rückzug gezwungen haben. Ich hatte vor einer Woche einen weiteren Teil meiner alten Trauer ausgefühlt. Wie man das macht, mit allen Hindernissen, habe ich im Artikel über Emotionen ausführlich beschrieben. Jetzt möchte ich noch etwas ergänzen.

Erweiternd habe ich mit der „The Journey“ Technik von Brandon Bays gearbeitet, in der man genau wie bei der beschrieben Variante, die Emotion annimmt, fühlt ohne zu Denken. Wir blockieren unserer Emotionen normalerweise durch Denken oder andere Abwehrhandlungen. Deshalb darf im ersten Schritt nicht gedacht werden. Nur gefühlt. 


Erst muss völlige Annahme entstehen. Erst im zweiten Schritt entsteht dann wieder das Denken. Bei mir ist das so, dass ich dann automatisch ein Wort für die Emotion finde. Ich finde diesen Schritt wichtig, damit das empfundene dann auch verbal verarbeitet werden kann. Ich finde es wichtig, die sprachliche Schnittstelle zwischen Emotionen und Ausdruck immer wieder zu trainieren. 

Wenn man die Emotion gefühlt und benannt hat, dann fragt man sich, welche tiefere Emotion liegt darunter. Und im Gegenteil zu Christian Meyers Technik, fühlt man die Emotion nicht stundenlang bis sie verbrennt, sondern man geht dann immer wieder eine Schicht tiefer. So kann es sein, dass man innerhalb kürzester Zeit, sehr viele Schichten annehmen kann. Vermutlich kann man intuitiv ahnen, wann man bereit ist für die nächste Emotions Ebene.

Diese Technik brachte mich innerhalb von zwei Tagen (da beim fühlen auch immer wieder unterbrochen werden darf) in eine Wahrnehmung von Trauer, Wut, Schweigen, Angst, und Rückzug. Ich konnte zum ersten Mal ganz genau erkennen, wie diese Schichten in der Kindheit entstanden und nicht ausgelebten Emotionen zu meinen Abwehrverhalten geführt haben. Solche Erkenntnisse, sind immer eine große Freude für mich. Ja klar ich bin ja ein Versteher, was könnte es schöneres für mich geben. 

Vielleicht können viele Menschen das nicht nachvollziehen. Denn es sieht dann in der Praxis wirklich so aus, dass ich mich Stunden lang in meinen düsteren Emotionen begebe und vielleicht auch heule. Aber gleichzeitig ist da der Beobachter, der sich wahnsinnig über die Erkenntnisse freut, denn diese kommt erst, wenn man Emotionen ganz da sein lässt. Bisher konnte ich mir meinen Rückzug nicht genau erklären. Jetzt kann ich es sehr exakt nachvollziehen. Und dieses verstehen der Entstehung ist für mich so wichtig, um die eigenen Konditionierungen aufzulösen und Handlungsalternativen zu entwickeln.

Ich kam in meiner Taktik des Ausfühlens was ich jetzt schon ca. seit zwei Jahren betreibe, immer wieder an Grenzen. Einmal passiert es auch mir, dass ich auf irgendeinen Abwehr reinfalle. Dabei hilft, dass man eben auch eigene Abwehrreaktionen beobachtet und kenne lernt. Dann gibt es die Möglichkeit, dass man unbewusst wird und unter der Emotion leidet und sich darin verliert und sie vielleicht auf andere projeziert. Das passiert einem auch immer weniger, wenn man darauf achtet, bzw. von anderen darauf hingewiesen wird, dass man sich wieder total in sein Leid oder seine Opferhaltung verstrickt hat. Es ist super wenn man da ein achtsames Gegenüber hat.

Dann stieß ich aber immer wieder an ein Problem, welches sowohl Christian Meyer als auch Brandon Bays mir nicht ausreichend beschrieben haben. Beide sprechen davon die Aufmerksamkeit auf Emotionen zu richten. Bei mir treten aber an irgendeiner Stelle anstatt Emotionen Krankheitssymptome auf. Manchmal nehme ich dann auch verschiedene Energiekörper wahr, die sich alle wild mischen. Und spätestens an der Stelle war ich immer hilflos und überfordert. Ja klar dann fühlt man die Hilflosigkeit. Immer das was auftaucht. Aber das ändert ja nichts daran, dass Krankheit zu meinem Abwehrmuster gehört und mich in meiner Lebensfreude einschränkt und im Muster gefangen hält. Zu diesem Zeitpunkt litt ich an Migräne und Übelkeit, Symptome die auftaten, weil mein Gewissen der Meinung war, ich sollte langsam mal Motivation und Aktivität, anstatt Depression und Rückzug zeigen.

So war ich wieder total aufgeschmissen, denn wie soll man Krankheit ausfühlen? Ich dachte ok vielleicht sind es so Art verschlüsselte Emotionen, die noch nicht gefühlt werden können. Das hatte ich auch schon. Aber alles fühlen half nichts. Dann entdeckt ich dass es das Buch, Dämonen Nahrung geben welches ich damals gekauft, aber noch nicht gelesen hatte, auch als Hörbuch gab und ich hörte es gleich an. Auf der CD wurde man begleitet und das war sehr gut, um direkt einzusteigen.

Man sollte sich den Teil den man bearbeite möchte als einen Dämon vorstellen. Das tat ich. Vor meinem inneren Auge entstand ein Dämon, der meine Krankheit darstellen sollte. Ich habe die Erscheinung eher unbewusst sich gestalten lassen. Es entstand seltsamerweise ein recht nett ausstehendes dämonisches Wesen, obwohl ich eher etwas gruseliges erwartet hatte.

Dann sollte man zwei Plätze vorbereiten. Ich saß im Schneidersitz angelehnt an der Couch, so meditiere ich manchmal. Und ich platzierte ein Kissen an andere Ende der Couch. Man sollte während der Übung den Platz wechseln können, ohne die Augen zu öffnen. Das Kissen sollte den Platz markieren.

Dann sollte ich von meinem Platz aus den Dämon fragen warum er da ist und dann den Platz mit geschlossenen Augen wechseln. Dann saß ich auf dem Platz des Dämonen und sollte in ihn hineinfühlen und antworten. Und es war erstaunlich. Es war ganz anders als ich mir meinen Krankheitsdämon vorgestellt habe. Es war ein Gefühl von einem sehr bewussten achtsamen Diener. Ich antwortete, weil du es mir befohlen hast. Und es war als ob der Dämon ehrfürchtig mir gegenüber war. Das habe ich gar nicht erwartet. Er meinte mein höheres Selbst, nicht mein Ego.

Ich wechselte auf meinen Platz zurück und fragte was er von mir braucht. Dann wechselte ich wieder auf den Platz des Dämonen und es kam als Antwort Einsicht und Mitgefühl. Wieder auf meinem Platz sollte ich ihm, dann geben was er braucht. Und ich sollte mir eine nährende Flüssigkeit vorstellen, die ich ihm gab. Der Dämon verwandelte sich später noch in einen Verbündeten, der mir eine Eigenschaft gab, mit der ich besser für mich sorgen kann.

Anschließend habe ich noch einmal meditiert und den Dämon gefragt, ob es denn wirklich nötig sei, dass er mich immer krank machen muss. Und er sagte ja, es sei nötig. Und ich musste ihm lachend zustimmen. Wäre er nicht und würde mich mit Krankheit einschränken, so würde ich mich in einer Tour überlasten. Ich habe wirklich noch nicht gelernt, mich gut um mich zu kümmern.

Ich erkannte, dass der Dämon der Krankheit tatsächlich mein Freund und Beschützer ist. Und er wird so lange bleiben, bis ich endlich gut für mich und meine Bedürfnisse sorgen kann. Ich bin gespannt, ob und wie der Verbündetet mir helfen wird.

Und Plötzlich habe ich eine ganz andere Sicht auf meine Symptome, die übrigens schnell wieder verschwinden, wenn ich gut für mich sorge und meine Bedürfnisse, sei es nach Ruhe und Rückzug, wahre. Es ist nicht so leicht an der Stelle mit sich selbst stimmig zu sein, besonders wenn man wie ich, sehr sensibel für den Erwartungsdruck von anderen Menschen ist und vor allem für meinen inneren Erwartungsdruck. Und vermutlich darf ich das gerade lernen. 
Mein letzter Kontakt mit meinem höheren Selbst, hat zumindest dafür gesorgt, dass ich im Moment zum ersten Mal dieser inneren Stimme folge. Das ist jeden Tag eine Herausforderung, weil man neue Wege gehen muss. Wege die man immer vermieden hat. Und man weiß nicht, wohin dieser Weg führt. Man geht ins Ungewisse. Diese Unsicherheit versuchen wir wo es nur geht, zu vermeiden, und deshalb bleiben wir meistens in unseren alten bekannten Mustern. Dabei ist es uns lieber zu leiden und Krank zu werden, anstatt sich unseren Ängsten zu stellen. Mein Versteher erkennt das alles, aber diesen Weg zu gehen und sich der eigenen Angst zu stellen, ist nochmal etwas anderes.


Mir fallen jetzt eine ganze Menge Anteile ein, die ich mit dieser Technik einmal betrachten könnte. Aber ich weis nicht so recht, ob ich am Ende einen ganzen Dämonen Zoo haben will.

Ich habe übrigens vor kurzem mit der Technik des Emotionen ausfühlens auch zum allerersten mal bewusst und positiv überrascht, meine Angst gefühlt. Eine Emotion, die ich mir zukünftig gerne noch zum Freund machen möchte. Eine Emotion, die ich immer mit aller Kraft vermieden habe. Ich bin gespannt ob mir das gelingt.

Trotzdem darf ich mich auch immer wieder daran erinnern, dass ich mit mit selbst Mitgefühl haben darf und annehme, wenn ich gerade Rückzug, Zeit oder sonst was brauche. Es geht immer wieder darum in jedem Moment das anzunehmen was gerade ist und sich nicht zu verurteilen. Und oft vergesse ich das noch. Aber es wird besser.

Donnerstag, 10. November 2016

Segmentierung, Grenzen, Angst


Segmentierung ist ein Abwehrmechanismus. Ich habe das Wort in einem Enneagramm Buch gefunden, als es als typische Abwehr der 5 (Der Versteher im Enneagramm) beschrieben wurde und mich sofort erkannt. Segmentierung beschreibt eine Form der Abwehr, die alles in Segmente unterteilt. Zum Beispiel trennt ein Mensch Familie, physische Freunde, Internetfreunde, Arbeitskollegen, etc. und grenzt diese voreinander ab. Das soll den Menschen schützen, indem nicht jede Gruppe über jede Information verfügt. Die meisten kennen bestimmt, das private und das geschäftliche Segment zu trennen. Das macht man ja auch aus einer Angst heraus, es könnte den Beziehungen und seiner persönlichen Abgrenzung irgendwie schaden. Bei manchen Menschen, wie bei mir, ist das allerdings stärker ausgeprägt.

