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Mittwoch, 13. März 2019

Über das Sterben



Vor unfair 10 Jahren habe ich mir einen Dorje aus Bergkristall gekauft, obwohl ich damals noch nicht wusste wozu das Ding gut ist. Damals begann ich Edelsteine zu sammeln und so fand dieses Ding unbewusst zu mir.

Erst später begann ich magische Rituale mit dem bis dahin angesammelten Gegenständen zu wirken. Und erst heute verstehe ich meine Anziehungskraft bezüglich des Dorje und meine karmische Verbindung zum Buddhismus, die sich damals schon im Außen zeigte.

Der Dorje ist das Symbol des Vajra Buddha. Der Vajra Buddha ist der Buddha der Schärfe, der Kristallisation und der Unzerstörbarkeit. Vajra wird oberflächlich als „Diamant“ übersetzt. In der buddhistischen Tradition wird der Diamant als himmlischer Edelstein verstanden, der durch jedes andere feste Objekt schneidet. Deshalb ist er völlige Unzerstörbarkeit.

Die Vajra Buddha werden durch ein diamantförmiges Zepter dargestellt, welches im tibetischen Dorje genannt wird. Die scharfen Zacken des Diamanten symbolisieren das durchschneiden neurotischer Tendenzen und unbewusster Verwicklungen, mittels eines scharfen Verstandes.

Der Dorje repräsentiert die Qualität vieler möglicher Perspektiven (Multiperspektivität). Damit ist eine sehr große Flexibilität des Geistes gemeint, die diese Buddhas haben.

Der Vajra Buddha hielt seinen kostbarsten Schatz, seinen Zepter, den Dorje aus Kristall in der Hand, der das Symbol seines erwachten Geistes darstellt. Er bedankte sich für dieses Gabe, die es ihm ermöglichte zu tiefer Einsicht zu gelangen und alle Anhaftungen zu durchschauen. 

Doch weil er der Vajra Buddha ist, kann er sich nicht an seiner Errrungenschaft der Einsicht festhalten. Seine unzerstörbare Logik zwingt ihn, einen letzten Akt des Loslassens auszuführen.

Ich wäre kein Vajra Buddha, wenn ich nicht diesen letzten Schritt vollziehen würde. Tränen der Liebe und der Verlustangst rannen über seine Wangen. Es kamen Ängste auf, die sagten: Wer bin ich noch, wenn ich mein größtes Talent wegwerfe?

Er nahm dennoch den kristallenen Zepter und warf ihn in Gedanken hinter sich. Der kristallene Dorje zersprang in seiner Vorstellung in tausend Stücke auf dem Boden. Der Buddha lachte und war nun frei.

Wenn man etwas loslässt, was einem viel bedeutet, empfindet man Verlust. Im Moment des Loslassens stirbt ein Stück Ego. Das tut manchmal weh.

Jedoch verliert man letztlich nichts, außer der fixierten Anhaftung. Man verliert im Grunde immer nur seinen Starrsinn, der zu Unfrieden führt, weil man wieder für einen festen Standpunkt kämpft. 

Deshalb ermöglicht jeder Loslösungsprozess, in einen größeren und offeneren Raum der Freiheit und des Friedens zu gelangen.

Loslassen ist nie ein endgültiges sich abkehren. Das wäre eine erneute Einschränkung. Loslassen bedeutet viel mehr eine Haltung von Offenheit zu entwickeln, in der es keine Fixierung mehr gibt. So erfährt man immer mehr den offenen Raum.

Man muss letztlich behaupt nichts aufgeben. Statt entweder oder, entsteht immer mehr eine Haltung von sowohl auch als. Das ist Freiheit. Aber das Ego denkt jedesmal es müsste sterben, deshalb krallt es sich fest.

Auch der Boddhisattva, der Buddha des Mitgefühls, hat am Ende seines Weges, so einen finalen Schritt zu tun. Denn sein Weg ist ebenso einseitig.

Weil er der Buddha des Mitgefühl ist, kann er sich nicht an seiner Einsicht festhalten. Sein unzerstörbares Mitgefühl zwingt ihn, einen letzten Akt des Loslassens auszuführen. Er wirft die Anhaftung an seinen Weg weg und öffnet sich für eine Liebe ohne Einschränkung.

Erleuchtung, ist nicht das einseitige Verfolgen eines spirituellen Weges. Erleuchtung ist ein Zustand jenseits aller Anhaftungen und Bestrebungen etwas zu erreichen. Es ist die Freiheit von jeglichem Standpunkt.

Deshalb muss man am Ende aller Wege, den eigenen Weg verlassen. Das heißt jedoch nicht Abkehr. Es bedeutet nicht alles inden Staub zu treten. Es bedeutet sich einfach nur für alles andere wieder zu öffnen.

Weder ein Vajra Buddha, noch ein Boddhisattva muss seinen Weg aufgeben. Was aufgegeben wird, ist die letzte Trennung, die der Erfahrung der Freiheit im Weg steht.
An dieser Stelle weitet sich nochmals der klare Geist und das liebende Mitgefühl.

Alles was wir aufgeben müssen, sind unsere starren Ideologien. Es bleibt jedoch immer die Freiheit, den eigenen individuellen Weg zu gehen. Dann geht man ihn jedoch aus Liebe und nicht aus Gegnerschaft.

Sonntag, 10. März 2019

Was ist Erleuchtung und was nicht?

Mein Gesprächspartner sagte: „Das ich ist die Quelle des Leidens“

Ich sagte: „Bisher erlebe ich es so, dass ich Zustände mit Ich Identifikation und Zustände ohne Ich Identifikation (Nirwana) erlebe. Zustände wechseln sich ab. Sie kommen und gehen.

Es gibt aber ein beständiges Gewahrsein, was auf diese Zustände mit und ohne ich schaut. Egal wie sie erscheinen.

Erleuchtung ist für mich das, welches unabhängig vom Inhalt der Erfahrung besteht und auf alle Zustände schaut. Viele Menschen verwechseln Erleuchtung mit einem besonderen Zustand, den sie erfahren, oder dem sie nachstreben, einem Gipfelerlebnis.

Ich glaube das ist nicht so. Ich glaube es geht viel mehr um das Gewahrsein, was in möglichst vielen Zuständen wach und klar und friedlich ist.

Die Quelle des Leidens ist nach meiner Erfahrung die Bewertung von Leid in zb. in Krankheit ist schlecht. Man leidet nämlich hauptsächlich am eigenen Widerstand, und am mangelten Selbstmitgefühl.

Ändert man dies, indem man sein Mitgefühl für sich selbst trainiert und seine Bewertung in zb. in Krankheit ist auch gut weil sie mir Rückzug gibt, oder mich ermahnt achtsamer zu leben, kann Leiden überwunden werden. Bei weitem nicht in einem Moment. Aber es ist möglich, wenn man diese Haltung länger parktiziert.

Das Leiden liegt viel weniger an einer bestimmten Situation. Wir leiden viel mehr am Umgang mit dieser Situation, als an der Situation selbst. Wenn wir das eine Weile praktiziert haben, können wir erfahren, dass in mitten einer schwierigen Situation, Gleichmut, Zufriedenheit, ja sogar Glück auftauchen kann.

Also muss man trainieren, anders zu denken, anders zu fühlen. Man muss daraus aber eine beständige Geisteshaltung machen, bis sie vielen Situationen gewachsen ist. Und man muss das lange üben, vor allem bei den Dingen, die für einen persönlich schwierig sind. Das kann für jeden etwas ganz anders sein. Ob das nun Krankheit, Minderwertigkeitsgefühle, Einsamkeit, Sehnsucht, ist. Jeder Mensch ist auf andere Weise verwickelt.

