Samstag, 23. August 2014

Matcha oder Maca

Es heisst ja Matcha würde klartrumsteigernd wirken. Dieses Gerücht ist unter Klarträumern mittlerweile weit verbreitet. Aber könnte nicht ursprünglich Maca gemeint sein? Ich kannte Matcha bisher als pulverisierten Grünteeextrakt, der normalerweise ein hochwertiger Grüntee ist und eine Wirkungsweise durch Koffein besitzt. Dieser hatte bei mir jedoch keine Wirkung auf die Traumaktivität, außer nicht schlafen zu können. Ausserdem unterscheidet sich der Inhaltsstoff auch nicht vom grünen Tee im Beutel. Matcha ist in meiner Welt etwas für Teeexperten, sie feine Nuancen schmecken wollen.

Als ich kürzlich in Holland war, ist mir Maca ins Auge gesprungen der aus einer peruanischen Knolle besteht. Ich habe das Zeug im Jumbo Supermarkt im Öko-Fair-Trade Regal gefunden. Welches bei mir die Frage aufwarf, welche Substanz denn ursprünglich gemeint war, die angeblich Klar-Traum fördernd wirken soll? 

Maca wirkt bei mir nämlich völlig anders als Koffein. Ich habe einen knappen Teelöffel ins Müsli Gemischt. Daraufhin wird mir im Körper sehr sehr warm und ich fühle mich geerdet, kraftvoll und positiv. Im Kopf erinnert es ein bisschen an Koffeinkonsum, eher durch schwarzen Tee als durch Kaffee. Aber das Gefühl im Körper ist sehr viel stärker. 



Vorm Schlafen habe ich es noch nicht verwendet, aber das werde ich noch testen. Zu den Inhaltsstoffen zählen viele B-Vitamine und Mineralien. Die Maca Knolle stammt aus den Anden in Peru und ist die einzige Pflanze, die in dieser Höhe wächst. Peruaner verwenden Maca als hochwertige Nahrungs- und Energiequelle und verarbeiten die Knolle in ihrer täglichen Ernährung. 


Maca ist die knollige Wurzel eines peruanischen Kressegewächses aus der Kreuzblütlerfamilie. Maca wächst bevorzugt in den Anden auf über 4000 Meter Höhe, wo die robuste Pflanze scheinbar mühelos Wind, Kälte und aggressiver UV-Strahlung trotzt. Genau diese extreme Robustheit ist es, die sie all jenen schenkt, die sie zu sich nehmen. Schon von den Inka wurde Maca daher genutzt, als diese im 15. Jahrhundert ihre geheimnisvolle Stadt in den Bergen – Machu Picchu errichteten. Die Spuren führen aber noch viel weiter zurück: So soll Maca bereits vor über 2000 Jahren angebaut und als stärkendes Lebensmittel geschätzt worden sein. In Peru wird Maca noch heute – insbesondere von der indigenen Bevölkerung – als Gemüse verspeist und als medizinische Heilpflanze geehrt. Man schätzt sie ausserordentlich ob ihres exorbitanten Nährwertes sowie ihrer verjüngenden. Eigenschaften und isst sie häufig bis zu dreimal täglich.

Dazu wird die Pflanze in Asche geröstet, gekocht, gebraten oder erhitzt, dann getrocknet und hernach zermahlen. Die indigenen Völker der Anden verwenden das Maca-Pulver wie Mehl zum Backen und Kochen. Traditionell wird Macapulver auch einfach in heisses Wasser oder Milch gerührt, was ein süsses nahrhaftes Getränk mit kakaoähnlichem Charakter ergibt. Auch Macabrei ist beliebt. Dazu mischt man Macapulver mit pürierten Früchten und Honig.


In der peruanischen Naturheilkunde ist die Maca-Knolle für ihre wärmenden Eigenschaften bekannt. Ähnlich wie in der chinesischen Medizin teilen die Andenbewohner Nahrungsmittel in erhitzende und abkühlende Nahrungsmittel ein. Daher wird sie bei den Peruanern auch bei arthritischen Beschwerden (Rheuma) und bei Erkrankungen der Atemwege, aber auch zur Förderung der Fruchtbarkeit bei Mensch und Tier eingesetzt. Natürlich hat sich inzwischen auch die evidenzbasierte Wissenschaft auf die kleine Knolle gestürzt und dabei erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Die Wunderknolle Maca kann also – wie wir gesehen haben – sehr viel. Sie senkt den Cholesterinspiegel, optimiert die Verdauung, steigert die Potenz, bessert die Libido, lindert Ängste und Depressionen, erhöht die Fruchtbarkeit und macht stressresistent.

Gerade die stimmungshebende Wirkung deutet auf einen gewissen Einfluss auf das Gehirn hin. Und so ist es auch. Maca erhöht den Energielevel des gesamten Organismus und verbessert auf diese Weise besonders die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit des Gehirns.

Gleichzeitig gilt Maca als Helfer für die Verbesserung der sportlichen Kondition und für den Muskelaufbau. Im Kraftsport wird Maca daher sogar oft auch als gesunde Alternative zu Steroiden bezeichnet. Alle diese Wirkungen erklären, warum Maca gelegentlich als Anden-Ginseng bezeichnet wird und als Allround-Stärkungsmittel für alle Altersgruppen und Einsatzgebiete bekannt wurde. Schliesslich ist auch der Ginseng in seiner Heimat Asien ein Mittel zur Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit – vor allem im fortgeschrittenen Alter. So wird Maca in Peru gerne von Älteren gegessen, aber natürlich auch von Leistungssportlern und körperlich schwer arbeitenden Bauern.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen