Dienstag, 5. Juni 2018

Das Internet - Eine moderne spirituelle Gemeinschaft

Wenn man Facebook hat, abonniert man Menschen die man ausgewählt hat.

So kommt täglich eine Auswahl an Themen zu einem. Man schafft sich also eine selektive Wahrnehmung. Meine Facebook besteht zur Zeit aus einigen alten Freunden und aus einem haufen Menschen, die die Welt sehr bewusst sehen und beschreiben. Dabei neigt man dazu, nur noch das zu sehen, was man auswählt hat, ohne sich richtig bewusst zu sein, dass die Welt der anderen Menschen eben ganz anders aussehen kann. Wenn ich in mein Facebook schaue, könnte ich meinen, bald sind alle Menschen Erleuchtet, wenn das hier so weiter geht. Alle reisen nur noch Astral, jeder ist sich seiner Gedanken die er erschafft bewusst, ich musste mich gerade mal daran erinnern, dass ich in einer selbst geschaffenen Blase lebe.

Das Internet wird gerade von denen, die sich allen Medien entziehen als etwas negatives verstanden. Sich den Medien zu entziehen kann auch für eine Zeit sinnvoll sein, um zu sich zu finden. Aber man sollte da kein Dogma draus machen. Dabei ist das Internet eine riesige Chance für unsere Bewusstseinsentwicklung. Noch nie gab es ein Medium, einen Ort indem jeder seine Meinung offen sagen konnte so wie heute. Noch nie gab es so einen weltweiten Austausch an dem jeder mitmachen konnte. Noch nie konnte man so leicht gleichgesinnte treffen. Natürlich gibt es wie bei allem auch negative Aspekte. Wenn ein Astronaut ins Weltall fliegt, verfällt sein Körper. Jede Entwicklung, bringt Nachteile mit sich.

Und ich denke das wir uns so eine Blase aus gleichgesinnten schaffen hat den Nutzen, dass man sich so mit der Frage nach dem Bewusstsein beschäftigt. Bei den Buddhisten gibt es den Begriff Sangha. Sangha ist die Gemeinschaft der buddhistischen Übenden/Praktizierenden. Wenn wir einen Entwicklungsweg oder eine spirituellen Weg einschlagen, der heutzutage oft ohne Anbingung an eine Religion verläuft, oft sogar über die Wissenschaft und Rationalität verlaufen kann, dann fehlt uns oft so eine Gemeinschaft in der wir Halt finden.

Wir sollten uns bewusst machen, das die digitalen Medien eine moderne Form so einer Gemeinschaft darstellen können. Ich bin sehr froh dass ihr da seid. Ich bin aber auch froh, dass ich noch meinen Job habe und mit meinem Körper raus gehe in die Welt, und so einen Abgleich habe. Auch gerade weil ich damit dem konfrontiert werde, was ich aus meinem Ego heraus in der Welt ablehne. Gerade dann wenn wir im Widerstand mit einer Situation stehen, können wir lernen. Deshalb kann es sinnvoll sein, schwierige Situationen nicht immer gleich zu verlassen.

Immer dann wenn uns etwas triggert, trifft, provoziert, können wir lernen mit der Situation umzugehen, das lässt unser Bewusstsein reifen. Wenn man nur noch in der spirituellen Blase lebt und einem die Auseinandersetzung mit der unperfekten Welt fehlt, dann fehlen einem selbst Anreize sich zu weiter zu entwickeln. Dann dreht man sich immer im gleichen Kreis und bestätigt sich immer wieder selbst. Deshalb möchte ich betonen wie sehr es mich bereichert hat, dass mich Menschen hinterfragt haben und ich mich habe hinterfragen lassen. Gerade im Internet ist es möglich sich angreifen zu lassen, ohne sich zu verteidigen. Denn hier müssen wir keine Angst um unseren Körper haben. Hier können wir uns in Frage stellen lassen und eine Kritik auf uns wirken lassen. Letztlich braucht es beides. Es braucht Ort der Annahme, der Unterstützung, des Verständnisses, und es braucht Orte der Auseinandersetzung damit ein Bewusstsein sich entwickeln kann.

Samstag, 31. März 2018

Kann man durch Denken spirituelles Erwachen finden?


Die komprimierte Antwort: Ja natürlich. Wenn du ein Denker bist, sei ganz du selbst. Sei ein Denker. 

Du bist vielleicht ein Mensch der sich dem Denken und der rationalen Betrachtungsweise des Lebens verschrieben hat, weil das dein authentischer Selbstausdruck ist. Dann geht es dir wie mir.

Wie oft musste ich mir von spirituell geprägten Menschen den Satz anhören: Geht aus dem Verstand. Geh in die Gedankenstille. Lass doch mal das Verstehen los.

Jedes mal mir mir so etwas gesagt wurde, fühlte ich eine Unstimmigkeit in meinem Herzen, denn ich musste verstehen. Es hat sich jedes mal angefühlt, als ob mich jemand für mein so sein verurteilt hat. Es fühlte sich an, als sei ich nicht gut genug, nicht richtig wie ich bin. Meine Intuition konnte ich immer schon gut wahrnehmen, und als innere Stimme oder Gefühl an meinem Herzen wahrnehmen. Ich liebe das Denken, Verstehen und Analysieren, weil es mich beflügelt, erweitert und in eine höhere Schwingung versetzt. Warum sollte man etwas aufgeben was man liebt?

Einige spirituelle Lehrer, halten sich an ihren persönlichen Erfahrungen fest, und geben diese an ihre Schüler weiter, ohne diese in Frage zu stellen. Sie vergessen sich selbst und ihren Weg in Frage zu stellen.

Dann sagen sie ihren Schülern vielleicht: Geh in die Gedankenstille. Sie sagen das all ihren Schülern ohne zu schauen, welches Potential der Schüler in sich hat. Einen Schüler der vom Archetyp ein Denker ist, zu sagen, geh aus dem Verstand, ist als sagt man dem Künstler, hör auf zu Malen, hör auf kreativ zu sein. Sie tuen damit das Gleiche, wie unsere Lehrer aus der Kindheit, die unseren authentischen Selbstausdruck beschränkt haben, indem sie uns aus der kindlichen Unbeschwertheit durch Erziehung, in eine Anpassung drängten. So entstand das Ego.

Wie kann man erwarten, dass man jemanden zum Erwachen führt, wenn man ihm Ratschläge gibt, die sich gegen seine innerste Natur richten? Wie kann man erwarten mit einem Menschen Einklang zu finden, wenn man sich permanent gegen seine individuelle Natur ausspricht? Das Denken ist meine Natur.

Gegen viele Ratschläge habe ich intuitiv meine Liebe zum Denken verteidigt und immer wieder gesehen, ok dann kann das nicht mein Lehrer sein. Immer wieder sah ich, es ist nicht der Richtige, wenn er mich nicht so lassen kann wie ich bin. Denn dieser Lehrer hat etwas ganz entschiedenes nicht verstanden. Er hat nicht verstanden, dass er seinen eigenen Erwachens Weg nicht anderen Menschen überstülpen kann. Er hält sich an seinem Weg fest. Im besten Fall sagt er dann vielleicht noch wir passen nicht zusammen, und sagt ehrlich, ich kann dir nicht helfen oder ich verstehe nicht was du brauchst. Er könnte zugeben dass er ratlos ist. Im schlechtesten Fall, gibt er dem Suchenden dann noch ein Schuldgefühl mit auf den Weg, weil er nicht in sein Konzept in sein enges Weltbild passt. Er ist nicht umsichtig genug, zu sehen dass das Gegenüber schon auf einem Weg geht. Jeder Mensch ist immer schon auf seinem Weg.

Ein Lehrer kann eine wichtige Unterstützung sein, wenn er den Weg des Schülers annehmen und unterstützen kann.

Wenn man auf der Suche ist, dann wünscht man sich Unterstützung durch jemanden der weiß, wo es lang geht. Man wünscht sich Beistand auf seinem Weg. Aber diese Unterstützung muss im Einklang mit dem Weg verlaufen, den man geht. Das Denken als Weg, wird leider häufig als Hindernis und nicht als Weg gesehen, dabei ist das Denken genauso hilfreich und hinderlich zugleich, wie das Malen eines Künstlers auf dem Weg zum Erwachen. Keiner redet aber so negativ über das Malen eines Bildes. Keiner sagt geht aus dem Malen raus, so findet du das Erwachen nicht. Das Denken wird aber permanent auf diese Art verurteilt. 

Ich möchte mit meinem Text auch nicht nur auf das Denken hinaus. Individualität kann auch auch anders ausdrücken.  Ich möchte darauf hinaus, dass jede Ausrichtung eines Menschen immer schon ein Ausdruck seines Weges ist. Jede! Auch wenn du da keinen Weg sehen kannst, ist da ein Weg. Jeder Moment des Lebens, ist ein Schritt auf dem Weg.

Erwachen ist von nichts abhängig. Man kann Stille finden, ohne dass es eine Stille im Außen geben muss. Ich finde die Stille trotz meiner Gedanken. Ich fühle sie in allem. Ich fühle den Raum wo Stille herscht, unabhängig ob da Gedanken sind oder nicht. Du kannst in Mediation sein, ohne zu meditieren. Du kannst vor dem Fernseher erwachen, während du gerade den größten Bullshit schaust. Vielleicht spricht dein höheres Selbst mit dir, wenn du gerade Raumschiff Enterprise guckst und du erwachst. 

Viele Lehrer lehren eine Lehre, in der sie sich an ganz bestimmte Konzepten orientieren, weil ihr Ego an ihrem Weg klebt oder weil sie die Hüter des Wissens sein möchten. Initiation geschieht durch das Höhere Selbst. Der Erleuchtung ist es egal wie du sie erlangst. Jeder kann sie finden der sie finden soll und einen Lehrer braucht man auch nicht zwingend, weil es eben ganz anders laufen kann. Du kannst deinen Lehrer in einem Buch finden, in einer Zimmerpflanze, in deinem Kind, in den Kekesen die du gerade backst. Vergiss bitte alle Konzepte von Erwachen. 

Jeder Mensch funktioniert anders. Jeder Mensch ist ein Individueller Ausdruck seines Selbst. Unser Ego baute sich auf, weil uns in der Kindheit der individuelle Ausdruck versagt wurde und unsere Freiheit eingeengt wurde. Dann kommt ein Lehrer, daher der will uns zum Erwachen führen, indem er sagt hör auf dein Ding zu tun, passe dich diesem Kollektiv an, und unterdrücke dein Potential. Spirituelle Menschen bilden ja auch ein ganz spezielles Kollektiv, indem sie ihre Dogmen pflegen.

So kam es mir immer vor, wenn wieder jemand auf meinem Denken herumreite, und dabei noch meinte er wäre weise dabei.

Das Ego ist ein Teil des höheren Selbst. Wenn das höhere Selbst dem Ego den Impuls gibt durch Denken, Analyse, Verstehen und kritischem Hinterfragen, Selbsterkenntnis zu finden, dann ist das eben der Entwicklungsweg eines Menschen. Entwicklungspsychologisch betrachtet ist ein Mensch der seinem kritischen Bewusstsein folgt, der höchste Ausdruck der Selbstreflektion. Das höhere Selbst gibt dem Ego den Auftrag, sich selbst durch Denken oder meinet Wegen durch Raumschiff Enterprise zu befreien. Dann kann man das nur anerkennen, das dass sein Weg ist.

Und wenn man einen Lehrer auf seinem Weg treffen soll, dann kommt auch der zu einem. Eines Tages kam jemand in meine Leben, der anders war. Er war anders als alle anderen die meinten zu wissen was richtig für mich sei. Dieser Mensch sagte mir: „Du musst noch mehr verstehen.“ 

Und er hatte Recht. Er sah das das Verstehen mein Weg zur Selbstbefreiung war. Ich denke dieser Mensch kam in mein Leben, weil ich da bereits an einem Punkt war, wo ich auf meine Intuition gehört habe. Darum manifestierte sich eine Person im Außen, die mir Bestätigung für mein so sein gab. Das ist natürlich nur ein mögliche Erklärung. Es kam ein Lehrer der mich wertschätze obwohl ich ihm tausend Löcher in den Bauch fragte oder deswegen.

Zu sich selbst zu stehen, zu sich selbst Ja zu sagen, ist ein wichtiger Schritt zum Erwachen. Wenn du zu dir selbst Ja sagst, musst du manchmal zu anderen Nein sagen. Darum prüfe deine Lehrer, Ratgeber, Autoritäten, an deinem Herzen. Glaube niemandem einfach so, nur weil er sagt er sei dieses oder jenes.

"Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
  Glaube nichts, weil alle es glauben.
  Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
  Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
  Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
  Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast."

Diese Worte soll Buddha gesprochen haben. Beziehe diese Worte auf alles was dich umgibt. Hinterfrage deine Eltern, deine Lehrer, die Werte der Gesellschaft, die Religion, die Politiker, deinen Chef, deine Vorbilder, deine Freunde, die Annahmen der Wissenschaft, die Beschaffenheit der Realität und ganz besonders hinterfrage dich immer wieder Selbst. Dann wirst du dich selbst finden. Glaube niemanden auch nicht mir.

Freitag, 30. März 2018

Kreuzigung und Erwachen der Macht

Wenn es um das Loslassen von Machtansprüchen über das eigene Leben geht, haben wir alle meist ein Problem damit. Denn wenn uns ein schwerer Schicksaalschlag widerfährt, sei es Krankheit, Verlust eines geliebten Menschen, Jobverlust, finanzieller Verlust, oder Ähnliches, dann kämpfen wir meist dagegen an. Loslassen bedeutet in dem Fall, den Kampf gegen das Leid und die Veränderung, die im Leben geschehen kann, loszulassen und was immer uns geschieht mit Annahme zu begegnen. Es geht darum, dass wir Ja sagen zu allem was ist.

Zum Beispiel können wir unseren Job verlieren und das annehmen, anstatt im Widerstand damit zu sein und es anders haben zu wollen. Dann erkennen wir, das ein Großteil des Leidens durch den Widerstand mit etwas was ist, geschieht.

Loslassen ist dann Machtverzicht, das dein höheres Selbst von dir fordert. Der Machtverzicht, ist aber nur ein temporärer Zustand auf dem spirituellen Weg. Man sollte sich daraus nicht den neuen Glaubenssatz erschaffen, dass man für immer Ohnmächtig sein soll. Eine Zeit lang war ich in der Trance des Leiders, bis sich die Idee löste. Ich erkannte, dass ich Stolz darauf war, dass ich das ganze Leid meines Lebens tragen, ertragen und annehmen konnte. Und ich habe viel gelitten. Da hatte sich ein neues spirituelles Ego aufgebaut. Das fiel dann wieder ab an einem Punkt wo es einfach an der Zeit war. Es geschah das Erkennen des Stolzes. Ab da ging es weiter.

Wenn man lange oder intesiv genug demütig das Leid und Schicksal angenommen hat, und sich in Annahme geübt hat, wird einem die Macht zurück gegeben. Dann bekommt man vielleicht den Traumjob, den Traummann, den Traumkörper.

Denn es ging nie darum, dass wir untertänige Menschen sein sollen, die sich einem übermächtigen Gott im Außen unterorden. Es ging immer nur darum, dass wir uns der Situation die gerade ist, ganz hingeben, um Mitgefühl zu lernen, aber auch um Vertrauen zu finden, darin dass uns alles gegeben wird was wir brauchen.

Durch den Widerstand gegen das Leid halten wir am Leid fest. Energetisch betrachtet ist Widerstand gegen Leid ein Festhalten am Leid. 

Man löst die Situation auf, indem man den Widerstand gegen das Leid annimmt und dann das Leiden annimmt. Das kann sich ausdrücken, indem wir Gefühle von Minderwertigkeit, Ohnmacht, Schwäche, Hilflosigkeit, Schmerzen, Trauer, Wut, Angst, Enttäuschung, annehmen und auch ausdrücken. Manchmal bedeutet das auch dass man laut jammert, weil sich das Leiden auch ausdrücken muss. Stilles Leiden ist tapfer sein. Stilles Leiden ist keine Hingabe an das Leid. Solange man meint Tapfer zu sein, ist man im Widerstand gegen das Leiden und versucht stark zu sein. Leiden bedeutet sich ganz der Schwäche hinzugeben. 

Durch die Annahme des Leides, geschieht loslassen. Das Ego lässt seine Haltung los, es dürfte kein Leid geben. Das Ego lässt seinen Stolz los. 

Dann versteht man, dass das eigene Leiden und auch das Leid in der Welt seinen Sinn hat. In Wirklichkeit leiden wir am Widerstand gegen das Leid. Wird der Widerstand losgelassen, entsteht innerer Frieden unabhängig von den äußeren Umständen. Man kann dann erfahren, dass man mit dem Leiden im Frieden ist. Zum Beispiel mit dem Jobverlust oder der Krankheit. Man fühlt vielleicht Schmerzen im Körper, ist aber zufrieden, weil kein Widerstand mehr da ist mit dem Schmerz.

Ist diese Prüfung überstanden, hat sich das Ego ganz Gott ergeben und die Ohnmacht angenommen, DANN gibt Gott dem Ego seine göttliche Macht zurück und das stetige Leiden wird beendet. Und dann kann die Identifikation mit dem Leid und dem Leidenden wieder losgelassen werden.

Man kann die Gefühle nachempfinden, die jemand hat der leidet, denn man hat ja selbst gelitten und alle Phasen von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Schmerz, Trauer, Angst, Wut, Lähmung, Krankheit des Körpers, vielleicht bis hin zur Erfahrung der Todesangst etc. durchgemacht. 

Man kann das Leid der Welt fühlen, ohne einen Widerstand dagegen zu haben, obwohl man sich vollkommen davon berühren lässt. Nur deshalb kann man echtes Mitgefühl geben, weil man das alles selbst am eigenen Leib durchgemacht hat und mit allem sein kann und sich diesen schweren Gefühlen ganz hingegeben und ausgesetzt hat. 

Man hat dann keinen Widerstand mehr gegen das Leid in der Welt, dennoch hat man Mitgefühl mit dem Leiden der Menschen, weil man sich selbst in allem wieder erkennt.  Mancher fragt sich, ob das Herzlos klingt, wenn jemand sagt ich bin im Frieden mit dem Krieg. Aber es ist alles andere als Herzlos, denn ich lasse mich ja ganz vom Leid des Krieges berühren. Ich habe nur keinen Widerstand mehr gegen den Schmerz.

Und es bedeutet ja auch nicht, dass man sich nicht mehr für den Frieden einsetzten kann.  Im Gegenteil, ich denke erst ein Mensch der inneren Frieden erfahren hat, ist ein guter Botschafter für den Frieden. Wie soll ein Mensch etwas für den Frieden in der Welt tun, wenn er im Inneren täglich mit sich kämpft? Deshalb rate ich jedem der mehr Freiden in der Welt sehen möchte, bei sich anzufangen und als erstes mal Frieden mit sich selbst zu finden. 