Man muss sein Denken und Fühlen grundsätzlich in eine Haltung der Mitte umprogrammieren. Dazu sieht man alles schwarz und weiß. Dazu muss man all seine Vorstellungen, Ideologien, und seinen Starrsinn aufgeben. Manchmal tut das weh. Aber es ist ein kurzer Schmerz, wenn man dafür befreit wird. Man gewöhnt sich an das Loslassen, wenn man immer mehr die Befreiung sieht, die man dahinter findet.

Irgendwann ist das neue Denkprogramm umgebaut, so dass man für alles Leid  - A Mitgefühl empfinden kann und - B die Perfektion eines jeden Momentes sieht. Dadurch entwickelt sich ein Gewahrsein das zunehmend leer wird, weil es keine Widerstände mehr mit sich selbst und der Welt hat.

Es stimmt schon, dass im Zustand des Klaren Lichtes kein Leid ist, weil da Niemand ist der leidet, aber ich finde es irreführend, mich zu sehr auf die Erfahrung von Nicht Ich zu fokussieren, weil das noch nicht die letzte Einsicht ist. 

Viele Menschen denken die seien erleuchtet, weil sie ihr Ich wegmeditieren können und keinen Handelnden in sich erfahren. Aber wenn man es so sieht, dann hat sich nichts geändert, denn man ist immernoch vor sich auf den Flucht.  Nur dass man statt einer weltlichen Selbstverleugnung nun in einer getarnten spirituellen Selbstverleugnung steckt. Das kann ein Weg sein, ok, aber dann muss man ihn auch zu Ende gehen und Nirwana und Glückseeligkeit ebenfalls loslassen. Alles loslassen. Auch die Leerheit, die man glaub zu sein. Es hat wider eine Identifikation mit der Leerheit statt gefunden.

Wer Erfahrungen von Nirwana, Klarem Licht, Glückseeligkeit bevorzugt und die gewöhnliche Erfahrungen des Ich ablehnt, ist nicht erleuchtet. Der hat im Grunde sein weltliches Streben nur in eine spirituelle Umgebung verfrachtet.

Deshalb wird vor den Siddhis (den übernatürlichen Kräften/Zuständen), wozu auch das Klarträumen gehört, gewarnt. Nicht weil mit den Zuständen und Fähigkeiten irgendwas falsch wäre, nicht weil die einen verrückt machen können (was passieren kann). Man darf sie schon üben, nutzen, trainieren. Aber man neigt dazu sich A an ihnen festzuhalten und B sie teils mit der eigentlichen Erleuchtung zu verwechseln. Und da muss man sich die Frage stellen, will man ein Magier sein der Tricks vorführt oder erleuchtet sein?

Wenn man erleuchtet sein will, dann muss man die Anhaftung, also das Streben nach diesen Zuständen, das festhalten, das beherrschen den Meditation, das sich damit schmücken, loslassen. Oder man macht es wie ich, man scheitert auf ganzer Linie. Hahaha.

Ich hatte Glück und das erkenne ich erst jetzt, dass all diese Fähigkeiten/Zustände, die ich für eine Zeit erlebt habe, mir an einer Stelle immer wieder durch die Finger gerieselt sind. So hatte ich nicht die Möglichkeit mich festzuhalten. Oft war ich neidisch auf Menschen, die in diesen Zuständen verweilen durften. Aber heute sehe ich dass mein Unglück, das Glück war. Es ist mir nicht gelungen, wie ich es bei anderen sehe, mich an den Zuständen festzuhalten und deshalb musste ich immer wieder loslassen. Ich fiel zurück. Durch die Annahme, die der einzige Weg war, damit umzugehen, wurde mein Gewahrsein weiter.

Egal wo du stehst, egal wie leuchtend dich die Meditation vielleicht schon gemacht hat, irgendwann kommt immer der Punkt, da musst du das alles loslassen und dich in deinen Abgrund, in deine Dunkelheit, deine Minderwertigkeit, deinen Schatten fallen lassen, weil du das auch bist. Es ist egal ob wir das am Anfang oder am Ende unserer sprituellen Reise machen. Irgendwann sieht du ein, es geht nicht ohne.

Aber man muss das Ich ganz annehmen. Das wird leider oft vergessen, weil sich die Gedankengänge spiritueller Sucher oft nur noch um das Nicht Ich drehen. Das ist ja das wovon wir weg wollen, warum wir überhaupt nach Erleuchtung streben, um dem Leid zu entfliehen.  Aber man kann nicht erwachen, wenn man vor sich Selbst wegläuft. Denn man kann sich nicht finden, wenn man vor sich wegläuft. Das Selbst ist das erwachte ich. Erleuchtung ist nichts großartiges, sondern die Annahme aller Schwächen. Man muss sich zu sich selbst umdrehen und sich annehmen, egal wie schwer das ist. Man muss einen Weg finden. Heisser Tipp um das zu schaffen: Innere Kind Arbeit.

Wenn man jemand ist, der viel meditiert, dann ist man vielleicht jemand der viele Erfahrungen mit den Zuständen des nicht Ich hat. Dann hat man zwar Erfahrungen im Nirwana, aber man ist immer noch nicht im Frieden, solange man das Ich ablehnt.

Und man ist in Gefahr, sich an diesen Phänomenen festzuhalten. Man ist in Gefahr Stolz auf das Erlangen von Nirwana, Liebe oder Freude, zu sein. Dann ist man immer noch im Streben für dies und wider das.So bleibt man im inneren Kampf stecken, obwohl man vielleicht kleine Wunder vollbringen kann. Deshalb ist Jesus gekreuzig worden, es war Gnade. In der Erfahrung der Ohnmacht, hat er aufgegeben.

Nirwana und die unbedingte Glückseeligkeit, Zustände die man dort vielleicht zum ersten mal erfahren hat, muss man wieder loslassen. Denn wenn man das Nicht ich dem Ich bevorzugt, wie soll man dann im Frieden sein? Wie könnte  es Frieden geben, wenn man die Ichhaftigkeit oder die Unbewusstheit der Menschen ablehnt? Wie soll es Frieden geben, wenn man das negative Prinzip ablehnt?

Das kann man nur in der Akzeptanz des Ichs, des Leidens und des eigenen Schattens, indem man Mitgefühl mit dem Ich hat/lernt. Alles was ich in mir selbst angenommen habe, muss ich auch in anderen Menschen akzeptieren. Unfrieden ist immer ein Zeichen von fehlender Selbstakzeptanz.

Vielleicht muss man erst mal lernen mit seinem Ich mitfühlend umzugehen. Man muss das Leid akzeptieren, welches man erlebt. Man muss Mitgefühl mit dem eigenen Leiden lernen, gerade wenn einem das gefehlt hat. Dieses zu üben ist genauso wirklungsvoll und wichtig für die Erleuchtung, wie Meditation.

So viele Menschen denken, es geht nur darum Nirwana, Klares Licht, Glückseeligkeit, Zustände ohne Ich, zu erreichen und sie behandeln die Erfahrung und die Annahme des Ich damit manchmal abschätzig.

Ich verfolge einen tantrischen Ansatz. Das entschiedende Merkmal des Tantra ist, dass es darum geht alles anzunehmen und nichts auszuschließen, deshalb ist es ein sehr heilsamer Ansatz. Man nimmt alles an, und erkennt es als Teil deines Selbst. Deshalb liegt mir das Ich und der Weg zum Erwachen näher, als der Weg über das Nicht Ich, denn ich wollte mich immer heilen.
Deshalb sehe ich das Ich nicht als Quelle des Leidens. Dass wir es anders beschreiben, liegt nur an der unterschiedlichen Perspektive, die wir einnehmen. Je nach dem, welchen spirituellen Weg man geht, schaut man anders auf das Selbe.