Ich habe bis gerade eben, so eine Grenze gezogen zwischen meinen physischen Freunden, diesem Blog hier und meinem Interesse für Träume, Erwachen, etc. Bisher habe ich mich mit meinen nach innen gerichteten Themen im Freundeskreis, der seit ungefähr 20 Jahren besteht, nicht ernst genommen gefühlt und deshalb kaum darüber geredet. Diese Seite von mir, habe ich aus Angst vor Zurückweisen geheim gehalten. Und nun war auf einmal der Moment da, indem ich das nicht mehr wollte. Herzlich Willkommen, auf meinem Blog. :D

Das interessante ist, dass ich vor einigen Monaten, zwei Träume hatte, die vom Ende der Segmentierung handelten. Der eine behandeltet eben dieses Freunde Thema.

Traum1:

Ich feiere Abschied von meinem Praktikanten. Manchmal ist es auch ein alter Freund aus dem Libanon, von dem ich mich mit 18 verabschieden musste. Dazu sind sämtliche Freunde und Bekannte eingeladen. Ich will noch mehr Leute einladen, doch einige kritische Stimmen sagen, es dürften nicht alle kommen. Ich finde das doof.
Ich setze mich darüber hinweg und lade immer mehr Leute ein. Irgendwie kennen sie alle diesen Praktikanten. Es sind Kita Eltern, Kinder, Freunde aus verschiedensten Kreisen anwesend. „Echte“ Freunde, Freunde aus dem Internet, Klartraumer und Arbeitskollegen sind dabei. Leute die sonst nie zusammen kommen würden. Und darüber freue ich mich am meisten. Das die alle sich treffen und kennen lernen. Das alle zusammen kommen.
Ich schreibe am Tag des Abschiedes allen Bekannten noch eine Gruppennachricht in einer Whatsappgruppe, wo jeder schonmal den Email Account von jedem bekommt.
Es spielt auch noch Deutschland Fussball, deswegen kommen einige später.
Ich laufe zähneputzend durch die Straße.
Plötzlich steht S. vor mir, ich freue mich. Als wir alle zu dem Ort kommen. Wo das Fest stattfinden soll (ein Haus indem mein Freund R. und ich gemeinsam wohnen), kommen immer mehr Leute, die ich vergessen habe. R. hat sich gestoßen und nimmt Globuli, obwohl er sehr anti esoterisch ist.
Alle haben irgendwie vom Treffen erfahren. Einige sind aggressiv, andere aufgeregt, andere gelassen, andere fröhlich. Sie wollen direkt ihre Aufgabe erfahren, denn wir wollen für den Praktikanten kochen. Alle wollen unbedingt dabei sein und helfen.
Jeder bringt Zutaten mit und bekommt eine Aufgabe. Es ist dann doch mehr als nur ein Menü zu zaubern. Es werden Geschichten vorgetragen und Plakate gemalt. Ich hole mein Zeugnis raus mit dem ich immer unzufrieden war und zeige es Rum. Es macht gar nichts, dass ich die nicht alle Schulaufgaben erfüllt habe und ein ausreichend darunter steht. Diese Note sagt nichts über meine Fähigkeiten aus.
Ich bin total euphorisch über das zusammentreffen der verschiedensten Leute. Dann plane ich, dass wir zum Essen alle an einer riesigen Tafel, in einem Garten sitzen. Ich wache mit großer Freude über den Traum auf.

Kurze Deutung:
Dieser Traum deutet auf das Ende meiner Segmentierung hin, der Trennung zwischen den verschiedenen Rollen. Der Traum hat glaube ich im Juli2016 statt gefunden. Die Leute im Traum, stellen im übertragenen Sinne innere Anteile dar. Es geht nicht nur darum, dass sich vielleicht mal meine Freunde und Bekannte kennenlernen, sondern es geht eigentlich darum, dass meine inneren Anteile, die sehr unterschiedlich sind oder sogar miteinander im Konflikt sind, Frieden finden.
Der Praktikant, und auch der libanesische Freund, verkörpern für mich etwas kindliches. Vielleicht ist es ein Abschied von etwas kindlichem. Kindliche Angst. Die kritischen Stimmen streiten mit den anderen Ansichten. Ich setzte mich über den inneren Kritiker hinweg. Ich zeige allen mein schlechtes Zeugnis, aber anstatt mich zu schämen, fühle ich mich Selbstbewusst. Der Traum deutet auf die Zukunft hin, denn das Fest ist noch in Vorbereitung.

Diese Grenzen setzten wir überall in unserem Leben. Wir sehen alles durch die Brille von Konzepten und Modellen und trennen somit die Wirklichkeit in theoretische Konstrukte auf, die wir krampfhaft aufrechterhalten, weil wir sonst Angst bekämen. Jeder macht das, auf unterschiedliche Art und weise. Wir haben zum Beispiel Konzepte von ich und du. Das sind aber nur theoretische Konzepte. 

Es gibt vermutlich noch keinen Wissenschaftlicher, der die Existenz von Ich und Du beweisen konnte. Ja es gibt verschiedene Menschen mit verschiedenen Körpern, aber woher kommt das Gefühl der Identität? Wer einmal erlebt hat, dass dieses Identitätsgefühl sich durchaus verändern kann, der stellt das Konzept der Ich- Identität in Frage. 

Segmentierung und Projektion sind Abwehrreaktionen und gleichzeitig Werkzeuge zur Integration, die es ermöglichen, Anteile zu nutzten, ohne sich damit identifizieren zu müssen. Das ist mir kürzlich aufgefallen, als ich einen Anteil von mir bewusst abgespalten und personifiziert habe, um mit ihm in Kontakt und Kommunikation zu treten. Es ist also nichts schlechtes. Es ist aber auch so, dass es eben eine Angstvermeidung ist, die man irgendwann immer weniger benötigt.

Interessanterweise, ist auch der Traum so eine Abspaltungstechnik, die uns vor unserer Angst schützt, die Orientierung zu verlieren. Würden wir in der Wachwelt erfahren, was wir im Traum erfahren, würden wir Probleme haben, das zu integrieren. Hier ist es auch so.

Uns hilft dabei der Glaubenssatz, dass solange es im Traum geschieht, es geschehen darf, weil es ja ein Traum ist. Wenn die Grenzen zwischen Wachen und Schlafen sich auflösen, kann das sehr erschreckend sein, deshalb sortieren wir uns unserer Erlebnisse in Kategorien. Ich, du, Schlaf, Traum. 

Ich glaube das was im Tibetischen Totenbuch und im Traumyoga beschrieben wird, (Wach sein im Wachen, Traum und Traumlosen Schlaf) ist der Zustand, wo eben diese Segmente wieder zusammenfliessen können und sämtliche Grenzen wegfallen. 

Manchmal darf man sich die Grenzen erst bewusst machen, bevor man sie auflösen kann. Denn eigentlich ist alles nur Eins, es sei denn unser Verstand trennt es.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Hilfe in akuten spirituellen Krisen: Teil 2: Erdung




Aussenstehende sollten immer bedenken, den Betroffenen zu beruhigen und möglichst von unnötigen Reizen abzuschirmen. Weil jemand der sich in einer Krise befindet, sehr sensibel ist, benötigt die betroffene Person Sicherheit. Im spirituellen Sprachgebrauch, nennt sich diese Sicherheit Erdung. 

Erdung ist Sicherheit und Verankerung in der Welt. Du weist bestimmt, welche Tätigkeiten dir Sicherheit vermitteln. Gut sind Tätigkeiten, die dir vertraut sind und bei denen du mit deinem Bewusstsein im Körper bist und weniger im Verstand.

Bei mir ist das Sport, Musik, Kochen, Baden,  Essen u. Trinken (warme Getränke), Schlafen, Barfußlaufen, Ruhen an vertrauen Orten und mich an meinen Freund kuscheln, gewesen. 

Auch hatte ich das starke Bedürfnis auf meinem Po (Wurzelchaka) und mit beiden Füßen auf dem Boden zu sitzen. Wenn du so ein Bedürfnis hast, dann mach was dir gut tut. Evtl. wird dein Körper so etwas von alleine tun, dann lasse es einfach zu. Es gibt da etwas in dir was genau weis was gut für dich ist.

Viele Menschen finden auch Naturaufenthalte und Spaziergänge, Gärtnern, Yoga, Malen, Meditation, etc. erdend. Wichtig ist, dass es etwas ist, was dich aus dem Denken raus bringt und dir persönlich hilft, dich beschützt, sicher in deinem Körper und an einem sicheren Ort anwesend zu fühlen. Wenn du noch nie Yoga gemacht hast, wird das vermutlich nicht das richtige für dich sein. Mache etwas, wo du dich auskennst.

Waldaufenthalte, haben bei mir im akuten Zustand nicht die nötige Sicherheit gebracht. Erst später, als es mir schon etwas besser ging, konnte ich mich auch im Wald gut erholen. Das sage ich aus dem Grund, damit du verstehs, dass nicht jeder die gleichen Aktivitäten als Sicherheit empfindet. Ich kenne Menschen, die sich sehr gut im Wald erden können. Du kennst dich am besten und weist bestimmt bereits, was das genau sein könnte. 

Idealerweise hast du vielleicht schon eine erdende Technik eingeübt, auf die du jetzt zurück greifen kannst. Stelle dir einfach vor, deinen Füße verankern sich wie Wurzeln mit der Erde und das gibt dir eine unglaubliche Sicherheit. 

Es geht auch darum, sich in erdenen Tätigkeiten zu verankern. Die materielle Welt und seinen Körper stellt man dabei bewusst in den Vordergrund, das Geistige, stellt man in den Hintergrund.

Tätigkeiten die die Erdung gefährden, sind für mich Lesen, Fernsehen, Internet, Menschenansammlungen, Dinge aushalten, die ich nicht möchte, negative Gedanken und Glaubenssätze, philosophieren, zu viel Denken, Menschen die einem nicht gut tun. Trenne dich von diesen Dingen kurzfristig und suche erdende Tätigkeiten.

Das ich ungegerdet war, merkte ich an Angstzuständen, Schwindel, Schwanken, ein Gefühl von Ziehen wie bei einer beginnenen Astralreise, Unruhe und Kälte. Ich konnte zb. kurzzeitig etwas lesen und habe dann wieder 10 Minuten Krafttraining gemacht, so ließ sich mein Zustand wieder ausgleichen.

Essen und Trinken sind sehr wichtig, wenn man auf Erdung angewiesen ist. Dabei sollte man keine Achtsamkeits-Diät machen, auch wenn man vielleicht gerade erkennt, dass der Körper ja gar keine Nahrung braucht. Sehr gut hat mich auch das Baden in warmen Wasser beruhigt.

Versuche dem Tag eine Struktur zu geben und kleine Aufgaben zu übernehmen. Ich habe zb viel gekocht. Bei meinem Musikgeschack musste ich mich kurzzeitig auf sanfte Klänge einstellen, dann haben diese mich sehr beruhigt, sobald ich Angst hatte.  

Ich wollte mit diesem Artikel dazu beitragen, dass du deine erdenden Tätigkeiten selbst herausfinden musst. Ich habe von so vielen Leuten immer gehört, geh in die Natur oder schaue Fern, aber für mich hat das die Angstzustände nur noch verstärkt. Mach das was dir gut tut und wo du dich sicher fühlst, was immer das ist. 

Hilfe in akuten Spirituellen Krisen: Teil 1: Einführung

Im nun folgenden Projekt, möchte ich in kurzen Abschnitten Hilfe in Spirituellen Krisen an Hand meiner subjektiven Erfahrungen bieten. 

Eine Spirituelle Krise ist ein Zustand der Überforderung durch die Öffnung zum Unbewussten, die jedoch nicht pathologisch (krankhaft) sondern als Entwicklungschance verstanden wird. 

Dabei können veränderte Bewusstseinzustände, Realitätsschwankungen und Angstzustände, etc. auftauchen, die für die Betroffenen bewältigt und integriert werden müssen. Kurzzeitig kann auch von einem psychotischen Zustand gesprochen werden, der auch zur Gefahr werden kann. 

Diese Zustände können durch Meditation, Yoga, Astralreisen, Traumatas oder Überlastungen jeglicher Art auftreten. In der allegmeinen Medizin und Psychologie werden diese Zustände schnell als krankhaft bezeichnet, während in der spirituellen Psychologie solche Zustände bereits lange bekannt sind und es dort darum geht, diese in das Leben der Betroffenen zu integrieren. 

Der Tiefenpsychologe C.G.Jung nennt zum Beispiel den Begriff der Individuation, der eine Befreiung des Menschen von konditionierten Zwängen beschreibt, bei dem häufig Krisen dieser Art auftreten. Ein wichtiger Verterter der transpersonalen Psychologie ist Stanislav Grof, der mit einer gezielen Atmentherapie, genau solche Zustände bewusst angestrebt hat, um Heilung zu erziehlen. Ken Wilber, ein moderner Philosoph und Bewusstseinsforscher, beschreibt ebenfalls diese Zustände sowohl aus wissenschaftlicher als auch persönlicher Betrachtungsweise.

Meine Intention ist es, Informationen und schnelle Hilfe, über das Phänomen zu verbreiten, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass die medizinische und psychologische Welt im allgemeinen schlecht aufgeklärt ist. Ich spreche aber vor allem Betroffene an, die auf dem medizinischen Weg keine brauchbare Hilfe erhalten. 

Damit du auch im Falle einer akuten Krise mit diesem Text umgehen kannst, ohne dich zu überfordern, lese ihn bitte nur in verträglichen Häppchen. Sollte sich beim Lesen Schwindel, Schwanken oder Angst einstellen, ist das ein Zeichen dafür, das du gerade zu stark im Verstand unterwegs bist. Versuche indem Fall, eine Pause zu machen und eine erdende Tätigkeit anzuwenden, bis die Symptome verschwinden. Lese immer nur soviel, wie du verträgst und gönne dir dann wieder Ruhe. 

Der gesamte Text zum Thema wird in kürze unter einem Link zusammengefasst werden. 

Die Paradoxie von Perspektiven. Spirituelle Krisen. Erwachen.



Lange habe ich schon nichts mehr geschrieben. Das lag daran, dass ich unbedingt Abstand brauchte, zu der Erfahrung die ich vor ca. zwei Monaten gemacht habe, denn ich hatte eine sehr intensive transformierende Krise.

Bisher habe ich viele meiner spirituellen Erfahrungen, dem Leser sehr detailliert und offen beschrieben, weil ich gerne wollte, dass der Blick ins Detail dem ein oder anderen helfen kann.
Ich schreibe meine Texte einerseits, um mich selbst dadurch zu sortieren, um mit Menschen in Kontakt und Austausch zu treten und anderseits auch immer mit dem Hintergrund, dass andere dadurch Hilfe erhalten können. Denn auch mir wird von vielen Menschen geholfen.

Ich weiß, dass gerade diese Offenheit und detaillierte Beschreibung einige Leser besonders interessant finden. Die Erfahrung die ich kürzlich gemacht habe, hinterlässt nun seltsamerweise aber das Gefühl, dieses in diesem Falle nicht in der bekannten Form zu tun. Ich habe immer noch das Gefühl, nicht darüber reden zu können, vor allem auch, weil ich mich mitten in einer Umbauphase befinde und noch nicht weiß, wie das Ganze endet. Es ist auch irgendwie nicht so sehr der Bedarf da, meine Erlebnisse im Detail zu erzählen. Allerdings gibt es da einen Bedarf etwas über Spirituelle Krisen zu schreiben. Mein Ego ist etwas zornig über die mangelnde Einbindung von erweiterten Zuständen in unserer Kultur und ich frage mich, welchen Beitrag kann ich leisten, um im Leser das Thema anzusprechen.

Ich habe wie im letzten Artikel beschrieben, gezielt den Gedanken, ich hätte eine Kontrolle, abgegeben. Dadurch öffnetet sich die Schranke zu meinem Unbewussten und ich geriet in einen Sog, der sich nicht mehr aufhalten ließ. Ich erlebte für Tage subjektiv Zustände ohne Ego-Identifikation. D.h. einige Überlebenstriebe waren noch da, andere nicht mehr. Die gesellschaftliche Anpassung war kurzzeitig ganz weg. Gleichzeitig war etwas da, was das Ganze mit einem Wissen um die Sonderlichkeit meines Verhaltens beobachtet hat und auch intervenieren konnte. Vielmehr erlebte ich eine intensive Verbundenheit, mit der äußeren Natur und eine Rückverbindung mit meinen natürlichen Kräften, Fähigkeiten und Emotionen, die bedingt durch Konditionierung nicht mehr intakt waren. Diese Naturverbundenheit war ein Gefühl des aufgefangen werdens, auch wenn die Zivilisation, so wie wir sie kennen, einmal nicht mehr sein sollte.

Insgesamt dauerte die Erfahrung vom Beginn bis zum Ende ca. 3-4 Wochen und nochmal ca. einen Monat um mich an meine neuen Eigenschaften etwas zu gewöhnen. Ich durfte erfahren, wie intensiv sich mein Ego gegen das Sterben der Identifikation mit dem Mensch sein gewehrt hat und wie eine natürliche Aggression dadurch wieder in mir aufgewacht ist, die ich nun als Freund betrachte. 

Ich wurde mit Wahrheit und Demut konfrontiert, denn ich sah zum ersten Mal einige Eigenschaften von mir, ohne den unbewussten Filter.

Ich war wochenlang hypersensibel für Sinneseindrücke und konnte intensiv riechen, schmecken, hören, sehen und fühlen. Ich habe einen unglaublichen Reichtum wahrgenommen. Subjektiv glaube ich, ist mein Kehlkopfchakra und mein Stirnchakra erwacht. Ausserdem hatte ich starke Kundalini Schmerzen an Füßen und am Wurzelchakra.  Die starke Sensibilität ist mit der Zeit wieder zurückgegangen, vermutlich weil ich das nicht dauerhaft in mein Leben integrieren konnte. Auch das Stinchakra hat sich zum Teil wieder verschlossen. Es ist also in jedem Fall möglich Einfluss zu nehmen. Nichts war daran interessiert, dass es mir schlecht ging, allerdings waren wohl gewisse negative Erfahrungen notwendig.

Diese Sensibilität sorgte allerdings auch dafür, dass ich Alltagsaufgaben nicht mehr angemessen verrichten konnte. Das war immer meine größte Angst, handlungsunfähig zu sein und meine Anpassung aufgeben zu müssen. Und hurra ich bin ihr begegnet. Es war und ist also keine einfache Zeit, für mich und meine Angehörigen. Vor allem mein Freund, der sich in der Zeit intuitiv und intensiv um mich gekümmert hat und meine Eltern, die das Ganze bis heute überhaupt nicht verstehen können.

Es traten sehr starke Emotionen auf. Es gab die Erfahrung von Todesangst, instinktiver Selbstverteidigung und Aggression, spirituelles Sterben, magisches Denken, spontane Klarträume und ein hinübergleiten in die Astralwelt. 

Es traten Erscheinungen auf, in der es keinen Hunger, Durst, Müdigkeit, keine Empfindung für Hitze oder Kälte gab. Zivilisationsängste waren aufgehoben. Angstlosigkeit und Selbstbewusstsein traten an die Stelle von meinem sonst ehr angepassten Ich. Ich folgte meiner Intuition, die sehr viel stärker zu fühlen war, als sonst, entgegen dem rationalen Verstand. 

Für das Bewusstsein ist das kein Problem, sondern Freiheit. Für die Person, kann das allerdings ein Problem sein, da man sich ja in unserer Welt so wie sie ist, auf eine bestimmte Art zu verhalten hat, bzw. die Umwelt mit solchen schnellen Veränderungen der Person nicht klar kommt. Und deshalb ist es mir auch ein Anliegen, beide Seite zu beleuchten und eben auch das Phänomen von Krisen zu betrachten, obwohl es aus der einen Perspektive des Selbst, nie eine Krise gab. Aus der Perspektive geschah, was endlich mal geschehen sollte, damit ich mich von Zwängen befreien sollte.

Gerne würde ich demnächst etwas zum Thema Umgang mit derartigen Krisensituationen aus meiner kleinen subjektiven Erfahrung schreiben, da es kaum verfügbare Informationen zu diesem Thema im Netz gibt. Man muss sich einfach vorstellen, dass es in dem Zustand nicht möglich sein kann, ein Buch zu dem Thema zu lesen, weil man sehr schnell reizüberflutet ist. 

Ja es gibt Informationen, und ich habe selbst einige Bücher von Stan Grof oder Ken Wilber im Schrank stehen, aber diese müssten wirklich in kleinen verdauliche Häppchen verpackt sein. Und ich habe wiedermal nichts derartiges gefunden, was mir innerhalb der Krise helfen konnte. Erst nach vielen Wochen, konnte ich wieder längere Texte lesen. 

Ich konnte einen Satz lesen und war direkt in einer anderen Welt. Deshalb braucht es wie ich finde, unbedingt ganz kurze Texte, Audios, Videos etc., die Betroffene im Falle eines plötzlich auftretenen erweiterten Zustandes helfen können, sich zu erden und zu stabilisieren. Und im Grunde braucht es auch Hilfe und Erklärungen für die Angehörigen.

Ich bin so ein Art Autodidakt und diese Situation, hat mir sehr deutlich gezeigt, warum es nicht ratsam ist, sich alleine all zu weit in erweiterte Zustände zu begeben ohne irgendeine Führung zu haben. Natürlich hat man immer das Leben als Lehrer an seiner Seite und dieser Lehrer hat mich auf unglaubliche Art beschützt und angeleitet. Ich hatte jedoch in der Situation einen ernsthaften Bedarf nach einem lebendigen physisch verfügbaren Menschen, der gewusst hätte, was zu tun gewesen wäre. Nur gab es den leider nicht.

Mein bisheriger Kontakt mit der allgemeinen medizinisch/psychologischen Sparte, die einem lokal zur Verfügung steht, hat mich sehr erschreckt, denn die Möglichkeit, dass so eine Erfahrung zur Gesundung, Heilung und Ganzwerdung beiträgt, ist dort noch nicht angekommen. Außerdem ist es sehr schwer, kurzzeitig jemanden zu finden.
Zustände werden dort im allgemeinen pathologisiert und unterdrückt. Das ist meiner Meinung nach eine große Gefahr, besonders, weil man emotional und gedanklich sehr empfindsam ist und auf Meinungen im Außen reagiert. Wenn man in dem Zustand Hilfe braucht, ist man ganz schön am Arsch (nicht vergessen, das schreibt das Ego, das „Sein“ hat ne andere Meinung).

Deshalb möchte ich unbedingt etwas dazu beitragen, dass Menschen in Spirituellen Krisen Hilfe bekommen, bzw. wissen, wie sie sich selbst helfen können. 

An der Stelle möchte ich einmal die Seiten auf www.senev.de und http://spirituelle-krisen.net/ verweisen, die allerdings auch nur sehr karge Anhaltspunkte bieten. 

In meiner Region gab es zb. keine Therapeuten, die sich mit transpersonalen Zuständen auskennen. Deshalb verfolge ich aktuell die Idee, selbst einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, welche Maßnahmen man in akuten Zuständen anwenden könnte. Natürlich frage ich mich auch, in wie weit ich den Leser nun damit impfe, dass erweiterte Bewusstseinszustände krisenhaft auftreten werden/können. Ich möchte keinesfalls den Glaubenssatz installieren, dass das so sein muss. Es gibt Menschen die Erwachen und lachen und es gibt Menschen bei denen vollzieht sich dieses prozesshaft und kompliziert. Ich gehöre nunmal zu Typ 2. Das kann bei euch aber ganz anders sein.

Zum Glück kannte ich einige Leute, die mir hilfreiche Tipps geben konnten und mich beruhigt haben. Und zum Glück war da ein Teil in mir wach, der mich entgegen ärztlichen Ratschlägen dazu ermuntert hat, bei mir und meinem Weltbild zu bleiben und das Ganze als enorme Entwicklungsmöglichkeit und nicht als pathologische Störung zu betrachten. Und genau das hat mich im Endeffekt auch beschützt und ermöglicht die Krise als entwicklungsfördernd zu betrachten. Das ist aber nicht bei allen Menschen so.

Diese Krise hat dazu beigetragen, dass sich bestimmte Lebensthemen intensiv gezeigt haben und dass ich gerade dabei bin, Themen aufzuarbeiten, die ich schon mein ganzes Leben lang mit mir rumschleppe. Das Unbewusste hat ja die Aufgabe Unverdauliches zu verdrängen und eine Öffnung zum Unbewussten ist somit auch psychisch riskant. Es ist in wenigen Tagen einfach alles hochgekommen und gleichzeitig wahr ich in erweiterten Zuständen, in denen ich mich bisher nur begrenzt auskenne und navigieren kann. Ich bin gespannt wo das hinführt. So das ist die Perspektive meines Egos.

Nun gibt es einmal die Möglichkeit, die Erfahrung aus der Perspektive des Egos zu beschreiben und zweitens aus einer Perspektive, die keine Perspektive und auch keine Angst kennt. Das was ich erlebt habe, war eine Öffnung zum persönlichen und auch zum kollektiven Unbewussten, welches dem Teil der sich als Person identifiziert, hilft sich zu verwirklichen und zu seiner eigenen Authentizität zu finden. Deshalb muss man ganz klar zwischen Ego Perspektive und einer höheren Perspektive unterscheiden.

Aus dieser höheren Perspektive hat es nie eine Gefahr gegeben, denn das was ich bin, kann zwar als physische Form sterben, nicht aber als Ganzes. Und trotzdem sollte man bedenken, dass nicht jeder diesen Zustand aus der gleichen entspannten Perspektive erlebt. Viele erweiterte Zustände der Verbundenheit habe ich aus einer angstvollen und überforderten Ego Perspektive erlebt und das Ego fühlt sich nunmal in solchen Situationen gefährdet. Zweitens gilt es da zu unterscheiden, wo eine Gefährdung irrational ist und wo sie echt ist. In meinem Fall war es durchaus so dass beides auftrat.

Aus der erweiterten Sicht kommt es mir vor, als sei ich eine Katze gewesen, die einfach wieder auf ihre Pfoten gefallen ist. Aber aus der Egoperspektive war es eine Krise, die durchaus gefährliche Passagen enthielt. Nicht jeder erfährt dieses Phänomen aus der gleichen Perspektive. Davon auszugehen, dass es jeder so empfindet, als fiele man irgendwann wieder wie die Katze auf die Pfoten, finde ich falsch. 