Aber dann kommt eben auch die Zeit, wo man aus der Ohnmacht wieder auferstehen soll und seine Macht zurück bekommt. Ostern ist da ja die Versinnbildlichung dieser Idee. Man nimmt die Kreuzigung an und erfährt dafür Auferstehung, nur dass das auch mal länger als 3 Tage dauern kann. Manche Menschen erfahren diese Kreuzigung und Auferstehung in einem Moment. Andere erleben ein stufenweises Erwachen, indem das ein Prozess über viele Jahre sein kann. Jeder geht seinen ganz individuellen Weg, um auch seine individuellen Talente und Potentiale aus den Erfahrungen zu bilden. 

Wer sich im Ego vom höheren Selbst ganz kreuzigen lässt, erkennt, dass er das höhere Selbst selbst ist, was sich die Story vom Ego erzählt. Dann erfährt man sich selbst wieder als Gott. Man erfährt sich als Schöpfer der eigene Realität. Dann ist man auferstanden oder im Begriff aufzuerstehen. So wie die Kreuzigung über viele Jahre andauern kann, so kann auch die Auferstehung ein langsamer Prozess sein.

Wenn man sich selbst als Gott erfährt, begreift man, dass diese Welt erträumt ist. Ganz ähnlich wie in einem Klartraum, erfährt man sich als Traumfigur (Ego) und Träumer (Gott). In der Bibel heisst es auch der Vater (Gott) und ich (Jesus) sind eins.  Man erfährt sich selbst als Person und als göttliches Selbst wieder als Einheit. Je nachdem womit man sich identifiziert, erfährt man eine andere Perpektive. Manchmal findet mein Ego Sachen doof, während mein höhres Selbst genau weiß, wozu es gut ist.

Man erkennt, dass man sich als Gott das Leid seines Lebens selbst erschaffen hat. Man erkennt, dass man Schöpfer seiner eigenen Realität ist. Man erkennt die Traumartigkeit der Welt. Wenn man bewusst wird in diesem Wach- Traum, erfährt man sein Leben als Klartraum. Und jeder Klarträumer weiß wie gut sich das anfühlt.

Wenn Gott auf sich selbst schaut, und dass kann man in der Mediation tun, erkennt er dass es auch keinen Gott gibt. Gott, Erleuchtung, Ego, das sind alles Geistes-Konzepte, die hilfreich sind, damit man den Weg der Befreiung gehen kann. Das Ego braucht immer einen Weg, den es gehen kann. 

Es bringt nichst sich zu sagen Erleuchtung ist ein Konzept, oder es gibt mich ja gar nicht, wenn man es selbst nicht durchlebt hat. Konzepte sind wichtig für den Weg. Behalte deine Konzepte so lange bis du sie selbst am eigenen Leib geprüft hast. Hinterfrage jedoch jedes Konzept. Glaubes nichts was du nicht selbst geprüft hast. Letztlich kann man erfahren, dass es da Niemanden gibt.

So erfährt man, dass die Welt gleichzeitig leer und lebendig ist. Man erkennt die Leere in der Lebendigkeit. Man sieht dass man sich hier nur eine Story erträumt indem ich die Hauptrolle spiele. Ich bin zwar da, aber ich bin auch Leerheit. Es existiert immer beides, gleichzeitig. Leerheit und Existenz. Das Bewusstein ist erstmal an den Körper gebunden. Aber auch das ist nur der Startzustand, den man bewusst verändern kann, denn wer sich mit Klarträumen und Astralreisen auskennt, weiß dass es auch Bewusstsein ohne körperliche Gebundenheit gibt. So muss die Erfahrung von Leerheit nicht ein Gedanke oder ein Gefühl bleiben, sobndern kann konkret erfahren werden.

Zu erkennen, dass die Welt trotz ihrer Existenz Leerheit ist, hilft im Frieden mit der Story zu sein, egal was die Story gerade für eine Geschichte erzählt, ob da Krankheit ist, oder Krieg, es ist nur eine Story, es ist ein Traum, indem man der Schöpfer, der Träumer ist. Das kann man auch erst so richtig fassen, wenn man seine Gefühle ganz durchdrungen hat. 

Wenn ich Angst habe vor Krieg, dann kämpfe ich gegen den Krieg. Ich kämpfe gegen den Krieg, weil ich Angst habe zu Sterben. Wenn ich aber erfahren habe (nicht gelesen!) dass ich nicht sterben kann, dann ist die Einstellung zu Krieg und Tod anders. Wenn ich erfahren habe, dass mein Leid einen Sinn hatte, ist die Einstellung zum Leid der Welt anders.

Bei mir ist das auch gar nicht eindeutig, schwarz und weiß. Ich habe immer wieder Angst vor den Gefahren der Welt, und ich übe das Sterben immer wieder, weil ich noch Widerstände habe, aber ich weiß, dass das nur mein Ego ist, das da Angst hat. Gleichzeitig weiß ich, dass ich die Ewigkeit bin, die nie sterben kann. In der Leerheit oder in höhrens Schwingungszuständen, kann sich Angst nicht halten.  Es bedeutet nicht Angstlos zu sein, aber seine Angst relativieren zu können und Bewusstheit über die Angst zu haben.

Ich bin nicht nur mein Avatar Steffi. Ich bin der Träumer, der sich als Steffi erfährt. Und so bin ich natürlich auch Steffi. Die Erkenntnis das ich der Träumer bin, gibt dem Ego ein unglaubliches Vertrauen, welches Steffi hilft mit den schwierigen Lebensituationen umgehen zu können, weil ich ja weiß, ich habe diese Story für mich entworfen. 

Bei mir gibt es immer starke Schwankungen zwischen meinem Ego Bewusstsein und meiner Identifikation mit dem höheren Selbst, welches ich in seiner Herrlichkeit vermutlich auch noch nicht vollständig begriffen habe. 

Also mach dir keine Sorgen wenn gerade Leid erfährst. Übe dich in der Annahme der Situation und behalte im Hinterkopf, dass du gerade auf deinem Kreuzweg bist, der aber auch ein Ende finden wird.

Mach dir keine Sorgen wenn du bisher nur kleine Inseln der Glückseeligkeit erlebst und zwischenzeitlich wieder ins Ego fällst. Diese Inseln dehnen sich aus, ganz besonders, wenn du immer wieder in die Annahme gehst, wenn das Ego Leid erfährt. Gebe deinem Leiden und dem Leiden, das du in der Welt sehen kannst, einen Sinn. So unterstellst du das Leid einem höheren Zweck.

Jedesmal wenn du das machst, bist du wieder Jesus am Kreuz und irgendwann wird dein Höheres Selbst sagen, jetzt ist es genug Leid, weil du genug Leid angenommen hast und dann wirst du erlöst. Dann wird sich dein Leben in eine höhere Schwingung bewegen und mehr Fülle, Liebe, Leichtigkeit, Glück, Sattheit und Frieden in dein Leben bringen.

Man erlebt Momente der Einsicht, in denen man auch auf das vergangene Leid des eigene Lebens schaut und erkennt, dass das nötig war, damit sich das Bewusstsein auf diese Art entwicklen, auswicklen, befreien konnte. Man wird zunehmend von Gefühlen der Dankbarkeit überschwemmt, für das was erlebt wird. Und das betrifft dann manchmal sogar das Leid, denn man sieht den Sinn des Leidens. Dadurch das wir einen Sinn im Leiden finden, können wir Frieden mit unannehmbaren Sitauaten finden.

Ein Mensch der sagt: Krankheit darf nicht sein, Krieg darf nicht sein, Hunger in der Welt darf nicht sein, Umweltzerstörung darf nicht sein, der stellt sich über Gott. 

Ein Mensch der meint seine Ethik ist besser als das was in der Welt passiert, hat ein riesen Ego!

Ein Mensch der sich für besser hält, hat seinen Schatten nicht angeschaut, denn jeder Mensch ist auch destruktiv. Wenn du deine Destruktivität ansiehst und annimmst, das du das auch bist, dann kannst du nicht mehr mit dem Finger in die Welt zeigen und sagen, das ist falsch und das ist falsch und stetig meinen du einzig wärest gut und die anderen machen alles falsch.

Demut bedeutet dieses Urteil darüber wie die Welt zu sein hat, zurück zu nehmen und mit allem einverstanden sein. Das bedeutet sein Ego loszulassen. Und man muss vor allem bei sich selbst anfangen und sich selbst gestatten so zu sein, wie man ist. Man muss sich auch gestatten seine dunklen Anteile auszuleben. Man muss das Urteil über sich selbst zurück nehmen. 

Und Hey ich bin im meinem Ego auch Pazifist, mag keine Umweltzerstörung, Krieg und Krankheit; ich war immer Idealist, habe einen sozialen Beruf gelernt, um die Welt zu verbessern. Ich musste meine gesammte Haltung der Welt gegenüber, meinen Idealismus, meine humanistische Ethik  in Frage stellen und loslassen. Ich musste alle Vorstellungen wie die Welt und ich zu sein haben, loslassen. Aber nur durch die Annahme dessen was jetzt ist, und wie ich bin,  wurde meine Kreuzigung beendet.

Das Leiden war nötig bis zu einem gewissen Punkt. Ab einem Punkt erkennt man, dass das Leiden eine Lebensphase, eine Stufe der Entwicklung umfasst, die man durch Annahme überwindet. 