Die einen versuchen das Ich wegzumeditieren (was wie ich finde sehr viele tun) die anderen, das Ich zu heilen. Manche machen beides. Oft gehen die Ansätze wie Psychologie oder Spirtuelle Ansätze, jedoch nicht weit genug, damit sich der Kreis zwischen Ich und Nicht ich vollkommen schliesst. Der Psychologie fehlt die Ebene des nicht ich (Transpersonal) vielen spirtuellen Schulen fehlt die Ebene des Ichs. Manchmal auch, weil Menschen die vollständigen Konzepte verdrehen und gemäss ihrer persönlichen Haltung interpretieren.

Osho hat versucht beide Seiten (westliche Psychotherapie und östliche spirtuelle Ansätze) an einen Tisch zu holen.  Dem tantrischen Ansatz fehlt manchmal der klare schneidende Verstand, der das Anhaften an Erfahrungen der Freude durchschneidet. Dieses ist mir glücklicherweise gegeben. Etwas in mir fragt chronisch. Warum? Außerdem habe ich immer schon meine Herz ganz leise gehört. Herz und Verstand haben mir meinen Weg gezeigt.


Man hat unterschiedliche Anhaltspunkte, denen man einen gewissen Wert beimisst. Manche Punkte bewertet man stärker als andere, je nach individueller Lebenserfahrung. Ich bewerte die Annahme des Ichs stärker, als die Erfahrung des Nicht Ich, die ich auch habe. 

Gleichzeitig habe ich so etwas wie ein heiliges Schwert, mit dem ich alle Anhaftungen durchschneide, entweder mittels bewusstem Verstand (Glaubenssätze in Frage stellen, Kritisches Bewusstsein) oder unbewusst, indem mir Erfahrungen verweigert werden. Also man könnte sagen, es ist eine gewisse Gewalt notwendig, die die schönen Dinge denen man verhaftet ist, erbarmungslos zerstört. Wie lange habe ich gegen diese Kraft gekämpft, bis ich einsehen konnte, dass ich nur auf Grund des Scheiterns loslassen konnte.

Das ist keine letztliche Bewertung, ob das was ich erfahre letztlich zum Ziel führt. Es ist eine individuelle Entscheidung/Erfahrung. Aber vielleicht hilft sie, die eigenen Vorstellungen zu überwinden. So wie wir kollektiv an kulturelle Glaubensvorstellungen gebunden sind, so sehe ich auch so eine kollektive Verblendung bei vielen sprituellen Suchern. Das Ich versucht aus der sprirituellen Erfahrung etwas zu machen, oder sich dort hinein zu fliehen, um sich vor sich selbst zu verstecken. Das muss man sich eingestehen.

Letztlich muss man sich von dieser Bevorzugung einer Sichtweise lösen. Nur dann kann man Freiheit erfahren. Ich muss mich auch immer wieder von meiner bevorzugten Sichtweise lösen. Also es geht mir genauso. Auch ich verfange mich immer wieder in sprituelle Dogmen. Vielleicht stecke ich gerade wieder in etwas drin, wer weiß. Das gehört zum Weg. 

Da Erleuchtung das  Aufgeben eines festen Standpunktes ist, muss man täglich bereit sein, alles was man denkt oder sich erarbeitet hat, wieder hinzuschmeissen. Man muss ständig bereit sein, sich selbst zu widersprechen und sich in jedem Moment neu zu erfinden. Auch dann wenn das Bekannte, Freunde, Familie, Partner, Schüler vor den Kopf stößt. Ansonsten muss einem Klar sein, dass man eine Rolle spielt.

Als Quelle des Leidens möchte ich das einseitige Denken nennen. Viele Spirtuelle markieren das Denken als Quelle des Leides. Ich bekomme das oft zu hören, gerade weil ich ein Denker Typ bin. Weil ich aber den anderen Weg gehe, der mir oft wie eine Art Gegenbewegung zum Advaita vorkommt, konnte mein Herz damit nie eine Stimmigkeit empfinden. Denn meine Erfahrung war immer anders. Ich kann mich so high denken, dass ich damit die Grenze meines Ichs durchbrochen habe. Das mit 99% aller sprituellen Gesprächpartner sagen, ich solle meine Denken loslassen, war eine schwere Prüfuing für mich. Es war eine Prüfung im Allein sein, im unverstanden sein, im aufs Herz hören. 

Dennoch haben mich gerade die Ansätze, die keine Resonanz in mir erzeugen, zum nachdenken gebracht. Ich bin immer offen geblieben, ob der andere nicht doch in seiner Welt recht hat.

Ich sehe nicht das Denken als Quelle des Leides, sondern das einseitige Denken die Quelle des Leides ist. Und das ist ein garvierender Unterschied. Einseitigkeit erzeugt Leid. Eine einseitige Bewertung erzeugt ein Weltbild was die Welt in schwarz und weiß, in richtig und falsch aufteilt.

Im Nicht sein löst sich die einseitige Dualität auf. In der bewussten Ich Erfahrung hingegen, kann man lernen zweiseitig (paradox) zu denken und zu fühlen, indem man lernt Gegensätze zu vereinen.

Die Erlösung des Ichs, ist die Vereinigung der Gegensätze. Dazu liefert die Psychologie C.G. Jungs hilfreiche Ansätze. Jedoch ist Jung dann wieder kein Experte für die Beschreibung der einzelnen Erleuchtungszustände. Er wurde gefragt ob er an Gott glaubt. Darauf antwortete er: Ich habe Gott erfahren. Jung das zugehen auf das Selbst mit dem Begriff Individuation benannt. Individuation bedeutet der Weg zur eigenen Ganzheit. 

Nachdem man dann die Ganzheit erfahren hat, indem aman alle Gegensätze ineinenader vereint, muss man sich dann, doch wieder von der Psychologie abwenden, weil man den weiteren Weg in ihr nicht finden kann.

An der Stelle muss man sich andere Quellen suchen. Die Psychologie ist noch nicht weit genug gegangen, aber sie kann einen Teil des Weges sehr gut begleiten. Vor allem auch die Traumatherapie, die ich für die Annahme des Ichs für eine große Hilfe halte.

Durch die Vereinigung der Gegensätze löst sich der innere Kampf des Ichs auf. Wenn das Ich all seine Widerstände aufgibt, lösen sich seine Grenzen auf, weil die Trennung des Ichs vom Ganzen einzig aus diesem Widerstand besteht. Wer alle Widerstände auflöst, erfährt eine Auflösung des Ich, der erfährt Nirwana. 

Witzigerweise kommt man so zum gleichen Ergebnis, wie jemand der sehr viel meditiert und den Zustand des Nicht Seins vertieft hat. Allerdings lernt jeder auf seinem Weg etwas Unterschiedliches. 

Der eine ist dann ein Experte des Ichs und seinen Zuständen, der andere ist ein Experte des nicht Ichs und seinen Zuständen. Experte ist man nur auf dem Weg, den man selbst gegangen ist. Und anstatt Wettkämpfe zu führen, welcher Weg nun der richtige ist, kann man sich gegenseitig helfen. Man kann den anderen durch seine Perspektive bereichern. Man kann sich durch jemanden bereichern lassen.

Nur ist das manchmal schwer, wenn der eine das Ich loswerden, der andere es ganz annehmen will. Es ist manchmal, als lebt man am anderen Ende des Universums.

Beide Wege können jedoch zur Erleuchtung führen. Es ist als könnte man sowohl links als auch rechts um den Baum herum gehen. Am Ende sieht man, es ist immer ein Kreislauf zwischen ich und nicht ich, die letztlich eins sind.

Und dann wenn man bereit ist, seinen Weg loszulassen, sieht man, man kann den Kreis in beide Richtungen gehen. Dadurch entstehen unterschiedliche Erfahrungen, Schwerpunkte und Talente. 