Natürlich ist ein ruhiger, entspannter Umgang mit der Situation sehr förderlich.  Das Phänomen als psychische Störung zu betrachten, trägt dazu bei, das die person, noch stärker mit ihren Ängsten konfrontiert wird. Dennoch sollte man auch als erfahrender Bewusstseinsreisender in Betracht ziehen, dass jemand zeitweise Hilfe braucht. Man darf einfach nicht vergessen, dass nicht jeder das Selbe erlebt und die selben Schutzfähigkeiten ausgebildet hat, um selbstständig wieder auf die Beine zu kommen.

Ich hatte mich über einige "Leuchten" mit denen ich zu dieser Zeit kommuniziert habe geärgert, da ich mich in meiner Situation nicht verstanden gefühlt habe. Ich hatte Probleme die Öffnung zum Unbewussten wieder zu schließen, wobei Phänomene wie absolute Schlaflosigkeit auftraten, die es nicht ermöglichten, irgendwie wieder runter zu kommen.

Wie kann man mit dieser Paradoxie umgehen? 

Natürlich sehe ich es jetzt im nach hinein relaxt und somit würde ich nun Krisen anderer Menschen auch relaxter betrachten und trotzdem schließt das nicht aus, dass Menschen Unterstützung brauchen. Im Grunde sollte es für das Ego eines Menschen ja ein Art Mitgefühlt geben, auch wenn man selbst das eigene Ego und die Welt als Illusion wahrnimmt. Ich finde, man sollte sich in die andere Perspektive hineinversetzten können. Und man kann auch einem verängstigten Ego helfen, auch wenn man als großer „Erleuchteter“ weiß, dass niemandem geholfen werden muss. Ein klares Indiz wäre, jemand bittet um Hilfe. :D

Und viele andere Menschen haben wieder intuitiv genau die richtigen Worte gefunden, um mich zu beruhigen. Dafür möchte ich mich nochmal bedanken, bei allen, die sich angesprochen fühlen.

Dies bezüglich frage ich mich auch warum manche „Leuchten“ Suchende in gewissen Zustände bringen, bzw. Bewusstseinserweiterung in andere fossieren, sie dann aber im Falle von Krisen gar nicht nah genug betreuen zu können. Ich finde diesen Zustand in der spirituellen Szene sehr fraglich. In meinem Fall habe ich mich selbst hineingebracht und darf mit meinen eigenen Anteilen ins Gericht ziehen, weil sie unvernünftig waren.

Ich habe in einem unspirituellen Moment erkannt, dass egal wie alltäglich und getrennt, ich gerade bin und mich fühle, immer und in jedem Moment Verbundenheit da ist. 
Ich lebe in jeden Moment in einem Traum, der nicht so beständig ist, wie er uns erscheint. Dieser Traum ist eigentlich sehr flexibel, wenn wir ihn nicht künstlich begrenzen würden.

Das heißt für mich die Realität, ist durchaus veränderbar auch wenn unser wissenschaftlich orientiertes Weltbild, ganz klar beweist, dass bestimmte Dinge nicht möglich sind. Ich denke jetzt, dass alles möglich ist, man muss sich nur stark genug für diese Möglichkeit öffnen. Andere Realitäten sind erfahrbar, allerdings nur, wenn wir uns dafür öffen. Was diese Flexibilität begrenzt, sind alleine unsere Offenheit, unsere Angst und unsere Zweifel, die durchaus eine Berechtigung haben kann, wenn ansonsten eine Gefährdung der Person besteht.

Und im gleichen Moment kam mir dann der Gedanke, dass es dann nie eine Gefahr gab, auch wenn ich in manchen Momenten wirklich alles andere als psychisch gesund erschien. Denn wenn ich jetzt in jedem Moment verbunden und frei bin, dann war ich das schon mein ganzes Leben lang. 

Es gilt deshalb vielleicht vermehrt auf die Flexibilität als auf die Verbundenheit zu achten und sich nicht allzu weit vom Ufer zu entfernen, solange man noch Schwimmflügel braucht. Ich hatte mich einige Zeit damit beschäftigt, welche Ich Stärken (Schwimmflügel) vor solchen Krisen schützen und die Integration fördern. Doch in diesem Moment erkannte ich, dass es gar nicht möglich ist, etwas zu vermeiden oder zu fossieren. Es passiert was passieren soll und wir selbst ziehen es durch unsere Gedanken an. 

Das ist ja quasi bereits ein Teil dieser Flexibilität. Haben wir flexible Gedanken, können wir aussergewöhnliche Zustände erleben. Angst und Zweifel, bremsen das ganze wieder. Aber bereits einige Tage einen flexibelen Realitätsgedanken zu verfolgen, kann schon bewirken, dass man etwas bisher für unmöglich gehaltenes erlebt.

Es ist seltsam, wie so paradoxe Sichtweisen sein können und ich nun zwei Meinungen zu dem Thema habe. Und deshalb möchte ich nochmal erwähnen, dass man immer sehr genau hinschauen sollte, aus welcher Perspektive heraus jemand eine Situation betrachtet. 

Ich betrachte diese Zustände meist aus der Ego Perspektive und bin auch bemüht diese Zustände aus der Egoperspektive und für die Egoperspektive zu beschreiben. Alles andere besitzt für mich einen Hauch von Arroganz und Selbstdarstellung, der ansonsten keinen Zweck erfüllt.