Die Kreuzigung Jesus ist ein Symbol für jemanden, der das Leiden vollständig angenommen hat. Die Auferstehung ist ein Symbol, das man seine seine göttliche Macht wiedererhält. Beides hängt zusammen. Ohne Kreuzigung, keine Auferstehung. Frohe Ostern.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Memento und das Selbstbild

An Hand eines Beispiels der Interpretation eines Films, möchte ich heute dazu anregen, die objektive Fähigkeit zur Beurteilung und Deutung einer Situation in Frage zu stellen und zweitens einen interessanten Film anzuschauen. Dazu verwende ich heute den Film Memento, der meiner Meinung nach inhaltlich von der Aufrechterhaltung und der Zerstückelung des Selbstbildes handelt. Daher möchte ich euch diesen Film empfehlen.

Eine kurze Inhaltsbeschreibung. Um an dieser Stelle nicht zu spoilern (den Inhalt zu verraten) mache ich es kurz. Im späteren Verlauf gehe ich natürlich auf den Inhalt des Films ein.

Ein Mann erwacht in seinem Körper und hat sein Kurzzeitgedächtnis verloren. Kleiner Verständnis Tipp, der Film läuft rückwärts. Er versucht herauszufinden was passiert ist.

Memento ist für unter 3 Euro bei Amazon, online als Stream beziehbar. Wer den Film gerne sehen möchte, bevor er meine Interpretation liest, sollte hier innehalten und erst später weiter lesen. Eine weitere Möglichkeit wäre den Film durch meinen Augen zuschauen und so vielleicht eine andere Perspektive zu erleben, als die eigene. Sehr gerne würde ich auch von eurer persönlichen Perspektive hören, weil ich jede Perspektive als Erweiterung der eigenen Wahrnehmung interpretiere. 

Bevor ich zu meiner Interpretation des Films und der erwähnten Metaebene (Aufrechterhaltung des Selbstbildes) komme, muss ich meine ganz persönliche Perspektive und meinen persönlichen Kontext des Films kurz vorstellen, denn für mich ist diese Sichtweise wichtig, für die Betrachtung des Films und für die Betrachtung der Fähigkeit des Lesers, auf Grund meiner Interpretation, perspektivisch zu Denken.

Ich kannte diesen Film bereits, weil ich ihn vor 10-15 Jahren schon einmal gesehen hatte. Ich hatte ihn positiv in Erinnerung und ihn mit Freunden in einer lockeren Runde geschaut, jedoch in einem anderen Kontext verstanden als heute. Als ich kürzlich nach Filmen suchte, die ich gemeinsam mit einem Freund schauen könnte, ist mir seltsamerweise auch Memento wieder eingefallen, obwohl dieser von den anderen Filmen, die ich auf Grund des Bewusstsein und Traum Themas ausgesucht hatte, wie ich meinte, abwicht. Trotzdem tauchte er auf. Er stand zuerst auf einer Liste, mit den ausgesuchten Filmen, doch ich nahm ihn dann wieder runter. Denn ich hatte ihn als intelligenten Aktion Thriller, mit vielen Überraschungselementen und Humor in Erinnerung (Siehe Verfolgungs- oder Duschszene), wollte aber einen Bewusstseinsfilm gucken. Deshalb war es interessant für mich, wie unterschiedlich ich selbst, ein und den selben Film zu unterschiedlichen Lebenszeiten interpretiert habe. Ich sage zu meinem Freund, ist ein Aktion Film, geht diesmal nicht um Bewusstein. Haha.

Ich hatte mich bei Memento eher an eine Film- Kategorie a la Quentin Tarentino (Pulp Fiktion), auf Grund der Nonkonformität und überraschenden Wendungen und Zeitsprüngen erinnert, denn das war die Ebene, die ich damals verstanden hatte, als ich den Film zum ersten Mal sah. Damals mochte ich den Film auf Grund der Überraschungsmomente, aber mehr konnte ich mit ihm nicht anfangen. Deshalb schloss ich den Bewusstseinsaspekt, der mich heute interessiert, aus. Seltsamerweise kam der Film dann trotzdem zu mir.

Ich fragte mich vor einigen Tagen wiedermal nach meiner Erinnerungsfähigkeit im Bezug auf Reinkarnationsthemen bzw. die Überwindung der Identifikation und den höheren Sinn meiner Ego Existenz. Warum musste mein Leben so verlaufen? Nur damit ich mich Selbst erkenne, oder gab es noch einen weiteren wichtigen Grund für meine Geschichte? Warum wurde denn das Thema meines Lebens ausgesucht? 

Gleichzeitig fielen gerade wieder Themen meiner Ego Identifikation von mir ab, zb die Idee meiner Ausrichtung auf die Vergangenheit, Kindheit, Anhaftungen an das psychologische Weltbild, weil cih dem Schmerz endlich ins Auge gesehen habe. Anhaftungen die den Sinn haben, das Selbstbild immer wieder neu zu bestätigen, zu re-inzieniren und das loslassen des Selbstbildes und somit das kontinuierliche erfahren der Ich-losigkeit,  verhindern, weil erst der Schmerz geschaut werden muss.

Auf der Diskussions Plattform Discord wurde der Film gestern „zufällig“ als Objekt für eine philosophische Analyse vorgeschlagen, nur wenige Tage, nachdem ich ihn selbst von der Liste nahm, weshalb ich den Film geschaut und diesen Text begonnen habe, zu schreiben. Also konkret ausgedrückt erlebte ich eine starke Synchronizität. Eine Synchronizität ist das Zusammenfallen der Gedanken und der äusseren Umstände.

Nun versuche ich den Film mit Hilfe der Symbolik zu interpretieren, wie ich sie persönlich verstehe. Natürlich kann ich den Film nur durch mein Weltbild, durch meine Symbolik und letztlich durch mein Selbstbild heraus analysieren. 

Gerade das ist ja im Vergleich mit den oben genannten persönlichen Umständen, so interessant, weil man so auf der nächsten Ebenen dieses Textes verstehen kann, wie wichtig das persönliche Weltbild und Selbstbild für die Interpretation einer Situation und der Wahrnehmung ist, und dass es deswegen keine Objektivität in dieser Welt geben kann. 

 

Es gibt nur ein unendliche Perspektive, die von unterschiedlichen Sichtweisen aus betrachtet werden kann. Deshalb möchte ich darauf hinweisen, dass meine Interpretation nur eine Perspektive ist, die entsteht, wenn ich durch meine Brille der Erfahrung und Wahrnehmung auf den Film schaue.

Diese Perspektive ändern sich im Zuge der Lebenserfahrungen und der Veränderung von Ansichten und natürlich von Mensch zu Mensch. 

Das Selbstbild ist selbst innerhalb eines Menschen ja nicht starr. Das Ego ändert sich, obwohl es sich in dem Grundzügen selbst aufrecht erhält, solange dieses einen Sinn erfüllt der erfüllt werden muss. So erklärt sich auch, dass ich heute in dem Film weit mehr sehe als früher.

Nun zur der Symbolik. Ich persönlich (also in meiner Welt) verstehe ich die Symbolik des Films innerhalb psychologischer und spiritueller Themen, weil das eben mein momentanes Selbstbild widerspiegelt und ich die Welt durch diese Brille interpretiere. Gleichzeitig stelle ich dieses Selbstbild in Frage, weil ich den Mechanismus dahinter erkenne. Und gleichzeitig tue ich es, weil ich Ich bin. 

Das ist ein Aspekt den viele Leute oft nicht verstehen, wie man verschiedene Perspektiven auf eine Situatioin haben kann. Das liegt daran dass man unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann. Und ja das geht sogar gleichzeitig, selbst wenn man sich selbst wiederspricht.

Es wäre für mich eine spannende Frage, ob ihr es schafft den Film oder eine Situation unabhängig von eurem persönlichen Selbstbild zu sehen? Wenn ja freue ich mich, wenn ihr mir schreibt. Denn das ist ebenfalls eine Frage, die ich mir in den letzten Tagen gestellt habe, und die nun durch den Film wieder auftaucht und beantwortet werden möchte.

Zu meiner Interpretation der Symbolik. Das Hotel ist für mich ein Symbol für ein vorübergehendes zu Hause in einem menschlichen Körper, welches an die Identifikation mit einem Mensch sein erinnert, eine vorübergehende Identifikation mit einer „Traumfigur“. 

Wie im Film mehrfach zu beobachten, wird die Identifikation mit der Figur Lenny von Lenny selbst, nie in Frage gestellt. Die Umwelt wird in Frage gestellt, aber nicht das Selbstbild. Das ist ein typisches Verhalten welches man im Umgang mit Menschen beobachten kann. Wie viele Menschen stellen die Umwelt und Frage und wie viele sich selbst? Den starken Sog der identifikation des Bewusstsein mit dem Traumkörper,  kann man durch die Erfahrung anderer Bewusstseinszustände erleben, wie zb im Traum oder im Klartraum. Dort kann man beobachten, dass die Ich- Identifikation mit wie im Beispiel der Figur Lenny, fast sofort geschieht und sehr fest ist.

Geübte Klarträumer können ihre Identifikation im Traum von der Traumfigur abkoppeln, in andere Körper schlüpfen, als freier Beobachter über der Szene schweben, oder die Szene und jegliche Identifikation mich selbst ganz auflösen. Das ist in der Wachwelt meiner Meinung nach ebenso möglich, wenn auch ich nicht unbedingt in physischer Identifikation (wobei ich das nicht ausschließe; aber wohl nur sehr wenige „Menschen“ in der Lage dazu scheinen). Denn die Stadien der Auflösung der Identifikation mit seinem Selbstbild, sind die Stadien der Bewusstseins Entwicklung die in vielen spirituellen Schulen beschrieben werden und aktuell zb in Form wissenschaftlicher Auseinandersetzung in Psychologie, sowohl Grenzwissenschaften mit den Phänomen Traum (und weitere körperlose Bewusstseinzustände), immer mehr Einzug in die Mitte der Gesellschaft, unabhängig von Spiritualität, Religion und Glaube, finden.

Der Film läuft rückwärts, welches für mich darauf hinweist, dass die Entwicklung des Menschen eher einem Auswickeln aus einem unbewussten Zustand der Trübheit geschieht und kein dazugewinnen von Erfahrungen ist. Es ist eine Rückerinnerung durch bestimmte Auslöser. Wie das Wort Religion als Rückverbindung mit dem göttlichen Selbst verstanden werden kann, so können auch psychologische Aufarbeitung oder schamanische Zerstückelung, mögliche Wege aufzeigen, wie so eine Rückverbindung mit dem Ursprünglichen Selbst geschehen kann. Der Rückwärtslauf des Films ist ein Versuch, diese Aufarbeitung symbolisch darzustellen. Er ist die Suche nach dem Ursprung der eigenen Existenz, der im Anfang zu finden sein scheint. Dieser Gedanke löst sich erst auf, wenn Anfang und Ende wider als göttliche Einheit wahrgenommen werden, inder Zeit nicht existiert.

Lenny tätowiert seine Erinnerungen auf die Haut, um bei jedem Gedächtnisverlust, Hinweise zu finden. Diese bedeutet, dass wir Menschen unsere schmerzhaften Erinnerungen und Traumata in unserem Körper abspeichern, wie es die Bioenergetik, die östlichen Weisheitslehren und die Tiefenpsychologie vielfach beschreibt. So können wir diese Schmerzen die in unserem Leben statt fanden, für eine Zeit vergessen (abspalten, verdrängen) und können ihn uns später über die Auseinandersetzung mit dem Körper zb. in Form von Krankheit oder Körpertherapien wieder zugänglich machen. Der Körper ist ein Erinnerungsspeicher auf den man mit etwas Übung zugreifen kann. So kann unser Schmerzkörper, wie Eckart Tolle den Komplex des Traumas nennt, uns wie im Film, zu Erkenntnissen und Erinnerungen zb an die frühste Kindheit oder an vergangene Leben, oder wie im Film, an traumatische Erfahrungen wie zb. zu Lennys Unfall führen. 

Der Körper ist weiterhin ein Symbol für die physische Existenz und den Materialismus. Unsere Welt ensteht auf Grund unserer Gedanken, die sich in materieller Form in der Welt manifestieren. Materie sind fest gewordnen Gedanken. So wie in der Körpertherapie ist es deshalb ebenfalls möglich, die Verbindung zu göttlichen Selbst über andere Erscheinungen der Materie zurück zu gewinnen. So kann eine Auseinandersetzung mit Traumata im Form von Umweltzerstörung oder dem Blick zur politischen Weltbühne, also im Aussen, genauso zu einer Aufarbeiteung und Rückbesinnung des göttlichen Selbst führen. Die Wege sind vielfältig. Lenny folgt vielen Hinweisen. Wer auf einer bewussten spitituellen Suche ist, folgt in der Regel ebenso vielen Hinweisen. Religiöse Schriften und spirituelle Praktiken,  können somit ebenfalls ein möglicher Weg zur Rückbesinnung sein.

Lenny fallen seine Tattoos immer wieder ganz plötzlich auf, so wie wir oft plötzlich durch Symptome unseres Körpers aufmerksam gemacht werden, dass wir uns dem Körper und seinen Empfindungen zuwenden sollten. Ebenso könnte im Außen eine prlötzliche Situation auftauchen, der wir uns zuwenden müssen. Die materielle Dimension des Körpers wird als Sicherheit auf Grund der Sinneserfahrung im Hier und Jetzt verstanden.

Lenny sagt an einer Stelle im Film: „Wie soll ich meine Wunden heilen, wenn ich die Zeit nicht empfinde?„ Dies deutet auf den Sinn der Selbsterfahrung im Zustand des Ich-Bewusstseins hin. Wie soll ich mich erfahren, wenn nicht durch die Form begrenzt durch Raum und Zeit. Wie soll Gott sich selbst erfahren, wenn nicht durch die subjektive Perspektive eines begrenzten Lebewesen?

Die Tattoos sind spiegelverkehrt, damit sie nur im Spiegel erkannt werden können. Die Psychologie bezeichnet das Phänomen des Spiegelns mit dem Wort Projektion, welches eine Abwehrstrategie des Unbewussten darstellt. In der Projektion sieht man eigene unbewusste Themen in einer Funktion des Spiegelns in der Umwelt. Dh. man sieht zb. die eigene unbewusste Destruktivität, wenn man auf die Welt und seine Menschen schaut, erkennt aber nicht, dass man Selbst Teil dieser Destruktion ist. Der Mensch kann sich oft nur im Spiegel erkennen. Wir spiegeln uns durch die Umwelt, die Gesellschaft, die anderen Menschen und Lebewesen. Wir erkennen die Aggression im Außen, den Lügner im Außen, zb den Politiker der uns hinters Licht führt, jedoch sehen wir unsere eigene Aggression, unserer eigene Lüge, unseren Selbstbetrug? Innen und Außen müssen wider in Verbindung gebracht werden. So erkennt Lenny im Spiegel seine Tattoos als Hinweis auf seine Frage, die er sich stellt.  Wer hat meine Frau umgebracht? Was ist damals passiert?

Er nimmt seine Frau immer wieder als Idealbild von Liebe wahr. Die Erinnerung an Lennys Frau spiegelt für mich, die Verbundenheit mit seiner eigenen göttlichen Quelle, seinem abgespaltenen Teil. Es ist ein paradiesischer Zustand für Lenny, sich an seine Frau zu erinnern. Die Liebe zur Frau steht für das Paradies und die göttliche Einheit mit allem. Denn Lenny hat diese Liebe immer dann von seinem göttlichen Selbst eingegeben bekommen, wenn er mit ihr zusammen war, sei es in Gedanken. Doch dann wird er aus dem Paradies vertrieben. Das Bett ist plötzlich leer und kalt und er sieht wie sie ermordet wird. Das ist die Vertreibung aus dem Paradies und das Urtrauma, die jedes Ich-Bewusstsein, meist biografisch verstanden, erfährt.Um das zu verstehen, muss man in mehreren Ebenen denken. biografisches Ich und göttliches Ich.

Die Trennung ist durch das höhere Selbst, also Gott selbst inszeniert worden. Das Urtrauma ist die Trennung der Verbundenheit mit sich Selbst, welches im Kontext des Lebens oft als Ablehnung in der Kindheit oder anderen Situationen, die ein nachhaltiges Trauma oder einen tiefen Bruch im Leben hinterlassen, gesehen werden kann. Im Film symbolisiert der Tod Lenny Frau diese Trennung.

Lenny stellt sich die permanente Frage von wem ist seine Frau ermordet worden? Am Ende des Films stellt sich heraus, dass Lenny selbst der Mörder war. Er (Gott) hat sich das Leid der Getrenntheit auferlegt, damit er (Lenny, das Ich- Bewusstein) den Mörder seiner Frau sucht.

Dies zeigt dass wir uns aus unserer göttlichen Identifikation heraus, selbst (Ich-Bewusstsein) in schmerzhafte Lebenssituationen bringen, damit wir die Suche nach dem Schuldigen oder den Ursachen beginnen. So beginnt nach dem Gott sich selbst vergessen hat, die Suche nach sich Selbst (Gott). Die Suche wird dann zu unserem Selbstbild, welches sich so lange aufrecht erhält, bis wir uns selbst, als Gott ins uns wieder gefunden haben. Gott musste sich selbst vergessen, damit er sich selbst als Ich-Bewusstsein wieder finden konnte.

An dieser Stelle im Film weigert sich Lenny allerdings, seine Täterschaft anzuerkennen, weshalb er sein Selbstbild weiterhin aufrecht erhält und die Gotteserfahrung leider verpasst. Warum er so handeln muss, geht nicht hervor. Jedoch denke ich, wenn Gott sich selbst verweigert sich zu erkennen, muss es einen Grund für diese, wenn auch aus dem Ego unbewusst wirkenden Entscheidung, geben.

Die Entscheidungist nur aus dem Ich Bewusstsein heraus gesehen unbewusst, denn Gott hat den Plan für Lenny ja schon längst fertig. Die Welt ist determiniert. Wir sind nur Beobachter und der der Handelnde, auch wenn wir es durch die starke Identifikation, die eingangs erwähnt habe, so wahrnehmen.

Lennys Rachegefühle sind so stark, dass er sein Selbstbild nicht loslassen kann. Rache ist eine Form vom Wut, die verhindert, dass wir uns unserem Schmerz zuwenden. Oft müssen sich Emotionen erst vollständig lösen, bis das Ich-Bewusstein einverstanden ist, mit der Auflösung der Identifikation. Deshalb kann Dissoziation von Problemen, auch nicht zur Erlösung führen. Lenny müsste wohl seine Rachegefühle betrachten, um den darunterligenden Schmerz zu finden. Emotionen schieben sich wie Schichten übereinander. Um sich dem Urschmerz zu widmen, müsste Lenny sich also alle Schichten aus Emotionen bewusst zuwenden. Er agiert diese aber aus. Leider kann er so keine Heilung finden. 

Lenny vernichtet die Akte um seine Tat (als Gott) zu vergessen und seinen Wahn (Lebenssinn) aufrecht zu halten. Die Story (Ich muss den Mörder meiner Frau finden) verleiht dem Leben einen Sinn, deshalb hält Lenny an der Story fest. Was passiert wenn wir die Vergangenheit und denn Sinn loslassen? Das Ego löst sich auf.

Es ist also alles genau Richtig wie es läuft, nur tut mir das ganze für Lenny leid, denn ich wünschte ihm dass er sich erkennt und sein leiden somit beenden kann. Ich habe Mitgefühl mit Lenny, obwohl ich weiß, dass alles richtig läuft.

Samy und seine Frau dienen Lenny als Projektionsfläche, obwohl man im laufe des Films nicht mehr verstehen kann, ob es Samy und die Frau, je wirklich gab. Es scheint, dass Lenny an einer Psychose leidet und Realität und Fiktion verwechselt, bzw. lösen sich bei der Selbsterkenntnis feste Vorstellungen der Realität auf. Unter diesem Aspekt gibt es auch keine Psychose oder falsche Wahrnehmungen. Es gibt nur das was ist, auch wenn es nicht mehr in unsere Weltbild passt. Spirituellen Psychosen sind häufig Begleiterscheinungen, wenn sich der Film des Lebens auflöst. 

Abspaltung und Projektion der eigenen Persönlichkeit, (im Film als Amnesie dargestellt), sind Ausdruck der Unbewusstheit und der Abwehrmachnismen der eigenen Täterschaft. Wenn bereit ist die eigenen Täterschaft anzuerkennen, kann die Projektion vom der Umwelt heruntergenommen werden. Das heisst, man muss erkennen, dass man sich sein Leid im Ich-Bewusstein selbst (als Gott) zufügt. Auch wenn einem andere Menschen innerhalb des Films leid zu fügen, so ist dies der eigene Wille. ERkennt man diese möglichkeit an, beginnt man das Festhalten am Selbstbild loszulassen. 

Dann kann man sich dem eigenen Schmerzen stellen. Lenny müsste seine Täterschaft anerkennen und sich dem eigenen Schmerz stellen, um sich selbst zu erlösen. Lenny wird dies vermutlich tun, wenn er dazu bereit ist. Vielleicht schafft er das aber auch nie. Lenny hatte nie eine Wahl dieses zu tun oder auch nicht. Gott entscheidet wann Lenny erlöst wird.  Ende meiner Interpretation.

Ich möchte darauf hinweisen, dass meine Interpretation nur eine Perspektive ist, die entsteht wenn ich durch meine Brille der Erfahrung und Wahrnehmung auf den Film schaue.  

Dazu ein Einwurf eines bekannten Linguisten zur Determiniertheit des Wortes IST

Alfred Korzybski hat herausgefunden, dass Du mit dem Wort IST Deine Realitätswahrnehmung markierst, als wäre sie die tatsächliche Wahrheit. Zwei Menschen, zwei Welten, zwei Wahrnehmungen – und jeder hält die seine für wahr. 

Eine gute Basis für Auseinandersetzungen. Korzybsk schlägt deshalb vor, an Stelle des Wortes “ist” einen Ausdruck wie “in meiner Welt”, „Meiner Meinung“ „Ich glaube“ zu verwenden und damit die Relativität Deiner und der Wahrnehmung Anderer zu markieren. Das hat allerdings einen Nachteil: 

Du kannst Dich dann nicht mehr mit Anderen streiten, weil jeder “nur” eben seine Weltsicht darstellen und vertreten kann.

Was aber wenn der Streit zum Selbstbild gehört?

Wenn mir jemand sagt, ich interpretiere meine Umwelt auf Grund meines Weltbildes, dann kann ich nur sagen Natürlich. Das tut jeder von uns! 

Das Selbstbild, welches sich aus Angst vor dem Ego Tod, selbst aufrecht erhält, sieht die Welt durch die Brille des Selbstbildes. 

Selbst die Objektivität der Rationalität und der empirischen Wissenschaft gehört zu den Weltbildern, welches sich durch das eigene Selbstbild aufrecht erhält. 

In meiner Welt gibt es keine absolute Objektivität, außer das Absolute selbst, welches sich widerum kein Urteil über die Welt erlaubt. Das Urteil teilt das UR-Teil in Gott und Ich-Bewusstsein. Und so ist der gansche Schlammassel entstanden. Und selbst das ist nicht sicher, sondern nur eine Perspeketive. 

Ich wünsche euch viel Spaß dabei, diesen Gedanken und seine nachfolgenden Konsequenzen weiter zu führen.

Sonntag, 28. Januar 2018

Trauma heilen mit dem innern Kind

Das innere Kind ist ein Gedankenmodell mit dem man sich selbst helfen kann, wenn man in der Kindheit etwas nicht erhalten hat. 

 Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass unsere Probleme auf Erfahrungen beruhen, die in frühster Kindheit ausgelöst wurden. Die Verhaltenspsychologie spricht von angelerntem Verhalten, welches auch wieder verlernt werden kann. So wie ein Computerprogramm wieder überschrieben und verändert werden kann, so flexibel ist auch unser Geist. Die Neurobiologie hat kürzlich die neuronale Plastizität des Gehirns entdeckt und somit bestätigen alle wichtigen psychologischen Richtungen, dass Heilung immer möglich ist, egal wie schwer das Trauma ist. Nur dauert es bei stark traumatisierten Menschen eben länger. 

Laut Theorie, lösen sich Probleme auf, wenn man sich an die Kindheit zurück erinnert und möglicherweise verdrängten Themen und Gefühlen zuwendet, die abgespalten wurden. Also man muss das was man ändern will, quasi nochmal bewusst auswählen, dann kann man es loslassen. Bewusstes anwählen bedeutet man muss es nochmal emotional auslösen, nur dann ist das Thema quasi geöffnet so dass es heilen kann. 

 

Warum sind Themen unbewusst?

 

Wenn wir nicht in der Lage sind, Themen zu verarbeiten, dann verschieben wir diese ins Unbewusste. Das ist eine uns innewohnende natürliche Fähigkeit, uns vor Überforderungen schützt. Als Kind konnten wir viele Themen vor allem die schmerzhaften, einfach nur ins Unbewusste verschieben, weil wir uns nicht anders zu helfen wussten. Und unsere Eltern waren oft genauso hilflos mit allem. Es hat uns nie jemand beigebracht mit den Schmerzen und Ängsten gut umzugehen. 

 

Manche Menschen ist der Schmerz den wir uns uns tragen schon das ganze Leben bewusst, anderen Menschen nicht. Es gibt sensible Menschen die das schon die ganze Zeit wissen, wie es um sie steht. 

 

Die denen das Bewusstsein fehlt, werden irgendwann schmerzhaft darauf hingewiesen. Denn oft sind wir erst bereit hinzuschauen, wenn es nicht mehr anders geht. Nur wenn wir stark genug leiden, fühlen wir uns gezwungen hinzuschauen was da los ist. Solange man es noch wegschieben kann, durch Ablenkungen oder Symptomlinderungen, solange ist man nicht verzweifelt genug um bereit zu sein hinzuschauen. 

 

Ich musste erst schwer krank werden, bis ich so verzweifelt war hinzuschauen. Leider behandelt die Schulmedizin Krankheit bisher immer nur auf der Ebene, dass Symptome unterdrückt werden. Und ich bin nicht gegen die Schulmedizin. Aber wenn man immer nur Symptome unterdrückt und von Arzt zu Arzt rennt und keiner einem helfen kann, dann fühlt man sich schon ganz schön verzweifelt, weil es einfach an Menschen fehlt, die anders mit Heilung und Gesundheit umgehen. 

 

Und zu sagen ich gehe zu einem Psychologen und ich mache Therapie, ist heute immer noch ein Tabu. Es fehlte auch das Ärzte überhaupt offen dafür waren, dass meine Krankheit Asthma und chronische Infektionen etwas mit der Psyche zu tun hatten.  Mir war es früher peinlich zu sagen dass ich Therapie mache, weil es immer noch an Akzeptanz in der Gesellschaft für psychologische Themen fehlt und ich mich daher verurteilt habe.  Es ist auch schwer überhaupt einen Therapie Platz zu finden. Also selbst wenn einem bewusst ist, wie es um die eigene Psyche steht ist es schwer Unterstützung zu finden. 

 

Irgendwann entscheidet der Organismus, dass wir nun bereit sind, den alten Schmerz wieder aufzudecken, es sei denn der ist uns schon bewusst. 

 

Leider fehlt uns das Bewusstsein dafür die Anzeichen zu erkennen. Manche Menschen kommen durch Krankheiten, Allergien, Depressionen, Beziehungskrisen, oder anderen  Schicksalsschlägen, wieder an den Punkt der emotionalen Hilflosigkeit, um uns selbst die Möglichkeit zu geben, uns von unseren alten Wunden zu heilen. Denn um eine emotionale Baustelle zu heilen, müssen wir die alten Gefühle neu inszenieren. Auch Umweltzerstörung oder Tierleid, kann so eine Rettraumatisierung auslösen.

 

Nur dann wenn wir mit Emotionen konfrontiert sind kann man sich vollständig mit dem alten Thema beschäftigen. Oft sind wir ja im Kopf längst soweit, und haben verstanden warum wir ein Problem mit irgendwas haben, aber um zu heilen, muss man sich den damit aufkommenden Gefühlen stellen. Und dazu braucht man genug Sicherheit, denn diese alten Gefühle aus der Kindheit, wo wir so hilflos waren, machen uns meist bis heute große Angst. Genau deshalb wollen wir uns diesen ja nicht zuwenden. Das muss man sich erstmal eingestehen. 

 

Verschiedene psychologische Richtungen, berichten davon dass während der Kindheit ein Zeitfenster besteht, indem grundlegende Verhaltensweisen erlernt werden und es schwer ist, diese später zu verändern. Vielleicht kennt ihr das im Bezug auf das Sprachen lernen. Was aber wenn das „Kind“ schon in den Brunnen gefallen ist und die Kindheit sub-optimal gelaufen ist? Was wenn dir immer etwas gefehlt hat? Zum Beispiel Liebe, Annahme, Anerkennung, Schutz, Unterstützung, Vertrauen, Verständnis, Mitgefühl. Ist dann alles zu spät? 

 

Nein auf keinen Fall! 

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Man kann sie einfach nachholen!

 

Ich hatte lange die innere Haltung, dass ich ja nie Erfolg haben kann, so wie die anderen Menschen, die bessere Startmöglichkeiten in diesem Leben hatten, weil mir die Unterstützung in der Kindheit fehlte. Aber das ist nicht wahr. 

 

Im Gegenteil, diese Haltung hat mich sogar behindert, die Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, weil ich diese Idee nicht loslassen wollte. Ich habe mir diese Idee immer wieder neu bestätigt, dass ich ja nicht das erreichen konnte, was ich mir wünschte, weil ich in der Kindheit nicht hatte was ich brauchte. Das war aber in Wirklichkeit nur mein Dickkopf. Ich wollte Recht haben. Ich weiß das klingt jetzt hart für alle, die es noch so sehen. Aber genau deshalb möchte ich das ansprechen, damit ihr diese Haltung falls vorhanden hinterfragt.  

 

Ich habe mich sehr stark an dem Gedanken festgehalten, dass ich ein Opfer bin, weil ich als Kind ein Opfer der Umstände war. Vater Alkoholiker, Mutter emotional sehr kalt. Ich habe Gewalt und emotionale Kälte erfahren. Weil meine Eltern ein rein materialistisches Weltbild hatten, und es mir materiell an nichts gefehlt hat, haben sie nicht verstanden dass mir emotional etwas gefehlt hat. Das haben sie immer runter gespielt, so habe ich es auch runter gespielt und gleichzeitig war ich dagegen im Widerstand. Und so war ich im Kampf gegen meine Eltern, dabei musste ich verstehen dass ich mich meinem Schmerz zuwenden musste. 

 

Und so sind Menschen im Kampf gegen Umweltzerstörung, Pharmaindustrie, Tierleid, Gewalt und co, sehen aber nicht dass sie selbst die Ursache des Leidens sind. Sie projizieren die Schuld und den Täter auf das Außen, weil sie den Täter in sich selbst nicht sehen wollen.

 

Aber ich habe die Schuld auf meine Eltern projiziert. Klar waren sie Schuld dass ich Leid erfahren habe, aber ich war schuld dass ich mich mir nicht zuwenden wollte. Das Selbsturteil ist immer das was entscheidend ist. 

 

Und weil sie mein Leid nicht sehen wollten, habe ich es selbst unterdrückt. Bis vor 2 Jahren wo ich dann so zusammengebrochen bin, dass ich keine andere Wahl mehr hatte als mich diesem alten Schmerz zuzuwenden. Es war nötig, dass ich mir mir das Mitgefühl gab, was ich mir immer von meinen Eltern gewünscht hatte, was sie mir aber nicht geben konnten. Es war wichtig anzuerkennen, dass sie es einfach nicht konnten. Es immer zu fordern, hat nicht geholfen. Aber anzuerkennen dass das innere Kind es gefordert hat. Das sie es nicht können hatte ich schon länger verstanden, aber ich vergaß deshalb mir zu geben was ich brauchte. Da habe ich nachgeholt durch die innere Kind Technik. 

 

Und das heißt auch nicht, dass man auf das was damals passiert ist nicht wütend sein soll. Sei wütend, sei vorwerfend, sei traurig und empört über die Ungerechtigkeit.  Weine, werfe etwas an die Wand, beende die Beziehung zu deinen Eltern, ganz egal, tue was du tun musst. Lasse alle Gefühle da sein. Unterdrücke nichts.  Und an der Weltretter, setzte dich weiter für Umwelt, Tier oder Toleranz ein. Aber siehe ein dass du gegen dich kämpfst. 

 

Verwehre dir dadurch dass du den Täter im Aussen siehst nicht die Chance, dass du dich selbst retten und heilen kannst. Es ist kein Widerspruch. Wende dich dir selbst zu.  Und konzentreire dich nicht so sehr auf das Aussen. Versuche mindestens 50% zu 50% zu erkennen, dass du der Täter im Innen bist. Viele Menschen so auch ich vcerwenden ihre ganze Energie im Kampf gegen das Böse im Außen. Aber das führt nie zum Frieden. Kampf kann nicht zu Frieden führen.

 

Es wahr sehr viel psychologische Analyse und emotionale Arbeit notwendig, um diese Idee loslassen zu können. Es war notwendig alles zu verstehen, alles alte zu fühlen was abgespalten wahr, das heißt ich musste ganz in den alten Schmerz gehen. Es war mir lange nicht bewusst wie viel Schmerz da war. Es ist kein wunder das ich das abspalten musste. Deshalb war es gut, dass ich mich auch sehr mit der Technik des bewussten Emotionen Fühlens und mit Mediation beschäftigt habe, um das überhaupt auszuhalten zu können, was da hoch kam. Ohne das alles zu fühlen, kann man nicht frei sein.  

 

Und dann muss das was immer gefehlt hat, aufgebaut werden. Mir hat immer bedingungslose Annahme, Selbstbewusstsein und Sicherheit und Verständnis für mich selbst gefehlt. Das habe ich mit der inneren Kind Technik, nachgeholt und mir nach und nach selbst gegeben. Ich hatte das Glück ein Vorbild in Annahme zu treffen und von ihm zu lernen. Ich wusste gar nicht wie das geht, zb meinen übergewichtigen Körper anzunehmen und meine ganzen Fehler. Aber dann war dann einer der das getan hat, weil er im Frieden mit sich selbst war und dann habe ich von ihm gelernt, nicht mehr zu verurteilen. Ich habe alle Ideen von Gut und Böse aufgegeben. 

 

Nun zur inneren Kind Technik:

 

Wobei das ja im Grunde schon die Weisheit des Kindes ist. Ein Kind kommt urteilsfrei auf die Welt. Erst die Erwachsenen bringen ihm bei, zu urteilen. Und das soll auch so sein, weil ein Kind hier auf der Welt ist, um etwas neues zu lernen. Dazu braucht es das Urteilsvermögen. Unser Problem ist aber, aus dem Urteilsvermögen, ein Urteilswahn zu machen. Wir hauen uns oder anderen Menschen täglich im übertragenen Sinne eine rein, und kritisieren uns selbst und die anderen, bis keine Liebe mehr da ist.  Wir sind Kritik süchtig. Die innere Kind Arbeit dreht den Prozess der Kritiksucht wieder um und lehrt uns die Annahme, die uns immer gefehlt hat. 

 

Allerdings benötigt man dann etwas Mühe, um dem inneren Kind auf die Beine zu helfen. Dieses ist ein Weg der sich allemal lohnt. 

 

Die spirituellen, haben mir immer von Selbstliebe erzählt. Aber für mich war das immer ein sehr großes Wort. Sie haben gesagt ich soll mich einfach selbst lieben. Aber wie das gehen soll konnte keiner erklären. Wer keine Liebe erhalten hat oder sie zumindest nicht gespürt hat, wie soll der sich dann selbst lieben? Also deshalb würde ich gerne das Wort Selbstliebe erst mal herunterbrechen auf das Wort Selbsthilfe. Und dann ist es so, dass aus der Bereitschaft der Selbsthilfe, irgendwann Selbstliebe wird. Das geht aber nicht von heute auf morgen. Bei mir hat das 1,5 Jahre tägliche Arbeit gebraucht. 

 

Es kann natürlich sein, dass manche Menschen Selbstliebe einfach so bekommen haben. Dann hattet ihr Glück. Bei mir war das anders. Ich habe es immer als Arrogant empfunden, wenn Spirituelle von ihrer Selbstliebe erzählt haben, die ich mir nicht geben konnte. Wieder fühlte ich mich ausgeschlossen und abgetrennt von der Liebe. Also brauchen wir eine konkrete und praktikable Technik, mit der das jeder erreichen kann. Und hier ist sie:

 

Also zur Technik: 

 

Man stellt sich vor, man ist ab heute die beste Mama, der beste Papa, der man sich sein kann. Und man hat ein Kind im inneren, das man ab heute gut versorgen möchte. 



Man holt sein inneres Kind von damals ab. Bei mir saß mein Kind noch in Gedanken im Kinderzimmer. Denn ich saß damals oft alleine und verzweifelt in meinem Zimmer. Es war einsam. Ich habe erst mal sein Vertrauen gewonnen, indem ich es öfters in Gedanken besucht habe. Ich habe also mit Imagination (Vorstellung) angefangen. Dann habe ich immer öfter mit ihm kommuniziert und in mich rein gehört, was ich eigentlich brauche. Das war nicht so leicht, weil meine Gefühle und Bedürfnisse unterdrückt waren. Das Kind traute sich gar nicht zu sagen, was es braucht. Denn damals wurde ihm ja eh nicht zugehört. Ich musste als innerer Erwachsener sehr viel Geduld mit mir (mit dem inneren Kind)  haben. So kam es dann das das Kind mit der Zeit von seinen Bedürfnissen erzählte. 

 

Und dann habe ich angefangen, mich im Außen und vor anderen Menschen für seine Belange einzusetzen. Etwas was meine Eltern nicht getan haben. Sie konnten es nicht, sie hatten ja selbst keine Selbstliebe. 