Solange wir noch an unserem Weg kleben, neigen wir dazu Menschen, die einen anderen Weg gehen, abzulehnen, abzuwerten. Dann sagen wir dies ist Erwachen und dies nicht, ohne zu begreifen, dass es unterschiedliche Wege gibt. Das zeigt nur, dass wir selbst noch auf dem Weg sind und das Ganze noch nicht vollständig überblicken. Lassen wir die Anhaftung an unseren Weg los, haben auf einmal alle Recht. Gleichzeitig, denn es gibt ja keine Wahrheit mehr.

Und vermutlich muss man den Weg in beide Richtungen gehen, wenn "man" die volle Verwirklichung "erreichen" möchte. Dieses hilft zudem, dass man seinen eigenen Weg und seine Schwerpunkte ganz verlässt, damit man sich nicht daran festhält, an dem was man erfahren hat. Auf dem Weg musste man sein weltliches Wissen ausgießen, am Ende des Weges muss man seine Erfahrung/Nicht Erfahrungen  ausgießen, bis man absolut leer und nicht wissend ist.  Absolutes Nicht Wissen = die absolute Annahme = Frieden. 

Da bin ich gerade dabei. Ich muss vielleicht nochmal andersrum um den Baum, um meine Schwerpunkte zu relativieren, und mir die anderen Perspektiven anzuschauen.
Achja und dann gibt es noch die Spontanverdampfer, die in einem Moment voll erwachen. Aber weil die keinen Weg hatten, müssen sie den Weg dann manchmal hinterher gehen, denn man kann den Weg nicht ohne ein Ich gehen. Auch die sind nicht besser dran.
Wir alle sitzen doch irgendwie im selben Boot. 
LG


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Dienstag, 29. Januar 2019

Werde du selbst!




Solange ich einem Menschen oder einem System im Außen eine Autorität gebe, kann ich meine persönliche Individualität nicht frei leben. Ich bin unfrei und fühle mich ständig zu irgendetwas gezwungen, fühle mich begrenzt und bedroht. Unfreiheit führt zu Leid. Entweder leide ich dann selbst oder ich füge anderen (unbewusst) Leid zu. Manchmal sind wir Gefangener und Wärter zu gleich. Wir sind fast alle unfrei, weil wir uns an Autoritäten gebunden haben. Autoritäten können Menschen oder auch Konzepte darstellen, an die wir uns binden, ohne das wir diese (vollständig) in Frage zu stellen. Dieses geschieht teils unbewusst, bis wir es erkennen.

Diese innere Haltung spiegelt sich in allen möglichen Lebenssituationen wieder. Dann spüre ich diesen inneren Konflikt im Kontakt mit den Eltern, dem Job, der Frau, dem Mann, den Kindern, dem Bildungssystem, dem Gesundheitssystem, dem Politischen System, den Chatfreunden mit denen ich in Weltbilddisskussionen an einander gerate, oder anderen Projektionsflächen, die ich für meine innere Unfreiheit verantwortlich mache. Dann sehe ich die Ursache für meine Konflikte im Außen. Die anderen begrenzen mich, denke und fühle ich. Vielleicht versuche ich mich mit Gleichgesinnten zu verbinden, um die deine eigenen Macht zu stärken.

Dann fühle ich mich ständig von einer Autorität im Außen bedroht, weil sie mich hindert mein Leben frei und selbstbestimmt nach deinen eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Je nach Persönlichkeitstyp stellen wir unsere Bedürfnisse, oder die Umwelt in frage. Solange ich jedoch den Grund für meine Unfreiheit in meinen Bedürfnissen oder im Außen sehe, werde ich immer nur gegen meinen Schatten kämpfen. Die Gegner ändern sich, aber das Problem dreht sich immer nur im Kreis, solange bist ich endlich verstehe. Denn solange etwas nicht bewusst ist, wirkt der Traum lebendig. So übt mein eigener unbewusster Traum immer wieder Macht über mich aus, um mich zu vereinnahmen, einzutrüben, unbewusst zu machen, selbst wenn ich den Traum schon als Traum erkannt habe. Ich werde wieder trüb, sobald ich nur entsprechend getriggert werde.

Die Lösung sehe ich darin die eigene Autorität zu werden, indem ich mein Vertrauen in mich und meine Selbstliebe, so lange stärke, bis ich ohne Gegnerschaft für mich eintreten kann, ohne gegen Andere zu sein. Es geht also darum, sich immer mehr aus Liebe für sich selbst zu entscheiden. Der Bewusstseins-Fokus (Montagepunkt) verschiebt sich so immer mehr auf für mich, und wendet sich von der Gegnerschaft ab. Das gelingt wenn die Selbstliebe schon einigermaßen stabil ist. Techniken um die Selbstliebe zu stärken, wenn man im Leben bisher leer ausgegangen ist, ist zb die Innere Kind Arbeit oder die Herzmediation.
Wenn du anfängst dir selbst mehr zu vertrauen als anderen Menschen, wenn du anfängst auf deine Bedürfnisse, dein Bauchgefühl, deine Intuition, dein Herz zu hören, und lieber dir folgst als ALLEN! anderen (wirklich ALLEN! Ohne Ausnahme!), dann wird sich dein Selbstvertrauen verstärken.

Nach und nach. Dein Bewusstsein wird sich verändern.

Und wenn du diesen Weg zu dir selbst gehst, dann wird sich die Gegnerschaft im Außen vielleicht erst mal noch verstärken, denn du richtest ja deinen Fokus auf das Thema aus. Das hat eine Auswirkung. Du bekommst alle inneren Zweifel von deiner Umwelt, um die Ohren gehauen, damit du dich mit dir auseinander setzten darfst. Für eine Weile wird dich erst Recht alles triggern, damit du deinen Schatten erkennst.

Wenn du alle Angriffe, als Spiegelung deines eigenen Selbst sehen kannst, verliert sich der Kampf jedoch zunehmend. Das Leiden am Kampf lässt nach. Deine Traumerkenntnis steigt und jeder Konflikt wird zu einem Bewusstseinsprozess. Jetzt siehst du jeden Angreifer als einen Teil deines Selbst, der dir hilft, bewusst zu werden. Systemgegnerschaft, wird als inneren Zwangsgedanken erkannt. Es entwickelt sich eine neue Haltung der Dankbarkeit, für jeden Konflikt, der sich ereignet und dich weiter in die Freiheit führt.

Und je öfter du zu dir selbst stehst, um um so mehr du die wahren Ursachen für dieses Phänomen erkennst, um so gelassener wirst du mit den Triggern. Und irgendwann wirst du so, die nötige innere Stabilität haben, allen Meinungen, allen Menschen, allen Konzepten, allen Systemen zum Trotze bei dir zu sein. Komme was will. Normalerweise haben sie uns den Trotz dreijährig ausgetrieben, damit wir ein Ego entwickeln und uns anpassen. Wenn du aus dem Ego raus willst, dann kehre zurück zu deinem Trotz, denn er ist nur der authentische Ausdruck eines nicht geachteten Individuums. Aber dafür muss man erst mal alle Konzepte in Frage stellen, um die Sicht auf die eigene Entwicklung neu zu bewerten.

Das eigene Herz zu befreien, bedeutet auch den inneren Widerspuch zu befreien. Wer sein Herz befreit hat, kann nicht mehr zu allem ja sagen. Dann siehst du, dass dein inneres Gefühl immer Recht hatte. Du erkennst, dass deine Wahrheit immer schon subtil in dir vorhanden war, und dich immer schon in die Freiheit und deinen Selbstausdruck führen wollte. Aber du hattest ja an dir gezweifelt, wurdest teilweise mit Gewalt gezwungen, sich selbst aufzugeben und hast entschieden dich lieber anzupassen, um das nie wieder zu erfahren. Nur um dich ein ganzes Leben lang anzupassen. Du hattest keine Wahl. Und vielleicht findest du das auch richtig, normal, und notwendig. Vielleicht erträgst du es tapfer, vielleicht erhöhst du dich über deine Anpassung, weil man ja eben muss. Und dann drückst du dein müssen anderen auf, um sie ebenfalls zu Gefangenen zu machen, damit du selbst nicht ans zweifeln kommst.

Jedoch wenn du mit dann mit anderen Menschen in eine Meinungsverschiedenheit gerätst, reagierst du immer noch emotional, als würde dich eine andere Sichtweise bedrohen. Denn das was da innerlich im Widerstand ist, ist das innere Kind, dass nie selbstbestimmt leben durfte und deshalb im chronischen Widerstand gegen andersdenkende ist.

Solange du anderen eine Autorität gibst, kannst du nicht du selbst sein. Und obwohl du schon längst erwachsen bist, passiert es dir täglich, dass du in so eine Situation gerätst, wo du emotional getriggert wirst, weil jemand anders, eine andere Meinung hat als du. Das passiert nur, weil du dir nicht erlaubst du selbst zu sein und anderen somit eine Autorität gibst, die dir weh tut.

Um so mehr ich zu mir selbst finde, erkenne ich dass die Menschheit einen unbewussten Abgrenzungskampf im Außen führt, der durch Selbstakzeptanz lösbar wäre. Nur sind wir es eben kulturell nicht gewohnt, Selbstakzeptanz zu empfinden und Selbstbestimmt zu leben. Und solange das so bleibt wird es Kriege geben.

Früher dachte ich immer es sei unmöglich Individuum und Kollektiv zu vereinen. Heute sehe ich, um so mehr ich zu mir selbst finde, um so eher kann die andere Meinungen akzeptieren und stehen lassen. Individum und Kollektiv sind letztlich eins. Denn es gibt nur das Eine.
Doch zurück zum lebbaren Alltag: Ein weiterer Gedanke, der uns bei der Suche nach uns selbst einschränkt, ist einseitiges Denken. Wir denken entweder: Ich hab Recht oder der andere hat Recht. Lange war ich in diesem Konflikt gefangen.Diese Annahme dass nur das eine oder das andere wahr sein kann, behindert das Entwickeln der eigenen Persönlichkeit jedoch massiv.

Unterschiedliche Ansichten, führen häufig zu Konflikten. Dabei können zwei Meinungen nebeneinander stehen, ohne Gegnerschaft. Es gibt Konzepte die diese integrale Haltung postulieren und ich fragte mich immer warum intelligente Menschen gegen eine integrale Haltung sind, da sie doch alle Probleme lösen würde.

Nun habe ich erkannt: Eine intergrale Haltung funktioniert nur, wenn zuvor, das persönlich Bedürfnis nach Individuation (Entfaltung der Individualität, Selbstbestimmung) gestillt ist.
Ist das Bedürfnis nicht gestillt, ist jede Meinungsverschiedenheit eine Re-inzinierung, des eigenen Traumas (die Verleugnung der Persönlichkeit). Und dagegen wehrt sich ein jeder Mensch zu Recht.

Es gibt keine lebbare absolute Wahrheit. Im konkreten Leben gibt es nur unterschiedliche Perspektiven und die Möglichkeit sich gegenseitig zu achten. Erst wenn ich meine Individualität frei lebe, kann ich aufhören mich in jeder Begegnung mit einem andersartigen und anders denkenden Menschen, provoziert zu fühlen. Solange es so ist, befinde ich mich im kindlichen Abgrenzungskampf und ringe um meine eigenen Authorität.

Solange ich mir selbst noch unsicher bin, was mein Selbstausdruck betrifft, solange ich etwas in mir unterdrücke, wird jede Andersartigkeit als Bedrohung empfunden. Mangelnde Toleranz ist also immer auch ein Ausdruck, mangelnder Selbstakzeptanz. Und so geht es uns allen. Wir führen Kriege, aus diesen Gründen.

Ich kann andere Menschen erst für ihre Einzigartigkeit schätzen, wenn ich mich selbst für meine Einzigartigkeit schätze. Ich kann mich erst in Rücksicht anderen Menschen gegenüber üben, wenn ich Rücksichtsvoll mit mir selbst umgehe.

Zwei Individuen können einzigartig sein, indem sie sich erst mal selbst akzeptieren, ihre persönliche Wahrheit leben und sich dennoch gegenseitig für ihr anders sein achten und wertschätzen.

Wir denken in logischen Schlussfolgerungen von entweder - oder. Dabei ist „sowohl als auch“, die Logik der Zukunft. Toleranz und Akzeptanz sind die Folge einer befreiten Individualität und eines freien Geistes, die sich gegenseitig bedingen. Die Suche nach der Wahrheit, ist die Suche nach einer Authorität, die dir erlaubt selbstbestimmt zu leben. Wer außer dir selbst, könnte diese Authorität sein, die dich befreit?

Montag, 24. Dezember 2018

Der Traum vom Tod II

 

Ich bin höchst erstaunt, was dieses scheinbar so einfache Experiment (in Hingabe) in mir ausgelöst hat. Mein Experiment dauerte ungefähr eine Woche und es löste diverse Tabus und Verlustängste in mir aus. Obwohl ich währenddessen fast eine ganze Nacht gefühlt, geschrieben und reflektiert habe, habe ich das Ausmaß der Erkenntnisse erst am nächsten Tag begriffen, als ich meinem Freund davon erzählt habe.

Ich bin in der Nacht, in der ich den diesen Text begonnen habe gestorben. Was nicht bedeutet, dass ich schlagartig kein Ego mehr habe, denn das habe ich immer noch. Ich meine damit, ich bin in der Nacht durch genau die gleichen Todesangst gegangen, die ich vor 2,5 Jahren, während meines ersten eindeutigen Satoris erlebte. Nur habe ich diese diesmal aus einer völlig anderen Perspektive betrachten können. Nun habe ich zwei extrem unterschiedliche Perspektiven auf den Tod und ich bin höchst erstaunt, dass allein die Perspektive der Betrachtung, auch in diesem Fall, diesen extremen Unterschied erzeugt hat. Das bestätigt all meine bisherigen Annahmen und Forschungen: Gedanken erschaffen Realität. Ich erschaffe meine Realität, durch meine bewussten und unbewussten Gedanken. 

Der erste große Tod 

Vor 2,5 Jahren hatte ich noch eine andere Persönlichkeit als heute, bzw. mir ist meine Persönlichkeitsstruktur heute sehr viel bewusster als damals. Manches ist gleich geblieben, aber ich weiß nun darum und kann mich so annehmen. Ein großer Irrtum den Leute immer wieder haben ist, dass Erwachen einen perfekten Menschen erzeugt. Nein Erwachen erzeugt Perfektion im Innen, im Blick auf das Außen, indem das Unperfekte als perfekt anerkannt wird.

2016 hatte ich noch einen sehr hohen und völlig unreflektierten und beinahe gnadenlosen Selbstanspruch an mich. Ich war mein schlimmster Alptraum, mein schlimmster Feind, nur wusste ich das damals noch nicht, denn entweder waren diese Anteile völlig abgespalten oder ich projizierte sie auf die Umwelt. Mir fehlte damals Selbstliebe. Diese war in meinem Ego Programm nicht mehr vorhanden. Ich war unglaublich hart zu mir selbst und habe mir deshalb damals eine unglaublich harte und extreme Sterbeerfahrung in einer schamanischen Reise erschaffen. Außerdem war meine Einsicht in mein Bewusstsein noch verzerrt, ich und das Selbst waren undifferenziert verschmolzen. Anteile waren noch abgespalten und wurden auf das Außen projiziert.

Damals erlebe ich die Todeserfahrung während einer schamanistischen Reise, in der ich über Tage hinweg mehrfach um mein Leben ringen musste und immer wieder und über Stunden heftigste Todesängste durchstehen musste. Ich weiß nicht, wie mein Unbewusstes es schaffte mich damals so trüb zu halten, dass ich aus lauter triebhafter Impulsivität alles vergaß, was ich bis dahin über bewusstes Sterben gelernt hatte. Klartraumtechniken wie umarme die feindliche Traumfigur, waren auf Grund der starken Identifizierung mit realen Todesängsten unmöglich.

Ich lag entweder zusammengekauert und am ganzen Körper zitternd und Zähne klappernd nur noch da, oder reagierte völlig Steffi untypisch, impulsiv und mit aktivierter Überlebensaggression, die ich bis dahin nicht kannte und nicht in mir glaubte. Mit geballten Fäusten, bewaffnet, schreiend, wehrhaft erlebte ich mich um mein Leben kämpfend, obwohl ich doch eigentlich Pazifist war. Dabei wusste ich nicht genau wer oder was mich bedrohte. Deshalb projizierte ich meine Angst auf alle möglichen Menschen, sogar auf meinen Freund, der mir nie ein Haar krümmen würde, der Mensch dem ich normalerweise am meisten vertraute. Es war sehr erschreckend zu realisieren, das man keine Kontrolle über sein Ego hat, selbst wenn man das immer glaubte, weil man sich für so beherrscht hielt.

Die Gesetzmäßigkeiten, in diesem Zustand, zwangen mich immer wieder dazu,  mich entweder töten zu lassen oder zu töten, um nicht zu sterben. Immer wieder kippte es hin und her. Töten oder getötet werden. Diese Szene brachte mich in eine totale Verzweiflung. Und ich wollte weder das eine noch das andere. Mein Verstand ringte um eine Lösung, doch er fand keine Lösung, obwohl ich bedingt durch meine Energie rasend schnell und bildhaft denken konnte.

Die ganze Szene wiederholte sich immer und immer wieder und brachte mich zur totalen Verzweifelung. Dieser Kampf zermürbte mich nach stundenlangem hin und her in Todesangst so sehr, dass ich entschied, ok wenn hier einer sterben muss, dann eben ich. Denn ich möchte nicht das Gewalt von mir ausgeht. Also muss ich sterben. Ok Gott oder whatever - dann töte mich. Ich gebe auf. Ich ergab mich, um endlich Frieden zu haben. Ich starb für den Frieden. Im Moment des Todes umgab mich Liebe.

Jedoch bis es so weit war ging ich tausendfach durch die Angst zu sterben. Ich ging durch die Angst vor dem Nicht sein. Die Angst nicht zu existieren. Ich ging durch die Angst noch nicht umfassend genug gelebt zu haben, mich nicht verwirklicht zu haben. Ich erkannte erst im Moment des Todes, wie sehr ich mich selbst, meinen Partner, und ja sogar das Leben selbst liebte. Es war unglaublich traurig sterben zu müssen, wenn man das Gefühl hat, nicht fertig zu sein. Und ich weiß seitdem was es bedeutet qualvoll, voller Angst, sich am Leben festklammernd, entgegen dem unbändigen Überlebenstrieb, sterben zu müssen. Ich bin sehr dankbar diese Erfahrung zu Lebzeiten gemacht zu haben, denn sie hat mich tiefe Erfurcht und Mitgefühl gelehrt.

Beide male wo ich aufgab und starb, fiel mein physischer Körper durch das Bett in die Astralebene und ich war extrem froh Klarträumer zu sein!. So war ich wenigstens auf die außerkörperliche Ebene vorbereitet die ich nach dem Tod erfuhr. Ich dachte indem Moment, jetzt weiß ich warum ich das wilden gelernt habe. 

Integrationsphase

Jedoch, obwohl diese Erfahrung, so eindrücklich emotional und theoretisch prägend sein musste, verliere ich nach einer Zeit immer wieder den Zugang zur emotionalen Ebene meiner spirituellen Erkenntnis. Immer wieder erfahre ich die volle Identifikation mit dem Selbst, um dem Zugang dann wieder zu verlieren und in den Alltagszustand zurück zu kehren. Das geht jetzt schon seit 2015 so, seitdem mein Herzchakra erwacht ist. Zurück bleibt nur das Wissen. Ich weiß dann natürlich was ich erlebt und gefühlt hatte, aber im Alltag sind Erfahrungen emotional oft wieder verschlossen, weil sie nur Gipfelerfahrungen waren, die noch eine tieferen Integration benötigen.

So habe ich mich nach dem Erlebnis, noch intensiver als zuvor mit der Integration der erfahrenen spirituellen Ebene, meinem psychologischen Schatten und der Traumaheilung beschäftigt, weil ich begriff, dass die bis dahin nicht identifizierten Persönlichkeitsanteile, meine Erfahrung so schwierig gemacht haben. So wählte ich weiterhin die Psychologie um mein Erlebnis zu integrieren bzw. einen Weg zu ebnen, wie diese hefte Erfahrung die ich damals nicht tragen konnte, einen Rahmen bereite, indem sich diese setzten kann und auch dauerhaft bleibt. Diese Entscheidung erst Steffi zu heilen, wurde immer wieder getroffen.

Nach der damaligen Erfahrung hatte sich mein Ego über viele Wochen und Monate wieder verdichtet und beinahe restauriert. So musste ich durch alle Schwierigkeiten die ich bis dahin in meinem leben auftraten, aus eigener Kraft durch. Die Erleuchtung hatte sich zurück gezogen. Der Zugang zu der emotionalen Dimension der spirituellen Ebenen verflüchtigte sich, damit ich wie ich annehme, die Gelegenheit hatte, voll identifiziert zu meinen Schattenaspekten zu schauen und in die dunkle Nacht der Seele abtauchen musste. Ich machte eine fast zweijJährige Erfahrung der Ohnmacht, die ich nur mit Annahme überwand.

Über das warum lässt sich spekulieren. Ich bin mir heute auch nicht mehr sicher, ob all meine Erklärungsmodelle, die ich gefunden habe, nicht nur wieder einschränkende Glaubenssätze sind, und letztlich jedes Erleben sinnfrei ist. Das ist möglich, ja wahrscheinlich, aber während ich diese Zeit durchlebte, machte ich Erfahrungen, die ich nur durchstehen konnte, indem ich ihnen einen Sinn gab. Wer leid erfährt tut sich selbst einen gefallen, diesem einen Sinn zu geben, denn so kann man Leid annehmen, statt damit im Widerstand zu sein. So lässt das Ego den Kampf gegen das Leiden los. Im Prinzip besteht Erleuchtung aus vollständiger Annahme von allem. Ich möchte diese Erfahrungen der Dunkelheit jedoch nicht missen. Und um so mehr ich heilte und mich selbst verstand, um so mehr trat diese spirituelle Ebene wieder in mein Leben. Und irgendwann begann sich die Ohnmacht mehr und mehr hinauszuschleichen und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Macht über das eigene Leben, nahm zu.

Während sich 2016 meine intuitive Seite noch wie ein Fremdkörper, personifiziert im Außen dargestellt, sich beängstigend in mein Leben drängte, ist dieser Teil nun als Teil von mir erkannt worden, so wie alles was mir scheinbar im Außen begegnet, ein Teil meines Selbst ist. Dennoch nehme ich das nicht in jedem Moment emotional so war. Oft erst wenn es sich lohnt, diese Perspektive wieder einzunehmen.

Immer wieder hatte ich kurze Gipfelerfahrungen, die mich für kurze Zeit erfassten und mir einen Blick in verschiedenen Perspektiven meines Selbst gaben. So konnte ich diese Erfahrungen nach und nach kennen lernen und integrieren. Ich kann nun sagen, alles was ich damals, viel zu schnell, viel zu heftig, in aller Härte, ohne Selbstmitgefühl, erfuhr, integriert sich seitdem langsam, mit viel mehr Selbstmitgefühl, immer mehr Geduld und Sanftheit in mich, so dass ich zwar immer mal wieder mit Teilen meines Selbst konfrontiert bin, aber seitdem keine Blockaden mehr aufgetreten sind. Und so wundert es mich nicht, dass ich vor zwei Nächten nun erneut gestorben bin, doch diesmal sehr viel sanfter und doch vollständiger als damals. 