 

Leider habe ich meine Eltern viele Jahre unbewusst imitiert. Man spricht psychologisch von Internalisierung. Dh. ich habe mein inneres Kind leider genau so unempathisch behandelt, wie ich das bei meinen Eltern erlebt und kritisiert habe. Ich habe meine tiefsten Bedürfnisse verleugnet. Ich habe es einfach nicht bemerkt, dass ich mich genauso hart verurteilt habe, wie sie es taten. 

 

Ich habe die Härte immer nur im Außen gesehen, in allem. In Gesetzten, im Leistungsdruck der Gesellschaft, im Funktionieren müssen, in emotions-kalten Menschen. 

Manche sehen diese kalte in Fleischessern, Nazis, in der Politik, oder sonst wo. 

 

Ich bin sogar Erzieherin geworden, um den anderen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Eins was ich mir gewünscht habe, aber ich kam gar nicht an gegen die Kälte der ganzen Umgebung. Es war ein Kampf gegen Windmühlen. Wenn ich einem Kind Mitgefühl beigebracht habe, kam wieder eine Mutter oder ein Vater, die hart zu dem Kind war.

 

Ich habe immer sehr mit ihren Leiden mitgelitten, weil ich nicht verstand, dass es eigentlich um mich ging. Du kannst eine sehr liebevolle Mutter sein, und deinen Kindern alles geben, aber zu dir selbst bist du vielleicht ungerecht und kalt und du unterdrückst deine Bedürfnisse. 

 

Du kannst ein Veganer Umweltschützer sein, ein Mensch der sich für Toleranz einsetzt, aber solange su keinen inneren Freiden mit dir hast, bist du die Ursache des Krieges.

 

Ich musste das auch erst mal sehen, wie kalt ich zu mir bin. Ich war der Teufel zu mir selbst. Dann merkte ich nämlich wie sehr ich mir selbst schade, aber ich sah es immer nur bei den anderen. Es war unbewusst. Nicht mal das kann ich verurteilen. Ich wusste es nicht besser. Und so wissen die Menschen die sich zur Zeit wie im Wahn für eine bessere Welt einsetzten auch nicht besser. Sie handeln aus ihrem Schmerz. So wie ich aus meinem Schmerz gehandelt habe.

 

Ich habe mich um alle gekümmert, außer um mich selbst. Mich habe ich irgendwie vergessen. Ich war in einer Helfertrance, die daraus entstand, dass sich als Kind meiner Mutter helfen wollte, ihre Erwartungen erfüllen wollte, damit sie mich liebt. Das habe ich unbewusst auf alle Menschen übertragen (projiziert) ohne es zu merken. Ich hatte mir auferlegt mich für die Schwachen einzusetzten, und vergaß mich.

 

Am liebsten hätte ich die ganze Welt verändert und alle Menschen von ihrem Schmerz befreit. Ich wäre gerne ein Erlöser der Menschen gewesen, aber mich habe ich vergessen. Und so kann man kein Erlöser sein. Ich denke so geht es vielen besonders den Menschen die die Welt verbessern wollen und sich für das Gute, für Mitgefühl und Empathie einsetzten.  Die Menschen die sich für Tierwohl, für das Mitgefühl, für Toleranz und für Gewaltverzicht einsetzten wollen, die müssen verstehen, dass man sich erst selbst heilen muss. Sonst handelt man aus Wut, aber nicht aus Mitgefühl.

 

Wenn man selbst heil ist, dann hört die Fixierung auf das Verbessern wollen der Welt auf. Man kann dann immer noch gutes Tun, aber man hat dann keinen Wahn mehr. Oft kann man Menschen erst erreichen, wenn man seinen Schmerz geheilt hat und den Wahn losgelassen hat. Vorher ist man befangen und verurteilt Menschen, die kein Mitgefühl haben, die unempathisch sind, die Intolerant sind, die Fleisch essen, die Nazis sind, etc, was auch immer.  Auch diese Urteil lässt, dann los. Erst dann ist man frei. Erst dann kann man der Welt wirklich etwas geben. Erst dann kann man sich aus Liebe für etwas einsetzten.  

 

Deshalb gibt es keinen Frieden auf der Welt, weil alle für ihre Meinung kämpfen. Solange man kämpft, kann es keinen Frieden geben.Wer kämpft kann keinen Frieden machen!

 

Ich versuche mir selbst heute der Erwachsene zu sein, der das Kind damals nicht hatte. Dazu horche ich immer wieder in mich hinein und suche Kontakt zum inneren Kind und seinen Bedürfnissen. Das ist für mich gar nicht so einfach gewesen, weil mein inneres Kind seine Bedürfnisse nicht mehr geäußert hat, weil sie in der Kindheit nicht gehört wurden. Das musste ich erst neu lernen. All meine verkopfte Analyse hat nicht geholfen, erst die Zuwendung mir gegenüber konnte den Stein ins Rollen bringen. Das heißt konkret dass man sich dem Schmerz der Hilflosigkeit, der Trauer, der Wut, der Angst, der Ohnmacht zuwendet, die man empfindet. Und deshalb waren die Auslöser im Außen, wo diese Gefühle aufkamen auch wichtig. Anstatt gegen das Außen zu kämpfen, habe ich gefühlt was das mit mir macht. 

 

Ich versuche wenn möglich dem Kind die Bedürfnisse zu erfüllen oder zumindest Verständnis zu haben, denn man kann nicht alle Bedürfnisse eines Kindes erfüllen. Und manchmal muss man dem Kind auch sagen, dass die Regeln der Welt gerade so sind. Aber man kann dem Kind gleichzeitig zuhören. Es geht also nicht um Härte, selbst wenn man manchmal pragmatisch und hart gegen sich selbst entscheiden muss. Dabei kann man immer noch im Mitgefühl mit sich selbst sein. Die Lösung ist die Widersprüchlichkeit da sein zu lassen. 

 

Man kann immer Mitgefühl mit sich selbst haben, dass man sich etwas wünscht. Man kann sich selbst trösten, dass man es jetzt nicht haben kann. Oft hilft das schon. 

 

Wenn ich Angst habe, versuche ich bei mir zu sein und mir zu helfen durch diese Situation zu gehen. Da wo ich mich früher selbst verurteilt habe, gehe ich jetzt wohlwollender mit mir um, auch wenn ich nicht perfekt bin. Es geht darum sich selbst bedingungslos zu lieben, gerade dann wenn man die Erwartungen nicht erfüllen kann. Gerade dann wenn man Fehler macht, muss man sanft zu sich sein. Man sagt sich einfach ist nicht schlimm, beim nächsten Mal klappt es vielleicht und wenn nicht, hab ich dich trotzdem lieb. Meinen Kindergartenkindern habe ich das immer schon gesagt, aber mich habe ich eiskalt verurteilt, wenn ich nicht meinen Erwartungen entsprochen habe. 

 

Ich habe festgestellt, dass diese innere Kind Arbeit mir zunehmend hilft mehr Selbstliebe zu entwickeln. So habe ich jetzt die Selbstsicherheit erlangt durch schwierige Lebenssituationen durch zu gehen. Natürlich gibt es immer auch schwierige Zeiten und Rückschritte. Meistens geht man 3 Schritte vor und zwei zurück. Diese Zeit sollte man sich geben und vertrauen, dass diese Technik mit der Zeit immer besser funktioniert. 

 

Des weiteren sehe ich das Innere Kind auch als spirituellen Lehrer, welches dem erwachsenen Anteil seine Welt zeigen kann. Das Kind ist ja ursprünglich phantasievoll, kreativ, lebendig, neugierig, offen, im positiven Sinne naiv und frei von Urteil gewesen. Das Kind kann also dem Erwachsenen Anteil der manchmal etwas unflexibel im Denken, Fühlen und Handeln geworden ist, helfen diese ursprüngliche Freiheit und Offenheit wieder zu gewinnen, indem es den Erwachsenen anregt zu "spielen" und sich wieder offen auf die Welt einzulassen. 

 

Der Erwachsene hat sich meist an die Rationalität und an feste Vorstellungen gebunden, und ist nicht mehr fähig diese zu hinterfragen. Das Kind kann einen Ausgleich bieten und so können Herz und Verstand wieder zusammen finden, ohne dass etwas ausgeschlossen wird.  

 

Tue so als ob die Welt magisch wäre, ist ein Impuls der vom Kind ausgehen kann und der den Erwachsenen ergreifen kann, wenn dieser sich auf das kindliche Spiel einlässt. So sehe ich das innere Kind auch als Inspirationsquelle für die spirituelle Entwicklung und die Einheit von Gefühl und Verstand. Denn da geht es darum, eben diese freie Sicht auf die Welt in sich wieder zu finden. Wer an Vorstellungen gebunden ist, ist nicht frei. Gerade wenn man spirituelle erwachen will, sollte man nicht vergessen sein Ego zu heilen. Sonst ist man vielleicht geistig wach, hat aber kein Mitgefühl gelernt.

 

Idealerweise ergibt sich so aus Kind und Erwachsenen ein Zusammenspiel, welches beide Seiten beflügeln kann. So ist die Innere Kind Arbeit nicht ausschließlich dazu da emotionale Themen zu heilen, sondern auch ein Weg seine spirituelle Dimension zu erweitern. Ich wünsche euch allen die Heilung und die Liebe, die ihr euch wünscht.

 

Und ich wünsche allen Weltverbesserern, dass ihr euch zuerst eurem Schmerz zuwendet und dann als geheiltes Kind die Kraft habt euch für eure Träume einzusetzten. Dann tut man es auch Liebe, Freiheit, aus dem inneren Freiden und dann hat man viel mehr Möglichekeiten andere Menschen mit Begeisterung für das Gute zu überzeugen. Der Kampf gegen das Böse hört dann aber auf.