Der zweite Tod

Ich hatte mit einem Experiment, was ich kurz „Hingabe an meine natürliche Schlafphasen“ nennen könnte, innere Tabus aufgespürt und gebrochen, und die dadurch ausgelösten Emotionen bewusst gefühlt. Ich verweile dann so lange in einem Gefühl bis es ungehindert (ohne Widerstand, manchmal mit einer Erkenntnis über den Ursprung, aber nicht immer) durch mich durch fließt. Das habe ich sehr lange mit einer Technik („The Journey,“ ca. 4 Jahre) geübt, bis das nicht nur im Alltag immer öfters funktioniert hat, sondern ich auch bei schwierigen emotionalen Themen in einer Haltung der Annahme bleiben konnte. Das heißt nicht, dass ich da emotional nicht mehr beeinflusst werde, getriggert werden kann, abstürze und mal schief drauf bin. Nein das heißt es nicht, aber es ist für mich zum Zustand der Normalität geworden, Emotionen möglichst annehmend zu beobachten. Und so habe ich das in der besagten Nacht mehr so nebenbei gemacht, ohne dass es ein besonders auffälliges Ereignis gewesen wäre. Das Sterben ist deshalb auch so nebenbei passiert. Hahah das klingt wirklich wunderlich.

Es kamen Verlustängste auf, die mich ganz deutlich an das Sterbeerlebnis von 2016 erinnert haben, jedoch diesmal - oh wunder - völlig entspannt und bewusst betrachtet werden konnten, weil sich eine Sache in meinem Denken seitdem geändert hatte. Und es mag banal klingen, wenn ich davon berichte, aber es war wirklich nur eine entscheidende Veränderung in meinen Glaubenssätzen, der den krassen Unterschied von unerträglicher Todesangst hin zu, über das Gedanken Konstrukt Tod nur noch fassungslos lachen zu können, auslöste. Der Unterschied ist wie gesagt vermeintlich banal und wie ich in anderen Gesprächen bemerke für die meisten Menschen absolut unverständlich, aber er hat es mir ermöglicht aus dem Konflikt zwischen Leben oder Tod, - Leben und Tod zu machen. Und vielleicht werdet ihr lachen oder glaubt es eh nicht, nun gut dann ist der Text nicht für euch bestimmt, aber der Unterschied war nur eine Glaubenssatzveränderung im Bezug auf entweder oder – in - sowohl als auch.

Ich versuche es nochmal zu erklären. Diese Vereinigung der Gegensätze, beschäftigt mich schon seit mindestens 2 Jahren, und ich habe mich mit diversen Geisteskonzepten beschäftigt, über die ich die Geisteshaltung von - sowohl als auch - , erlernt habe (Enneagramm, Spiral Dynamics, Psychologie C.G. Jungs). All diese Konzepte deuten auf die Vereinigung der Gegensätze hin und bieten Möglichkeiten an, so zu innerem Frieden zu kommen.

In der vorletzten Nacht, hat es im Zuge der 1. emotional angenommenen Todesangst einfach klick gemacht und zusätzlich zur 2. Geisteshaltung (sowohl als auch) eine Vereinbarkeit von sowohl Leben als auch Sterbenergeben. Und weil es keinen Kampf mehr zwischen Leben und Sterben gab, war der Übergang sehr sanft.  Emotion (Herz) und Verstand (Kopf) haben gemeinsam erkannt, dass Himmel und Erde vereinbar sind. Man könnte auch sagen, es gab eine Vereinigung des matereriellen und des geistigen Weltbildes.

Und plötzlich war Leben und Sterben auch emotional miteinander vereinbar. Für mich war das ein unglaubliche Entdeckung, denn während ich schon längere Zeit meine Realität durch Glaubenssatzveränderungen aktiv beeinflusse, hatte ich dieser Technik – Tue so als ob - immer noch unbewusst Grenzen gesetzt, die sich durch diesen Vorfall, wohl ein für alle mal aufgelöst haben.

Auch hat das in Frage stellen des biologischen Weltbildes welches im Zuge meiner Untersuchung des Gefühls der Müdigkeit testweise mal komplett negierte, dazu beigetragen, dass die emotionale Anhaftung an das biologische also materielle Weltbild weggefallen ist und ich ab da in der Freiheit des sowohl als auch zum geistigen Weltbild war.

Ich habe mich durch diese Erfahrung an noch eine Erkenntnis erinnert, die ich beim Sterben vor 2 Jahren  hatte, nämlich dass sich das gesamte phänomenale Weltkonstrukt, einzig auf Gedanken stützt. Und dabei nehmen selbst Gedanken Realität an, die man meint schon längst aus deinen Denkmustern entfernt zu haben, zb. den Glauben an einen Gott im Außen, obwohl man den Schritt zum Atheisten oder Agnostiker oder was auch immer schon längst vollzogen hat. Solche Programme erzeugen, selbst wenn das Ego diese ablehnt, deine Realitätswahrnehmung. Erstaunlich was uns alles unbewusst ist.

Und noch ein Konflikt, der mir seit vielen Jahren auf der Seele brannte ist in dieser Nacht abgefallen, nämlich mein Kampf zwischen Anpassung und Freiheit, denn ich erkenne nun, es ist miteinander vereinbar. Anpassung und Rebellion gegen das Normative und Begrenzte haben sich ergänzend vereinigt, denn Anpassung und Freiheit können gleichzeitig existieren. Zum ersten mal war ich froh über meine Fähigkeit mich anpassen zu können, die zu der neu gewonnen Fähigkeit aus dem Rahmen zu fallen, nicht im Widerspruch steht. Nun können dieses Anteile den chronischen Kampf im Innen und Außen endlich aufgeben. Welche ein Geschenk, denn darauf warte ich schon lange, denn ich bin meine inneren Kämpfe so müde. Aber es reicht eben nicht, sie geistig als Kampf gegen sich selbst wahrzunehmen, auch der emotionale Aspekt muss zur Einsicht gelangen.

Meine neue Realität hat aus dem früheren Gefühl von Verlust durch – sowohl als auch – eine Erweiterung gemacht. Und alles nur weil ich meinem inneren Kind einmal erlaubt habe, so lange aufzubleiben, wie es wollte, ohne ihm eine Grenze zu setzten. Höchst erstaunlich! Das sollte zum Anlass genommen werden, um das Wort Überkompensation, mal aus seinem schlechten Ruf heraus zu befreien. Wer in einem Extrem gefangen ist, kann durch die Ausleben eines anderen Extremes, Freiheit von Anhaftungen erfahren, weil die Identifikation mit einer Polarität loslässt, wenn beide Seiten erfahren wurden. Denn dann hört der Kampf auf. Überkompensation kann als so helfen die Gegensätze innerlich zu vereinen.

Mein Experiment mit meinem Verhalten gelegentlich über meine eigene Strenge (Über Ich) zu schlagen, hat Strenge und Gnade (Begriffe aus der Kabbalah) vereint. Himmel und Erde nicht zu vergessen.

Und es klingt wieder so mystisch und fast religiös, sobald man Worte benutzt, die einem religiösen Konzept entspringen, dabei kann man dieses Erlebnis völlig unabhängig als Atheist und wissenschaftlich orientierter Mensch machen, denn das was Mystiker Erleuchtung nennen, ist nie etwas spirituelles oder religiöses gewesen, und schon gar nicht nur auserwählten Menschen vorbehalten. Nein es handelt sich um ein unabhängiges phänomenales Erlebnis, dass wie alles wertvolle im Leben, durch den Menschen instrumentalisiert wurde. Die Wahrheit ist jeder kann es erfahren, ganz unabhängig vom Weltbild. Du bist das Bewusstsein indem dein Körper erscheint.

Ich wollte immer mit ganz normalen rationalen und nicht religiösen Worten, beschreiben was Erleuchtung ist, wenn ich es gefunden habe. Nicht weil ich etwas gegen Religion habe, sondern weil ich dachte, es ist an der Zeit, das Phänomen aus einer modernen und aufgeklärten Perspektive zu erforschen und mit zeitgemäßen Worten zu beschreiben. Alle sagten das wirst du nicht schaffen. Es ist nicht zu beschreiben. Hör auf zu denken. Ich habe ihnen nie geglaubt. Ich habe auf mein Herz gehört. Ich habe es selbst geprüft. Ich habe bis zum heutigen Tag für alles Worte gefunden, was ich erlebt habe. Allerdings kann nicht jeder etwas mit meinen Worten anfangen, aber das ist eine andere Sache. Ich habe vermutlich sowieso die ganze Zeit nur für mich selbst geschrieben, denn durch das Schreiben reflektiere und sortiere ich mein Inneres. Und es gibt ja letztlich auch nur mich, wenn überhaupt.

Nicht nur das schreiben, sondern auch mein sehr engagiertes und hartnäckiges Suchen nach der absoluten Wahrheit, diente immer nur einem Zweck, anerkannt und geliebt zu sein. Der Wunsch nach Anerkennung lässt den Menschen obskure Dinge tun, ein Leben lang wie vom Wahn befallen und oft völlig unbewusst, bis es dann bewusst wird. Ich erkannte, dass dieses drängende Bedürfnis eines scheinbar inneren Kindes ein Fahrzeug zur Selbsterkenntnis ist. Mein Wahn war die Suche nach der absoluten Wahrheit, um dann ... Ja da ist der Haken. Mit wem denn? Wozu noch?

Meine tiefenpsychologisch orientierte Geisteshaltung, die zum Zwecke der Heilung und Ganzwerdung, die emotionalen Bedürfnisse des inneren Kindes und die Fähigkeit aus dem Selbst über die Bedürfnisse zuschauen noch trennt, steht wohl ebenfalls kurz vor dem aus. Ebenso meine spirituellen Denk Konstrukte, denn ich kann es nicht mehr leugnen, dass ich nichts weiß. Anstatt nichts zu wissen, kleidet man sich jedoch gerne mit dem nicht wissen ein, um zu wissen, dass man nichts weiß. Nun ja wir sind ja alle nur Menschen, oder nicht?

Ich bin mir nicht mehr so sicher wer ich bin. Die Erfahrung vor zwei Tagen hat meine Perspektive der Außenkörperlichkeit und mögliche Reisen in andere Dimensionen wieder erneuert und konstruktiv und froher Erwartungen  beflügelt. Wenn sich mein inneres sortiert hat, werden vermutlich Erfahrungen folgen.  Auf jeden Fall bekomme ich gerade wieder extrem viel Lust Klartraum und OOBE Techniken zu üben, aber vielleicht lass ich auch die lästige Idee mit dem harten trainieren weg und werde vielleicht von Mühelosigkeit überrascht. Wer weiß das schon?

Freitag, 14. Dezember 2018

Ich bin Kali

Aus einem Gespräch, indem ich mich zu meinem geistigen Weltbild bekannt habe und diesem Ausdruck verliehen habe:

Steffi: Ja aber ich will ja meine Erleuchtung vervollkommnen und dafür muss ich weiter in den Geist. Es muss noch klarer werden, dass diese Realität nur Illusion ist. Ich möchte die Grenzen der Realität noch weiter durchbrechen. Ich möchte meinen Geist vollkommen beherrschen. Es reicht mir nicht zu Wissen, dass ich alles bin. Ich möchte diese Erkenntnis auch voll realisieren, emotional und physisch. Es ist ein Unterschied ob man weiß, dass Wasser das vor einem steht ist Illusion, oder ob man Wasser zu Wein verwandeln kann. Erst dann hat man seine geistige Existenz voll realisiert.

Mich interessieren Siddhis (übernatürliche Fähigkeiten), weil diese dazu führen, dass man seine alte Realität überschreitet.

Mich interessiert das Leben jenseits der Erde. Ich möchte in andere Dimensionen reisen und eine Weisheit erlangen, über das menschliche Verständnis hinausgehend. Ich bin unbefriedigt, wenn ich zurück auf die Erde soll und leben soll wie ein Mensch, der sich für eine physisches Lebewesen hält. Ich spüre ich habe eine andere Berufung. Ich spüre ich bin Geist und möchte diese Erkenntnis konkret realisieren, jedoch ohne meinen Körper dafür zu verlieren.

Ich habe Erfahrungen gemacht, die mein Weltbild total zerbrochen haben. Materie ist für mich Illusion geworden. Materie ist geronnener Geist. 

Und gleichzeitig gibt es Anteile in mir, die am materiellen Weltbild festhalten. Ich möchte den Teil erlösen, der immer noch im alten Weltbild festhängt und an die Welt und die Materie glaubt. Ich möchte komplett frei sein. Viele spirituelle Sucher gehen nicht so weit wie ich. Vermutlich erscheint mein Wunsch für viele sehr verrückt, aber es ist der Ausdruck meines Herzens und meiner bisherigen Einsicht in die Existenz, die ich bin. Ich wurde mein ganzes bisheriges Leben erniedrigt und jetzt werde ich erhöht.

Chatpartner: Für mich hört sich das halt ziemlich getrieben an. Nach süchtig. Viel willen und wollen. Zu gott kommt man nur übers Lassen.

Steffi: Nein das glaube ich nicht. Es gibt gar keinen Weg zu Gott. Die Idee zu Gott kommt man nur wenn,... ist falsch!

Auf meinem Weg habe ich mehrfach erfahren, dass ich über völlig andere Wege zu Gott finde, als es mir spirituelle Konzepte bisher erzählen wollten, als es mir spirituelle Menschen erzählen wollten. Immer haben sie mir gesagt, ich sei falsch. Daran erkannte ich, sie waren keine wahren Buddhas.

Ich habe durchaus diese Hingabe geübt von der du sprichst und meinen Ego Willen aufgegeben. Immer wieder arbeite ich daran. Aber das habe ich ja immer schon getan, mein Leben lang, denn ich musste meine Persönlichkeit in der Kindheit verleugnen. Über die Ebene der Spiritualität die bestimmte Aspekte vertritt und andere ausschließt, bin ich hinaus. Ich bin Tantriker, ich integriere alles, selbst das Nichts und das Ego.

Den Weg zu Gott erfahre ich als systematische Dekonditionierung meiner Ego Persönlichkeit und weil mein Ego aus Selbstverleugnung bestand, ist der persönliche Wille für mich eine Befreiung aus dem unbewussten Ego. Ich bin das beste Beispiel, dass ihr all eure spirituellen Konzepte an denen ihr hängt, vergessen dürft. 

Es gibt keinen Weg zu mir.

Alle Wege führen zu mir

Dein Wille geschehe = Mein Wille geschehe. 

Vater und Sohn sind eins. 

 

Ego und höheres Selbst sind eins. 

Wenn du deiner Individualität folgst, und dich voll annimmst, findest du mich.  

Ich sehe du verleugnest noch dein Ego, und trennst zwischen dir und Gott, was ich nicht mehr tue. Du schließt Dinge aus, die zu deiner göttlichen Existenz gehören, weil eEgo sagt, dass ist Gott und das ist. Aber das ist falsch.

Ich weiß ich bin Gott. Nur vergesse ich es eben oft noch und denke dann ich wäre wieder Steffi. Und die sucht und findet sich dann wieder. Es ist schon keine große Sache mehr.

Ich bin die geborene Göttin Kali, die mit all euren Konzepten bricht.

Fall ihr Lust habt auf eine Diskussion? 

Ihr findet mich auf FB